Brock Lesnars Auftritt bei Survivor Series WarGames sorgte nicht nur bei den Zuschauern für Begeisterung, sondern offenbarte auch intern eine hohe Wertschätzung. WWE-Präsident Nick Khan sprach im Gespräch mit Daniel Cormier offen über seine Eindrücke und erläuterte, wie Lesnar sowohl in der öffentlichen Wahrnehmung als auch innerhalb des Unternehmens gesehen wird.
Khan reagierte dabei zunächst auf Cormiers Aussage, dass Lesnar bei seinem jüngsten Auftritt „gefährlicher als je zuvor“ ausgesehen habe. Cormier beschrieb die physische Präsenz Lesnars als etwas, das ihn sofort daran erinnere, warum dieser Mann über Jahre hinweg als einer der imposantesten Athleten der WWE galt. Khan nahm diese Beobachtung zum Anlass, einen seltenen Blick hinter die Kulissen zu gewähren.
Er erklärte, dass Lesnar bewusst seine einschüchternde Wirkung einsetze, sobald er einen Raum betritt, und formulierte es mit den Worten: „Wenn er einen Raum betritt, sieht er aus wie der böseste Typ auf dem Planeten und ist es meistens auch.“ Dieses Zitat verdeutlichte, wie stark Lesnar seine öffentliche Persona verkörpert. Gleichzeitig machte Khan klar, dass die Realität hinter den Kulissen eine andere Nuance besitzt.
Khan betonte, dass Lesnar in der Zusammenarbeit zuverlässig, respektvoll und professionell ist. Besonders hob er hervor: „Es ist toll, mit ihm zu arbeiten. Es ist ganz einfach. Solange er die Dinge im Voraus weiß, gibt es keine Probleme. Wir fühlen uns geehrt, ihn wieder dabei zu haben. Ich bin froh, dass er hier ist.“
Wie Nick Khan die finanzielle Struktur der WWE einschätzt
In einem weiteren ausführlichen Gespräch mit Max Kellerman im Ring Magazine sprach Nick Khan auch über die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Kampfsports. Dabei ging es auch um die Frage, warum es im Boxsport kaum eine funktionierende Mittelklasse gibt und weshalb dies bei WWE auf andere Art strukturiert ist.
Kellerman erwähnte, dass Boxen traditionell eine enorme Kluft zwischen den Topstars und dem Rest des Teilnehmerfeldes aufweise. Viele Boxer würden zwar Profi werden, aber nur wenige könnten tatsächlich von ihrem Sport leben. Khan bestätigte diese Beobachtung und erklärte, dass der Boxsport historisch bedingt kaum Modelle geschaffen habe, um Athleten langfristige finanzielle Sicherheit zu gewährleisten.
Im Gegensatz dazu stellte Khan die WWE als Unternehmen dar, das für unterschiedliche Leistungsniveaus stabile Verdienstmöglichkeiten bietet. Er führte aus: „Wenn es also eine Leistungsgesellschaft ist, wenn man es an die Spitze schafft und marktfähig ist, wird man bezahlt. So sollte es bei jedem Job sein. Bei Ihrem Job, meinem Job, jedem Job.“
Damit betonte Khan, dass wirtschaftlicher Erfolg bei WWE klar an Marktwert und Leistung gebunden sei. Gleichzeitig erläuterte er, dass die Gehaltsstruktur auch für Midcard-Wrestler solide Perspektiven bietet. Khan sagte dazu: „Wenn man in der Mitte ist, wird man nicht reich, aber man hat ein wirklich gutes Leben.“
Er ergänzte, dass die absoluten Topstars des Unternehmens selbstverständlich in einer anderen Kategorie verdienen. Um das zu verdeutlichen, nannte Khan konkrete Beispiele: „Wenn man Roman Reigns ist, Brock Lesnar, Cody Rhodes, CM Punk oder einer der anderen Jungs an der Spitze unseres Sports, dann wird man reich.“
Diese Aussagen unterstreichen, wie klar die Hierarchien innerhalb der WWE definiert sind. Gleichzeitig spiegeln sie wider, dass WWE anders als Boxen oder Teile der MMA eine wirtschaftlich breitere Basis geschaffen hat. Khan betonte, dass die WWE im Rahmen von TKO an langfristigen, stabilen Modellen arbeite, die sowohl für Spitzenkräfte als auch für gut positionierte Midcard-Talente tragfähige Karrieren ermöglichen.
Die „Daniel Cormier-Ticketgrenze“ und was sie über WWE-Gastlisten verrät
Ein besonders aufschlussreicher Teil von Khans jüngsten öffentlichen Auftritten betraf die Regelung rund um Freikarten bei WWE-Veranstaltungen. In einem Gespräch auf Daniel Cormiers YouTube-Kanal erzählte der WWE-Präsident, wie innerhalb des Unternehmens eine Obergrenze entstanden ist, die inoffiziell den Namen des früheren UFC-Champions trägt.
Khan erklärte, dass die WWE normalerweise nur wenige Anfragen für Freikarten erhält, meist für eine oder zwei Begleitpersonen. Das sei gut planbar und entspreche dem üblichen Ablauf bei Live-Events. Doch Daniel Cormier habe dieses System deutlich übertroffen. Khan beschrieb die Situation so: „Nehmen wir einmal an, die meisten Anfragen lauten: ‚Hey, ich möchte mit einer Begleitperson kommen, vielleicht sogar mit zwei.‘“ Weil Cormier jedoch weit größere Gruppen mitbringen wollte, habe die WWE vor ein oder zwei Jahren eine besondere interne Obergrenze eingeführt, die intern als „Daniel-Cormier-Grenze“ bekannt ist.
Khan führte weiter aus, dass Cormiers Ticketwünsche so deutlich über dem Normalmaß lagen, dass sie im WWE-Hauptquartier fast schon zum Running Gag wurden. Mit einem Augenzwinkern erinnerte er sich an Situationen, in denen er Cormier zu Veranstaltungen einlud und dieser antwortete, er werde „mit 438 weiteren Leuten“ erscheinen.
Während des Gesprächs bestätigte Cormier, dass es ihm besonders wichtig sei, jungen Schülern aus seinen Wrestling-Klassen den Besuch einer WWE-Veranstaltung zu ermöglichen.
Cormier nutzte die Gelegenheit, um sich öffentlich zu bedanken, und erklärte, wie sehr er es schätze, jungen Talenten diese Erlebnisse zu ermöglichen. Mit den Worten „Ich mache Träume wahr“ verdeutlichte er, weshalb ihm große Gruppenbesuche ein wichtiges Anliegen sind.