Oba Femi hat die NXT Championship nicht in einem Match verloren, sondern bewusst abgegeben. In der Ausgabe des „No Contest Wrestling Podcast” äußerte sich der ehemalige Titelträger ausführlich zu den Hintergründen seines Auftritts bei NXT New Year’s Evil im Januar 2026. Dabei stellte er klar, dass sein Abschied von NXT bereits länger geplant gewesen sei und mit seinem Wechsel in das Main Roster der WWE zusammenhing.
Wörtlich erklärte er: „Ich wusste es schon seit einiger Zeit, noch bevor ich den NXT-Titel abgegeben habe. Ich wusste, dass dies einer der Gründe für diesen Schritt sei. Mir war bereits ein Platz im Main Roster zugesichert worden. Ich hatte meinen Vertrag bereits unterschrieben – mir war nur noch keine Marke zugewiesen worden.“
Nach seinen Angaben hatte NXT aus seiner Sicht die Aufgabe erfüllt, ihn auf die nächste Stufe vorzubereiten. Als entscheidenden Moment bezeichnete er seine Beteiligung an einem Match im Rahmen von John Cenas Abschiedstour, bei dem er mit Cody Rhodes zusammenarbeitete. Dieser Auftritt habe sein Selbstvertrauen gestärkt und ihm bestätigt, dass er bereit für größere Aufgaben sei.
Er formulierte es wie folgt: „Zu diesem Zeitpunkt war ich der Meinung, dass NXT alles getan hatte, um mich auf das Main Roster vorzubereiten. Ich durfte bei Saturday Night’s Main Event während John Cenas Rücktritt mit Cody Rhodes zusammenarbeiten. Das hat mir bestätigt, dass ich dazugehöre. Ich war also sehr zuversichtlich, als ich berufen wurde. Ich war bereit für diesen Moment. Das Einzige, was mir noch blieb, war, die Zeit bei NXT zu überstehen und das habe ich auch geschafft.”
Im Februar wurde Joe Hendry zum neuen NXT-Champion gekrönt. Für Oba Femi stand sein Abschied jedoch nicht im Zeichen einer klassischen Titelübergabe, sondern eines klaren Übergangs in eine neue Phase seiner Karriere. Über seine Position im Main Roster sagte er: „Jetzt bin ich im Main Roster und für viele Leute ist das sehr real. Das zeigt mir, wie das Unternehmen mein Kaliber einschätzt.“
Er ergänzte, dass sein Abgang kein Zufall gewesen sei, sondern mit klarer Absicht erfolgt sei. Nun wolle er allen, die den Sprung ins Main Roster schaffen, beweisen, dass dieser Schritt nicht grundlos oder für irgendwen gemacht wurde. Man habe es bei ihm nicht mit einem gewöhnlichen Nachwuchstalent zu tun, sondern mit einem zukünftigen Superstar.
Keine Schubladen: Oba Femi lehnt klassische Rollenbilder ab
Seit seinem Wechsel ins Main Roster wird diskutiert, ob Oba Femi als Heel oder als Babyface positioniert wird. Seine Auftritte, unter anderem beim Royal Rumble, führten zu gemischten Publikumsreaktionen, die sich nicht eindeutig einem klassischen Rollenbild zuordnen ließen. Im selben Podcast nahm er auch zu dieser Frage Stellung.
Auf die Frage, ob er sich selbst eher als Babyface oder Heel einordnen würde, stellte er klar, dass er sich in keine dieser klassischen Kategorien pressen lasse. Er sei einfach er selbst. Genau darin liege für ihn der Reiz der Rolle: Wenn die Zuschauer nicht eindeutig sagen können, ob jemand nun der „Gute“ oder der „Böse“ ist, entsteht eine besondere Spannung.
Er betonte zudem, dass Wrestling aus seiner Sicht zunehmend über dieses einfache Schwarz-Weiß-Denken hinauswachsen würde. Statt klarer Babyfaces und Heels gehe es vielmehr um echte Persönlichkeiten. Entscheidend sei, Figuren zu präsentieren, mit denen sich die Zuschauer identifizieren und zu denen sie eine emotionale Verbindung aufbauen können.
Als Beispiele für Charaktere, die seiner Meinung nach längst über klassische Gut-gegen-Böse-Zuschreibungen hinausgewachsen sind, verwies er auf mehrere WWE-Legenden. Nur wenige hätten es geschafft, eine derart starke und konstante Reaktion beim Publikum auszulösen – etwa The Undertaker, Steve Austin oder The Rock.
Er erklärte, dass es irgendwann einen Punkt gebe, an dem eine Figur so überzeugend sei, dass es keine Rolle mehr spiele, ob sie etwas „Gutes“ oder „Schlechtes“ tut – die Zuschauer stünden trotzdem hinter ihr. Genau diese besondere Position sei außergewöhnlich, und er sehe seinen eigenen Charakter aktuell auf einem ähnlichen Weg.
Mit dieser Haltung positioniert sich Oba Femi bewusst jenseits der klassischen Einteilung in Face oder Heel und betont stattdessen die Wirkung seiner Präsenz und Persönlichkeit.
John Cenas Rat und die Veränderung seiner Ringpräsenz
Neben seiner eigenen Philosophie sprach Oba Femi auch über den Einfluss von John Cena auf seine Entwicklung. Vor seinem vollständigen Wechsel ins Rampenlicht habe er wertvolle Hinweise von Cena erhalten, die seine Art zu performen nachhaltig geprägt hätten.
Über John Cena erklärte er zunächst, dass dieser es genieße, im Mittelpunkt zu stehen. Damit meine er jedoch nicht bloß Selbstdarstellung, sondern Cenas starkes Gespür für besondere Momente. Als Beispiel führte er eine frühere Szene bei einem Wrestling-Event an, bei der ein großer Ball von den Fans durch die Zuschauerränge geworfen wurde. Cena soll damals Cesaro aufgefordert haben, den Ball zu holen und ihn zum Platzen zu bringen – ein spontaner Moment, der für eine direkte Einbindung des Publikums sorgte und in Erinnerung blieb.
Er betonte, dass Cena großen Wert auf solche Interaktionen lege. Zwar verstehe dieser, dass NXT unter Shawn Michaels für ein hohes Tempo und einen intensiven Wrestling-Stil stehe. Dennoch habe Cena ihm geraten, sich bewusst Zeit für das Publikum zu nehmen, mit den Zuschauern zu arbeiten und prägende Augenblicke zu schaffen. Solche Momente seien entscheidend, damit Fans eine Verbindung aufbauen und sich langfristig an einen erinnern.
Abschließend betonte er: „Das ist also eines der Dinge, die John mir vermittelt hat und die mir im Gedächtnis geblieben sind. Das war unter vielen anderen Dingen ein ziemlich wichtiges, aber das war die wichtigste Erkenntnis.“
Oba Femi wird bei der diesjährigen WrestleMania in einem Singles Match auf Brock Lesnar treffen. Für den aufstrebenden Superstar stellt dieses Duell eine der größten Chancen seiner bisherigen Karriere dar.
Ein Match gegen einen der dominantesten und bekanntesten Namen im Wrestling bietet Femi die Möglichkeit, sich auf der größten Bühne von WWE endgültig zu beweisen und sich als ernst zu nehmender Top-Star zu etablieren. Ein überzeugender Auftritt oder sogar ein Sieg könnte seine Position im Roster nachhaltig stärken und ihm den Durchbruch sichern.
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