Roxanne Perez gehört zu den aufstrebenden Stars der WWE. In der aktuellen Ausgabe des Podcasts „INSIGHT with Chris Van Vliet“ gewährte sie einen seltenen und sehr persönlichen Einblick in ihre Karriere. Sie sprach darüber, wie ihre Leidenschaft für das Wrestling entstand, welche Rolle Booker T und Sharmell in ihrer Ausbildung spielten, welche Einflüsse ihre Heel-Persönlichkeit geprägt haben und wie sie den Sprung vom Independent-Bereich über Ring of Honor bis hin zu WWE geschafft hat. Außerdem schilderte sie offen, wie sie mit Druck umgeht, welche Bedeutung ihr Spitzname „The Prodigy“ für sie hat und wie sie die Herausforderungen beim Wechsel ins Main Roster gemeistert hat.
Die Entstehung einer Leidenschaft für Wrestling
Schon als Kind fühlte sich Roxanne Perez vom Wrestling angezogen. Sie erklärte, dass es nicht ein einzelner Moment gewesen sei, sondern viele kleine Erlebnisse, die ihre Leidenschaft entfachten. Besonders beeindruckte sie die Verbindung von Athletik und Storytelling, die das Wrestling einzigartig macht. Da sie schon früh sportlich aktiv war und gleichzeitig eine Begeisterung für Theater und Schauspielerei entwickelte, war die Kombination aus körperlicher Leistung und darstellerischem Ausdruck für sie eine ideale Mischung.
Einer der größten Auslöser für ihre Faszination war die legendäre Rivalität zwischen The Rock und John Cena. Perez erinnerte sich daran, wie sie die gesamte Geschichte dieser Fehde fesselte. Von den witzigen Segmenten rund um Fruity Pebbles bis hin zu den musikalischen Auftritten von The Rock – diese Epoche machte Wrestling für sie zu etwas Magischem und inspirierte sie, selbst in den Ring zu steigen.
Die ersten Schritte im Training mit Booker T
Im Alter von nur 16 Jahren begann Perez ihre Ausbildung bei Reality of Wrestling, der Promotion von WWE Hall of Famer Booker T. Dort musste sie früh lernen, wie hart die Branche ist, und gleichzeitig ihre schulischen Verpflichtungen meistern. Sie berichtete, dass sie oft ihre Hausaufgaben während der Busfahrten erledigte oder nach ihren Matches eilig Online-Tests schrieb, um Fristen einzuhalten. Dieser Spagat zwischen Wrestling und Schule prägte sie stark und zeigte ihre enorme Entschlossenheit.
Die Zusammenarbeit mit Booker T und seiner Frau Sharmell beschreibt sie rückblickend als entscheidend für ihre Entwicklung. Beide nahmen sie wie ein Familienmitglied auf. Booker T habe ihr Talent bereits früh erkannt und sie gefördert, während Sharmell für sie eine Art Mutterrolle übernahm. Perez betonte, wie dankbar sie dafür sei, dass Booker T sie trotz ihres jungen Alters ernst genommen und ihr den Weg in die Branche geebnet habe.
Einflussreiche Vorbilder für ihre Heel-Persönlichkeit
Ein zentrales Thema im Gespräch waren die Inspirationen für ihre aktuelle Charakterdarstellung als Heel. Perez nannte Eddie Guerrero als eine ihrer größten Einflüsse, da er es verstand, schon mit kleinen Gesten und seiner Mimik enorme Wirkung zu erzeugen. Auch CM Punk bezeichnete sie als wichtigen Einfluss, besonders wegen seiner Fähigkeit, polarisierende Charakterzüge überzeugend darzustellen. Darüber hinaus nannte sie AJ Lee und Alexa Bliss in deren „Goddess“-Phase als Inspiration. Diese Persönlichkeiten hätten ihr geholfen, einen eigenen Stil zu entwickeln, der ihre Rolle als Heel im Main Roster prägt.
„The Prodigy“ – Druck und Motivation zugleich
Der Spitzname „The Prodigy“ begleitet Roxanne Perez seit Jahren. Anfangs empfand sie den Namen als Bürde, da er große Erwartungen mit sich brachte. Sie fragte sich, ob sie dem Anspruch gerecht werden könne und ob ihre Leistungen den Erwartungen standhalten würden. Mit der Zeit wandelte sich dieses Gefühl jedoch in positiven Druck. Nach zehn Jahren im Wrestling sieht sie den Namen heute als Bestätigung ihrer Arbeit und ihres Fortschritts.
Perez erklärte, dass sie mittlerweile stolz darauf sei, sich mit etablierten Namen wie Asuka, Meiko Satomura oder Alexa Bliss messen zu können. Für sie sei der Spitzname nun ein Symbol für ihre Entwicklung und eine Erinnerung daran, dass sie sich ihren Platz in der WWE durch harte Arbeit erkämpft habe.
Der Weg zu ihrem Finisher „Pop Rox“
Auch die Entstehung ihres Finishers wurde im Podcast thematisiert. Gemeinsam mit Shawn Michaels und Matt Bloom suchte Perez nach einer Aktion, die zu ihr passen würde. Nach mehreren Experimenten entwickelte sich aus ihrem ursprünglichen „Code Red“ die Aktion, die heute als „Pop Rox“ bekannt ist. Interessanterweise entstand der Name in einem eher lockeren Gespräch. Zunächst hielten alle Beteiligten ihn für einen Scherz, doch schnell stellte sich heraus, dass der Titel perfekt zu ihrem Stil passte und sich bis heute durchgesetzt hat.
Von Reality of Wrestling zu Ring of Honor
Ihre ersten größeren Erfolge feierte Perez bei Reality of Wrestling, wo sie zur jüngsten Diamond Championess der Promotion wurde. Dieser Erfolg lenkte die Aufmerksamkeit von Ring of Honor auf sie. Dort nahm sie am neu eingeführten Women’s Championship Tournament teil, das nach der COVID-Pandemie stattfand, und konnte das Turnier für sich entscheiden. Damit wurde sie zur ersten ROH Women’s Championess, ein Erfolg, der ihren Namen in der Wrestling-Szene etablierte.
Als Ring of Honor schließlich seine Aktivitäten einstellte, kam der entscheidende Moment. Perez erhielt während des letzten Tapings einen überraschenden Anruf von William Regal, der ihr ein Tryout bei WWE anbot. Für sie war dies ein lebensverändernder Augenblick, den sie als Erfüllung eines langjährigen Traums beschreibt. Wenige Monate später stellte sie sich beim offiziellen WWE-Tryout vor und überzeugte die Verantwortlichen.
Der Weg ins WWE Main Roster und der Beitritt zu The Judgment Day
Perez sprach auch offen über die Zeit vor ihrem offiziellen Call-Up ins Main Roster. Im Jahr zuvor hatte sie darauf gehofft, bereits im WWE Draft ausgewählt zu werden, doch der Schritt erfolgte nicht. Statt sich entmutigen zu lassen, nutzte sie die Zeit, um ihre Promo-Fähigkeiten zu verbessern und an ihrer Heel-Persona zu arbeiten.
Ein Jahr später erfolgte der Sprung dann tatsächlich, und Perez wurde Teil der Gruppierung The Judgment Day. Für sie war dies der perfekte Einstieg, da die Gruppierung innerhalb kurzer Zeit zu einer der dominantesten bei WWE geworden ist. Sie empfindet es als Ehre, gemeinsam mit etablierten Stars aufzutreten und auf diese Weise ihre Main-Roster-Karriere zu beginnen. Rückblickend sieht sie den Zeitpunkt als optimal, da sie sich nun sowohl charakterlich als auch sportlich vollständig bereit fühlt.