Rund um AEW könnten in den kommenden Monaten mehrere Weichen gestellt werden, die weit über einzelne Shows hinausgehen. Während sich bei einem milliardenschweren Mediengeschäft wichtige Hindernisse auflösen, gibt es gleichzeitig neue Informationen zur langfristigen Zukunft zweier Talente, die derzeit kaum im TV zu sehen sind.
Paramount-Warner-Bros.-Discovery-Deal räumt wichtiges Hindernis aus dem Weg
Die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount ist einen bedeutenden Schritt vorangekommen. Paramount hat sich mit Kalifornien und weiteren US-Bundesstaaten geeinigt, die den milliardenschweren Zusammenschluss aus kartellrechtlichen Gründen gerichtlich stoppen wollten. Damit wurde eines der größten noch offenen Hindernisse aus dem Weg geräumt. Vollständig abgeschlossen ist die Übernahme allerdings noch nicht. Paramount bezeichnet die Transaktion weiterhin als geplante Akquisition, während noch einzelne formale Schritte bis zum endgültigen Vollzug ausstehen.
Im Rahmen der Einigung machte Paramount mehrere Zusagen. Unter anderem soll das Unternehmen künftig mindestens 30 Kinofilme pro Jahr veröffentlichen und über fünf Jahre insgesamt mindestens 1,5 Milliarden US-Dollar zusätzlich in Film- und Fernsehproduktionen in den USA investieren. Auch für CNN und CBS News sind unabhängige Gremien zur Wahrung der journalistischen Unabhängigkeit vorgesehen. Hintergrund sind Bedenken, dass nach Abschluss der Übernahme zwei große amerikanische Nachrichtensender unter demselben Konzernverbund stehen würden.
Für AEW ist diese Entwicklung besonders relevant, weil Warner Bros. Discovery weiterhin der wichtigste Medienpartner des Unternehmens ist.
Tony Khan blickt optimistisch auf die neue Medienlandschaft
AEW-Präsident Tony Khan hatte bereits vor Monaten deutlich gemacht, dass er die Übernahme positiv bewertet. Er erklärte öffentlich, den Zusammenschluss für eine gute Entwicklung für AEW zu halten, und zeigte sich überzeugt, dass das Unternehmen auch unter einer Paramount-Führung eine Zukunft im bisherigen Medienumfeld haben werde. Khan kennt Paramount-Chef David Ellison und hat bestätigt, bereits mit ihm gesprochen zu haben.
Was daraus konkret für AEW entstehen könnte, ist allerdings weiterhin offen. Dave Meltzer brachte zuletzt mehrere mögliche Szenarien ins Gespräch. Dazu gehören AEW-Inhalte auf Paramount+, einzelne Specials auf CBS oder eine neue Vertriebsstruktur für die Pay-per-Views des Unternehmens. Dabei handelt es sich jedoch ausdrücklich um Möglichkeiten und nicht um bestätigte Pläne. Paramount hat bislang weder einen neuen Vertrag mit AEW angekündigt noch öffentlich erklärt, AEW-Inhalte auf CBS oder Paramount+ ausbauen zu wollen.
Der aktuelle Medienvertrag zwischen AEW und Warner Bros. Discovery läuft bis Ende 2027. Zusätzlich existiert eine Option für 2028. Berichte, wonach Warner Bros. Discovery diese Option bereits endgültig abgelehnt habe, wurden bislang nicht bestätigt und in der Vergangenheit von AEW sowie Warner Bros. Discovery zurückgewiesen.
UFC-Deal soll Gespräche mit anderer Wrestling-Promotion abgekühlt haben
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält die Situation durch eine neue Aussage von Dave Meltzer. Seinen Informationen zufolge führte eine nicht näher benannte Wrestling-Promotion vor etwas mehr als einem Jahr Gespräche mit hochrangigen Paramount-Verantwortlichen über einen möglichen Platz auf Paramount+. Es habe keinen unterschriebenen Vertrag gegeben, die Promotion sei jedoch optimistisch gewesen, eine Vereinbarung erzielen zu können. Die Lage soll sich jedoch verändert haben, nachdem Paramount einen umfangreichen Medienrechtevertrag mit der UFC abgeschlossen hatte. Anschließend seien die Gespräche mit der Wrestling-Promotion deutlich abgekühlt.
Welche Liga betroffen war, ist nicht bekannt. Entsprechend wäre jede Zuordnung zu TNA, MLW oder einem anderen Unternehmen reine Spekulation. Meltzer erklärte außerdem, dass Verantwortliche dieser Promotion selbst vermutet hätten, TKO-Chef Ari Emanuel könne bei der Entwicklung eine Rolle gespielt haben. Für einen solchen Einfluss gibt es allerdings keinen Beleg.
Gleichzeitig verhindert der UFC-Vertrag nicht grundsätzlich, dass Paramount künftig auch Wrestling-Inhalte überträgt. Laut früheren Berichten enthält die Vereinbarung keine Exklusivitätsklausel, die einen Deal mit AEW ausschließen würde. Damit bleibt die Lage für Tony Khans Unternehmen offen. Die Übernahme bringt zwar neue Möglichkeiten mit sich, garantiert AEW aber noch keine zusätzlichen Sendeplätze oder Plattformen.
Kip Sabian und Penelope Ford offenbar langfristig bei AEW gebunden
Abseits der großen Medienfragen gibt es auch neue Informationen zu zwei langjährigen Mitgliedern des AEW-Rosters. Kip Sabian und Penelope Ford sollen trotz anderslautender Spekulationen noch mehrere Jahre unter Vertrag stehen.
Nach Informationen von Fightful haben Quellen aus dem Umfeld von AEW angedeutet, dass beide ihre Verträge bereits zu einem früheren Zeitpunkt stillschweigend verlängert haben. Ein kurzfristiger Wechsel der beiden Talente dürfte damit vorerst kein Thema sein. Sabian und Ford gehören seit den Anfangsjahren zu AEW. Auffällig ist allerdings, dass beide derzeit kaum bis gar nicht im regulären TV-Programm zu sehen sind.
Penelope Ford weiterhin ohne Termin für ihre Rückkehr
Bei Ford liegt das vor allem an einer Verletzung. Sie fehlt seit Februar, nachdem sie sich bei Dynamite am Knöchel verletzt hatte. Zunächst bestand noch die Hoffnung auf eine kürzere Pause. Später erklärte Tony Khan jedoch, dass Ford möglicherweise mehrere Monate ausfallen könne. Inzwischen fehlt sie seit rund sieben Monaten, ohne dass ein konkreter Termin für ihre Rückkehr bekannt ist.
Auch Kip Sabian war zuletzt nur selten im Einsatz. Sein bislang letzter dokumentierter Wrestling-Auftritt fand im April bei ROH statt. Dass AEW beide dennoch langfristig gebunden haben soll, deutet darauf hin, dass das Unternehmen weiterhin mit ihnen plant.
Hinterlasse jetzt einen Kommentar