Drew McIntyres verbale Treffer gehören längst zu seinem Auftreten bei WWE. Im Gespräch mit Comedian Dan Soder erzählt der Schotte nun, wie seine Sprüche entstehen und weshalb sie hinter den Kulissen nicht immer so verstanden werden, wie er sie gemeint hat.
Einige Kollegen fühlten sich persönlich angegriffen
McIntyre berichtete im „Soder“-Podcast, dass manche Wrestler auf seine Aussagen in Promos und sozialen Medien verärgert reagiert hätten. Aus seiner Sicht hätten sie dabei ihre Fernsehfigur mit ihrer tatsächlichen Person verwechselt. Seine verbalen Angriffe hätten sich gegen die dargestellten Charaktere gerichtet.
Er schilderte Situationen, in denen Kollegen ihn darauf angesprochen hätten, was er über sie geschrieben habe. Seine Antwort sei gewesen, dass der betreffende Beitrag ihrer Figur gegolten habe. McIntyre machte deutlich, dass er diese Unterscheidung auch von seinen Gesprächspartnern erwartet.
Wie McIntyre seinen eigenen Ton gefunden hat
Die Grundlage für seinen heutigen Stil entwickelte McIntyre nach eigener Darstellung während seiner Zeit außerhalb von WWE. Damals habe er gezielt an seinen Fähigkeiten am Mikrofon gearbeitet. Nach seiner Rückkehr habe er schließlich die passende Stimme und eine Figur gefunden, in der viel von seiner wirklichen Persönlichkeit stecke.
Dabei fiel ihm auf, dass er auch privat häufig andere Menschen aufziehe und damit für Gelächter sorge. Diesen Umgang beschrieb er als etwas, das ihm als Schotte vertraut sei. Irgendwann habe er sich gefragt, warum er diese Seite nicht stärker in seine Fernsehauftritte einbringen sollte.
Im Gespräch mit Soder unterschied er seine Herangehensweise von der eines Comedians. Er setze sich nicht hin, um systematisch ein Comedy-Programm zu schreiben. Vielmehr entstehe sein Humor oft im Gespräch. Diese persönliche Art habe er zunehmend auch auf seine Wrestling-Figur übertragen.
Seiner Schilderung zufolge ging es so weit, dass manche Kollegen die Bemerkungen nicht mehr ausschließlich als Teil der Darstellung auffassten. Für McIntyre bleibt die Trennung dennoch entscheidend: Eine Figur kann Eigenschaften ihres Darstellers übernehmen, ohne dass jeder Angriff gegen sie automatisch eine persönliche Abrechnung sein muss.
Seine Frau bekam eine Promo-Idee zuerst zu hören
Ein konkretes Beispiel für die Entstehung seiner Sprüche lieferte McIntyre ebenfalls. Manche Ideen kämen ihm unter der Dusche. Dann rufe er seine Frau hinzu und erzähle ihr, was ihm eingefallen sei. Ein Augenrollen wertete er dabei scherzhaft als gutes Zeichen.
Laut McIntyre entstand so eine Spitze gegen CM Punks Straight-Edge-Lebensstil und dessen Verletzungspausen. Die Pointe verband Punks Verzicht auf Alkohol und Zigaretten mit dem englischen Begriff „rehab“, der sowohl für Entzug als auch für Rehabilitation verwendet wird. Den Spruch setzte er später im WWE-TV ein. Die Anekdote zeigt, wie aus einer privaten Idee eine gezielt platzierte Bemerkung für seine Auftritte wurde.
Auch über seinen persönlichen Antrieb sprach McIntyre. Nach seiner Entlassung aus der WWE hat ihn der Wunsch motiviert, anderen etwas zu beweisen. Inzwischen betrachte er vor allem sich selbst als Maßstab. Zu dieser Einstellung zu gelangen, hat allerdings lange gedauert.
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