Die erste Raw-Ausgabe aus Mexiko-Stadt seit 15 Jahren sollte für die WWE etwas ganz Besonderes werden. Nach den inzwischen vorliegenden Streamingzahlen scheint dieses Konzept nicht nur beim Publikum, sondern auch beim wichtigsten Medienpartner der Show funktioniert zu haben.
Netflix soll von Raw in Mexiko-Stadt begeistert gewesen sein
Die Raw-Ausgabe vom 14. September erreichte weltweit 3,1 Millionen Views auf Netflix und wurde damit zur meistgesehenen Episode der Show seit der Raw-Ausgabe nach WrestleMania im April. Weltweit belegte Raw in dieser Woche Platz sechs der englischsprachigen Netflix-Serien. In den Vereinigten Staaten erreichte die Show Rang vier.
Besonders positiv wurde das Ergebnis hinter den Kulissen offenbar deshalb bewertet, weil WWE am selben Abend mit erheblicher Konkurrenz leben musste. Zeitgleich fand der Auftakt der neuen Monday-Night-Football-Saison statt. Die Denver Broncos trafen dabei auf die Kansas City Chiefs. Laut WrestleVotes Radio waren sowohl WWE als auch Netflix mit den Zahlen und der allgemeinen Resonanz auf die Show ausgesprochen zufrieden.
Netflix wünscht sich häufiger große Stars und bedeutende Matches
Der Erfolg soll nun auch Einfluss darauf haben, welche Art von Raw-Ausgaben Netflix künftig gerne häufiger sehen würde. Dem Bericht zufolge möchte der Streamingdienst regelmäßig größere Namen und bedeutendere Matches in der wöchentlichen Show präsentieren. Dabei geht es offenbar darum, Raw häufiger den Charakter einer Veranstaltung zu geben, die Zuschauer nicht ohne Weiteres auslassen möchten.
Die Ausgabe aus Mexiko-Stadt wurde im Vorfeld ungewöhnlich stark beworben. Insbesondere das World Heavyweight Championship Match zwischen Roman Reigns und Penta erhielt eine Präsentation, die normalerweise eher größeren Premium Live Events vorbehalten ist.
Unter anderem produzierte die WWE spezielle Werbung rund um Reigns und die Luchadores, die zuvor am Turnier um seine nächste Titelverteidigung teilgenommen hatten. Das Match wurde schließlich zum Main Event und war einer der zentralen Faktoren für die große Aufmerksamkeit, die die Show erhielt.
Roman Reigns, Cody Rhodes und CM Punk waren Beispiele – keine Netflix-Forderungen
In der anschließenden Diskussion bei WrestleVotes Radio wurden mehrere prominente Namen genannt, die theoretisch häufiger für solche Raw-Momente sorgen könnten. Dazu gehörten Roman Reigns, Cody Rhodes, CM Punk und Oba Femi. Auch Brock Lesnar wurde als Beispiel dafür angeführt, wie besonders ein seltenes Match eines großen Stars bei Raw wirken könnte.
WWE setzt bereits häufiger auf große TV-Matches
Innerhalb von WWE scheint diese Richtung ohnehin bereits seit einiger Zeit verfolgt zu werden. Bei WrestleVotes wurde darauf verwiesen, dass das Unternehmen bedeutende Matches nicht mehr ausschließlich für Premium Live Events zurückhält. Als Beispiele wurden unter anderem CM Punks Rückkehr sowie dessen TV-Matches gegen Kevin Owens und Sami Zayn genannt. Auch Roman Reigns gegen Penta passt in dieses Muster.
Diese Strategie kann für die wöchentlichen Shows einen erheblichen Vorteil bieten. Wenn wichtige Rivalitäten und hochkarätige Matches nicht nur bei Premium Live Events stattfinden, steigt die Bedeutung einzelner Raw- oder SmackDown-Shows. Nach dem Ergebnis aus Mexiko-Stadt dürfte dieser Ansatz Netflix nun zusätzlich gefallen.
Zu viele große Matches könnten ihre Wirkung verlieren
Die neue Richtung bringt allerdings auch eine Herausforderung mit sich. Roman Reigns hat einen besonderen Stellenwert, da seine Matches im regulären WWE-TV vergleichsweise selten sind. Würde die WWE solche Begegnungen plötzlich jede Woche präsentieren, könnte ein Teil dieser besonderen Wirkung verloren gehen. Genau diese Frage wurde auch bei WrestleVotes diskutiert.
Netflix scheint deshalb weniger an einer inflationären Verwendung einzelner Stars interessiert zu sein als an einem regelmäßig größeren Event-Charakter von Raw. Mit der Veranstaltung in Mexiko-Stadt hat WWE offenbar bewiesen, dass diese Strategie funktionieren kann: ein besonderer Austragungsort, intensive Werbung, ein großer Star und ein bedeutendes Championship-Match.