Rusev zwischen Neuanfang und Nostalgie: WWE-Rückkehr, Wrestling-Schule und das Vermächtnis des Rusev Day

Rusev demonstriert seine Stärke auf der Stage

Rusev baut seine Zukunft auch außerhalb des WWE-Rings weiter aus. Gemeinsam mit seinem früheren Trainer Gangrel gründet er die KECH Pro Wrestling Academy in Nashville. Die Schule soll Mitte März 2026 eröffnen, ein Gebäude wurde gesichert und der Ring ist bereits bestellt.

Gangrel, bürgerlich David Heath, wird dauerhaft nach Nashville ziehen und als Trainer arbeiten. Er verfügt über langjährige Erfahrung als Ausbilder und ist derzeit Head Coach bei Coastal Championship Wrestling in Florida. Rusev betont, dass Gangrel großen Wert auf Grundlagenarbeit legt und den Fokus auf ein solides Fundament statt auf kurzfristige Effekte setzt. Dieser klassische Trainingsansatz sei aus seiner Sicht essenziell und fehle vielen Nachwuchstalenten.

Die Akademie richtet sich sowohl an erfahrene Wrestler als auch an Kinder ab acht Jahren, die Wrestling als sportliche Aktivität erlernen möchten. Rusev reiht sich damit in eine wachsende Gruppe aktiver WWE-Stars ein, die eigene Trainingsstätten betreiben, darunter Seth Rollins und Cody Rhodes. Auch Natalya und TJ Wilson führen eine Trainingsstätte für etablierte Wrestler.

WWE-Rückkehr 2025: „Ich wollte wrestlen“

Im Mai 2025 kehrte Rusev fünf Jahre nach seiner Entlassung im Zuge der pandemiebedingten Kaderkürzungen zur WWE zurück. Zuvor stand er bei AEW unter Vertrag, war dort jedoch gegen Ende seiner Laufzeit über längere Zeit nicht im TV präsent. In „INSIGHT with Chris Van Vliet“ erklärte er seine Beweggründe für das Comeback.

„Ich wollte wrestlen. Ich wollte mich mit den Besten messen. Ich weiß, dass die Liste der Wrestler lang ist. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann sie das letzte Mal so lang war, aber ich möchte mich einfach mit allen messen. Ich wollte immer mehr wrestlen, all diese Europatourneen und so weiter. Ich liebe all das, ich liebe die harte Arbeit. Als wir anfingen, waren wir fünf Tage lang unterwegs: Freitag, Samstag, Sonntag, Montag und Dienstag. Dann ging man am Mittwoch nach Hause und am Freitag war man wieder unterwegs. So war das Leben eben. So hart es auch war, so wird man besser, indem man einfach die Arbeit macht. Denn man arbeitet jeden Tag in anderen Städten und reist viel. Heute können die Leute nur davon hören und sagen: „Oh, wirklich, so war das also. Das war so cool. Wrestling, verprügelt werden, drei Stunden mit dem Mietwagen zur nächsten Stadt fahren, ins Hotel einchecken, aufwachen, trainieren, immer das Gleiche machen – so fühlt man sich wie ein echter Profi-Wrestler. Ich habe diese harte Arbeit vermisst.“

Gerüchte, wonach er sich bei AEW gegen Niederlagen gewehrt habe, wies er zurück. AEW-Präsident Tony Khan hatte zuvor öffentlich erklärt, dass es unterschiedliche kreative Vorstellungen gegeben habe.

Als besonderes Highlight seiner AEW-Zeit bezeichnete Rusev sein kurzes Match gegen Fuego Del Sol in der ersten Ausgabe von AEW Rampage. Obwohl es nur rund zwei Minuten dauerte, sei es gelungen, dem Publikum eine glaubwürdige Geschichte zu vermitteln.

Konfrontation bei RAW und mögliche nächste Schritte

Am 16. Februar 2026 kehrte Rusev bei WWE RAW erstmals seit vier Monaten ins TV zurück und konfrontierte Oba Femi, der ihn zuvor im Royal Rumble Match eliminiert hatte. Backstage war er in einem „Happy Rusev Day“-Shirt zu sehen, was Spekulationen über eine mögliche Wiederbelebung des Gimmicks auslöste.

Die Entstehung und Wirkung des „Rusev Day“

Ein wesentlicher Teil des Gesprächs widmete sich dem „Rusev Day“, der sich 2017 und 2018 zu einem der beliebtesten Chants in der WWE entwickelte. Rusev erklärte, dass die Idee ursprünglich nie als großes Konzept geplant gewesen sei, sondern lediglich als einfache Feier gedacht war. Dennoch habe sich das Ganze überraschend verselbstständigt. Während er als Heel auftrat, begann er zunehmend, mehr von seiner Persönlichkeit zu zeigen, was beim Publikum gut ankam. Einen entscheidenden Anteil daran habe auch Aiden English mit seinen Songs und Einleitungen gehabt.

Besonders das erste „Happy Rusev Day“-Shirt habe einen spürbaren Schub ausgelöst, als die Fans begeistert darauf reagierten. Von da an gewann das Phänomen immer mehr Dynamik. Die Anhänger chanteten den Slogan regelmäßig, Merchandise-Artikel folgten, und Rusev selbst zeigte sich überrascht, wie groß das Ganze wurde. Für ihn bleibt diese Phase eine besondere Zeit, deren Wirkung bis heute nachhallt.

Zur Frage eines möglichen vollständigen Babyface-Turns erklärte er: „Ich weiß nicht, ob es dafür jemals eine klare Richtung gab. Ich erinnere mich, dass ich ein paar Wochen lang nicht im Fernsehen zu sehen war, und ich habe mich gefragt: Was ist los? Warum bin ich nicht im TV? Gleichzeitig chanteten die Leute bei den Shows ‚Rusev Day‘. Es war nicht so, dass ich mir dachte: Dann halte ich mich eben raus und überlasse es anderen. Ich hatte immer das Gefühl, dass das gut für die Show ist, doch wenn die Fans etwas chanten, sollte man ihnen auch geben, was sie wollen. Deshalb habe ich angefangen, mich dafür einzusetzen, und gesagt: ‚Hey, lasst uns etwas daraus machen.‘ Dadurch bekam die Sache mehr Schwung. Am Ende wurde ich United States Champion.“

Zu der Frage, warum der Hype nicht noch größer wurde, sagte er: „Es gab viele Möglichkeiten. Ich bin dorthin gegangen, habe mit dem Chef (Vince McMahon) gesprochen und ihm offen meine Karten auf den Tisch gelegt. Ich habe alles getan, was ich konnte, aber was danach kam, lag nicht in meiner Hand.“

Zukunft und Karriereplanung

Abschließend sprach Rusev über seine langfristigen Pläne: „Ich habe gesagt, bis 45, und dann werde ich meinen Körper neu bewerten und schauen, wie es ihm geht. Bisher fühle ich mich jedenfalls großartig. So gut habe ich mich schon lange nicht mehr gefühlt, denn es ist nicht so, dass man jeden Tag Matches hat. Der Körper ist also viel besser geschützt. Ich achte viel mehr auf meinen Körper. Ich mache viel Stretching und gönne mir Massagen. Außerdem ernähre ich mich viel besser. Ich trainiere viel intelligenter. Ich passe also einfach auf meinen Körper auf und weiß, dass er sich um mich kümmern wird.“

Mit der Gründung einer eigenen Wrestling-Schule, seiner aktiven WWE-Rolle und klaren Vorstellungen für die kommenden Jahre befindet sich Rusev aktuell in einer Phase, in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft seiner Karriere eng miteinander verknüpft sind.

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