Seth Rollins hat deutlich gemacht, dass sein Verhältnis zu CM Punk weiterhin belastet ist. Obwohl beide seit Punks WWE-Rückkehr im Jahr 2023 mehrfach gemeinsam im Ring standen, sind die persönlichen Differenzen nach wie vor präsent. In einem Interview bei Club Shay Shay wurde Rollins direkt gefragt, ob zwischen ihm und Punk inzwischen alles geklärt sei. Seine Antwort fiel unmissverständlich aus: „Nein, das würde ich nicht sagen. Es gibt natürlich eine Art Arbeitsbeziehung, sonst könnten wir nicht dort rausgehen und Matches austragen, aber es ist sehr komplex.“
Anhaltende Spannungen zwischen Seth Rollins und CM Punk
Die Spannungen zwischen beiden gehen auf das Jahr 2014 zurück, als Punk die WWE verließ und das Unternehmen öffentlich kritisierte. Rollins befand sich damals im Aufstieg zu einem der zentralen Gesichter der Promotion. Die damaligen Ereignisse und Äußerungen hinterließen bei ihm bleibenden Eindruck. Auch nach Punks Rückkehr blieben die realen Spannungen spürbar und flossen teilweise in die gemeinsame TV-Dynamik ein.
Rollins machte deutlich, dass eine echte Versöhnung derzeit nicht absehbar sei: „Vielleicht gibt es eine Chance auf Versöhnung, wenn wir beide nicht mehr im Geschäft sind oder in Rente gehen. Es fällt mir nur so schwer, den CM Punk von heute von dem CM Punk zu trennen, der mir vor zehn Jahren ein wirklich mieser Freund war.“
Mit Blick auf die Zukunft ergänzte er: „Diese Wunden brauchen Zeit, um zu heilen. Ob er sich die Mühe machen will und ob es mich interessiert, weiß ich nicht. Im Moment haben wir beide dafür keine Zeit.“
Zum Zeitpunkt dieses Interviews fällt Rollins aufgrund einer Schulterverletzung aus und muss den WWE World Heavyweight Championship niederlegen. In seiner Abwesenheit gewann Punk den vakanten Titel, was das ohnehin komplexe Verhältnis weiter verkompliziert.
Seth Rollins und die Debatte um die größten WWE-Stars
Neben seiner angespannten Beziehung zu Punk äußerte sich Rollins im selben Interview auch zu einer der meistdiskutierten Fragen im Wrestling: Wer gehört auf das WWE Mount Rushmore? Dabei unterschied er zwischen historischen Größen des Unternehmens und reiner Ringqualität.
Bezogen auf die größten Namen der WWE-Geschichte nannte er Hulk Hogan, Bruno Sammartino, Steve Austin und The Rock.
Als das Interview auf die reine In-Ring-Qualität zu sprechen kam, nannte Rollins zunächst zwei Beispiele, die für ihn Maßstäbe setzen. Er führte aus, dass man bei einem Fokus ausschließlich auf das Geschehen im Ring auf Legenden wie „Shawn Michaels“ oder „Eddie Guerrero“ blicken müsse. Darüber hinaus werde es seiner Ansicht nach allerdings deutlich schwieriger, Wrestler zu finden, die dieses Niveau konstant erreichen.
Im weiteren Verlauf nannte er mehrere weitere Legenden: „Dynamite Kid war wirklich gut, aber er war irgendwie ein Idi*t, Bret Hart war wirklich großartig. Ric könnte man auch dazuzählen, Flair war etwas Besonderes. Dusty war ein besonderer Promoter, aber Dustys Arbeit im Ring hat niemanden vom Hocker gerissen.“
Auch moderne Akteure bezog er ein: „Bryan Danielson wäre meiner Meinung nach ganz oben dabei. Ich würde gerne irgendwann einmal in diese Diskussion einbezogen werden. AJ Styles, der ebenfalls gerade zurückgetreten ist, ist einer der größten Wrestler aller Zeiten. Es ist eine interessante Diskussion, aber es ist schwer, sich festzulegen.“
Mit diesen Aussagen verdeutlichte Rollins, wie stark sich die Bewertung je nach Kriterien verändert. Die jahrzehntelange Geschichte der WWE mit unterschiedlichen Stilrichtungen und Generationen macht eine endgültige Auswahl schwierig.
Eine unerwartete Familiengeschichte
Abseits seiner sportlichen Karriere kam Rollins auch auf ein sehr persönliches Kapitel seines Lebens zu sprechen. Ein DNA-Test bei 23andMe führte ihn zu Verwandten, von deren Existenz er zuvor nichts wusste, insbesondere auf der Seite seines Vaters.
Er schilderte, dass ihn vor allem seine fehlenden Kenntnisse über die eigene Familiengeschichte zu diesem Schritt bewegt hätten. Bei Formularen oder medizinischen Fragebögen werde man regelmäßig nach Vorerkrankungen oder familiären Hintergründen gefragt. Doch er habe darauf nie Antworten geben können, weil ihm schlichtweg Informationen über seine Vorfahren gefehlt hätten. Deshalb habe er sich entschieden, einen DNA-Test zu machen, um mehr über seine Herkunft und sein familiäres Erbe zu erfahren.
Nachdem er die Ergebnisse erhalten und durchgesehen hatte, legte er das Thema zunächst wieder zur Seite. Erst zwei oder drei Jahre später erhielt er plötzlich eine Benachrichtigung über eine neue DNA-Übereinstimmung. Solche Hinweise habe er zuvor meist ignoriert, da es sich in der Regel um sehr entfernte Verwandte handelte, etwa Cousins fünften oder sechsten Grades. Dieses Mal jedoch sei der Treffer anders gewesen.
Die Benachrichtigung enthielt eine persönliche Nachricht, und beim Blick auf den Nachnamen wurde ihm klar, dass es sich um seine Halbschwester handelte. Als er die Nachricht öffnete und ihre Frage las, wer sein Vater sei, sei ihm in diesem Moment schlagartig bewusst geworden, welche Tragweite diese Entdeckung hatte.
Er berichtete außerdem, wie sein leiblicher Vater auf die Enthüllung reagierte. Nachdem er seiner Halbschwester geschildert hatte, was er über die Situation wusste, wurde schnell deutlich, dass ihr Vater ihr nie erzählt hatte, dass es möglicherweise noch ein weiteres Kind geben könnte. Innerhalb der Familie sei dieses Thema offenbar nie zur Sprache gekommen. Entsprechend groß sei die Überraschung gewesen. Als sie ihren Vater schließlich damit konfrontieren wollte, habe dieser zunächst alles abgestritten. Sie habe ihn jedoch mit den DNA-Ergebnissen konfrontiert und darauf verwiesen, dass die wissenschaftlichen Daten eindeutig seien und sich nicht wegdiskutieren ließen.
Im weiteren Verlauf habe sich die Situation jedoch entspannt. Seine Halbschwester habe auch noch einen jüngeren Bruder, und nachdem ihr gemeinsamer Vater die Vaterschaft letztlich eingeräumt habe, sei es zu einer Annäherung gekommen. Inzwischen stehe man in freundschaftlichem Kontakt und tausche sich regelmäßig aus.
Zugleich betonte Rollins, dass er seinem leiblichen Vater keinen Groll hege. Er könne nachvollziehen, dass junge Menschen manchmal Entscheidungen träfen, für deren Konsequenzen sie sich noch nicht bereit fühlten. Seine Mutter habe sich damals bewusst für das Kind entschieden, während sein Vater offenbar noch nicht so weit gewesen sei, Verantwortung zu übernehmen. Für ihn persönlich sei das kein Grund für Vorwürfe, sondern etwas, das er verstehen könne.
Zum Abschluss ergänzte er: „Und noch einmal: Wenn ich in einer Situation gewesen wäre, in der es für mich nicht so gut gelaufen wäre wie auf der Seite meines Vaters, hätte ich vielleicht ein anderes Gefühl dazu gehabt. Aber ich hatte Glück … Für mich hat es sich in dieser Hinsicht besser entwickelt. Ich glaube, wenn sie dort bei ihm geblieben wäre – ich meine, dann würden wir heute nicht hier sitzen und dieses Gespräch führen.“
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