Paul Wight über Karriereende und AEW-Zukunft: Kein Abschiedsmatch garantiert

Paul Wight mit ernstem Gesichtsausdruck

Paul Wight hat sich bei Chris Van Vliet offen zu seiner aktuellen Situation bei All Elite Wrestling sowie zu seiner Karriere im Wrestling geäußert. Der frühere Big Show machte deutlich, dass er kein perfektes Karriereende erwartet, gleichzeitig arbeitet er intensiv an einem möglichen Comeback im Ring. Seine Aussagen sind interessant, da sie Einblicke in seine Zukunftspläne, seine Rolle im Wrestling und seine Sicht auf frühere WWE-Entscheidungen geben.

Kein Anspruch auf ein perfektes Karriereende

Paul Wight sprach offen darüber, dass ein großes Abschiedsmatch für ihn keineswegs selbstverständlich ist. Nachdem er in den vergangenen Monaten seine körperliche Transformation gezeigt und eine Rückkehr angedeutet hatte, stellte er klar, dass er nicht auf ein inszeniertes Ende seiner Karriere hinarbeitet. „Ich weiß, dass es gerade total angesagt ist, dass jeder seine Geschichte schreiben möchte – davon kann ich schon gar nicht mehr hören,“ sagte er.

Wight verdeutlichte, dass er sich bewusst von dieser Erwartung distanziert. Stattdessen betrachtet er seine Situation realistisch und konzentriert sich darauf, sich körperlich so vorzubereiten, dass ein weiterer Einsatz im Ring überhaupt möglich ist. Dabei steht für ihn nicht das Ende im Vordergrund, sondern der Weg zurück in den Ring.

„Nicht jeder bekommt eine Storyline. Vielleicht bekomme ich auch keine. Vielleicht bekomme ich auch kein Abschiedsmatch. Ich sehe das ganz realistisch. Ich muss bestimmte Dinge tun und mich selbst in die Pflicht nehmen, um eine Position zu erreichen, in der ich aus Spaß an der Sache antreten kann – aus keinem anderen Grund, als dass ich einfach Spaß im Ring haben möchte.“

Neue Prioritäten im späteren Karriereabschnitt

Mit Blick auf seine aktuelle Rolle machte Wight deutlich, dass er keine Ambitionen mehr verfolgt, im Titelgeschehen mitzuwirken oder eine führende Position einzunehmen. Stattdessen liegt sein Augenmerk darauf, seine verbleibende Zeit sinnvoll zu nutzen und seine Erfahrung weiterzugeben.

„Ich mache mir keineswegs etwas vor, dass ich noch um Championships kämpfen und ein Team anführen werde. Diese Zeiten sind vorbei. Es gibt nichts, was ich tun könnte, um meine Karriere noch größer oder besser zu machen.“

Sein Fokus liegt darauf, die letzten Jahre seiner aktiven Laufbahn bewusst zu erleben und gleichzeitig jüngere Talente zu unterstützen. Dabei betonte er, dass dies eine bewusste Entscheidung ist und nicht aus Zwang geschieht.

„Ich kann nur die letzten Jahre genießen, die mir noch bei AEW verbleiben, und hoffentlich Spaß mit einigen der jüngeren Talente haben und ihnen etwas von dem weitergeben, was mir selbst vermittelt wurde. Ich könnte ansonsten auch zu Hause sitzen und Videospiele spielen.“

Abschließend erklärte er, warum er trotz fehlender großer Ziele weiterhin so viel Einsatz zeigt. „Aber ich mache das, weil ich weiß, was mir das bedeutet, und weil ich weiß, wie wichtig es mir hier ist.“

Rückblick auf WWE-Zeit und Rollenwechsel

Neben seiner aktuellen Situation blickte Wight auch auf seine Vergangenheit bei der WWE zurück und thematisierte die zahlreichen Rollenwechsel zwischen Heel und Babyface. Was ihn früher noch gestört hatte, beurteilt er heute ganz anders. Auslöser für diesen Wandel war ein Gespräch mit Arn Anderson. Dieses Gespräch brachte ihn dazu, seine eigene Rolle neu einzuordnen. Anstatt sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen, erkannte er, dass seine Stärke vielmehr darin lag, andere Wrestler in Szene zu setzen und ihnen den Weg zu ebnen.

„Mit dem, was wir machen, konnte ich ein guter Gegner sein. Ich persönlich glaube nicht, dass ich jemals Champion hätte werden sollen. Man braucht keinen Riesen, um Champion zu sein – man braucht den Riesen als Hindernis für den kommenden Champion. Man braucht so etwas wie eine Mauer oder einen Berg – etwas, das überwunden werden muss, damit das nächste Talent seinen Weg machen kann.“

Titelgewinne als Anerkennung statt langfristiger Planung

Wight erklärte zudem, dass seine eigenen Titelgewinne eher als Anerkennung für seine Leistungen zu verstehen seien und nicht unbedingt Teil einer langfristigen Strategie waren. Rückblickend zeigt er sich mit diesem Verlauf zufrieden.

„Als ich den Titel damals gewonnen habe, lag das vor allem daran, dass ich über Jahre hinweg immer wieder in Titelmatches stand, ihn aber nie holen konnte. Irgendwann kam wohl der Punkt, an dem man gesagt hat: Er ist schon so lange dabei, jetzt bekommt er den Titel auch, damit seine Arbeit anerkannt wird.

Für mich war das völlig in Ordnung. Ich habe diesen Moment genossen. Wenn ich heute auf meine Karriere zurückblicke, bin ich vor allem stolz darauf, mit vielen großen Namen gearbeitet zu haben. Mit Cody und Roman hatte ich starke Programme, und auch mit Kofi, Woods oder Cesaro sind einige richtig gute Momente entstanden, die mir viel bedeuten.“

Selbstbild und Rolle im Wrestling

In seiner Einschätzung seiner eigenen Karriere positionierte sich Wight bewusst nicht auf einer Stufe mit den größten Stars der Branche. Er beschreibt sich selbst als flexible Figur, die verschiedene Rollen übernehmen konnte.

„Mir war schon immer klar, dass ich – und das ist keineswegs selbstironisch gemeint – kein Hauptdarsteller bin. Ich bin nicht The Rock, Stone Cold oder John Cena. Ich bin nicht der Hauptdarsteller. Ich bin der lustige Sidekick oder ich bin Thanos, der Heel – und das ist okay.“

Diese Selbstwahrnehmung erklärt auch die zahlreichen Rollenwechsel während seiner WWE-Zeit, die aus seiner Sicht notwendig waren.

„Von mir wurde erwartet, ständig zwischen den Rollen als Heel und Babyface zu wechseln. Mit der Zeit habe ich verstanden, was meine eigentliche Aufgabe in diesem Geschäft ist. Es geht darum, Matches gut zu gestalten, meinen Gegner bestmöglich darzustellen und ihm zu helfen, im Rampenlicht zu stehen. Und dazu gehört auch, mich selbst stark zu präsentieren.“

Update zur AEW-Zukunft und möglichem Comeback

Paul Wight arbeitet aktuell intensiv daran, körperlich wieder in Form zu kommen, um möglicherweise noch einmal für AEW in den Ring zu steigen. Nachdem ihn seit 2018 mehrere Operationen und Reha-Phasen ausgebremst hatten, fühlt er sich inzwischen deutlich besser.

Er hat bereits deutlich an Gewicht verloren und arbeitet weiterhin daran, seine körperliche Verfassung zu verbessern, um wieder auf einem guten Niveau im Ring performen zu können. Für ein mögliches In-Ring-Comeback knüpft er seinen eigenen Anspruch daran, das Produkt zu unterstützen und nicht zu schwächen. Aktuell liegt sein Gewicht nach eigenen Angaben bei rund 386 Pfund (ca. 175 kg), wobei er ein Ziel von etwa 350 Pfund, also rund 159 Kilogramm, anstrebt.

Gleichzeitig muss er sich an seinen veränderten Körper anpassen, da unter anderem künstliche Knie und Hüften sein Bewegungsgefühl beeinflussen. Sein letztes AEW-Match fand im November 2023 statt.

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