Die Diskussion um die Jahresendauszeichnungen 2025 des Wrestling Observer Newsletter hat eine deutliche Reaktion ausgelöst. Im Mittelpunkt steht Booker T, der in der Kategorie „Schlechtester TV-Kommentator“ mit 516 Stimmen auf dem ersten Platz landete – wir berichteten. Inzwischen hat sich der langjährige WWE-Hall-of-Famer und NXT-Kommentator in seinem „Hall of Fame“-Podcast ausführlich dazu geäußert und seine Kritik direkt an Dave Meltzer gerichtet.
Deutliche Kritik an der Auszeichnung und an Meltzer
Booker T machte deutlich, dass er weder die Existenz dieser Kategorie noch die Verantwortlichen hinter der Veröffentlichung ernst nimmt. Seiner Ansicht nach ist es unsinnig, überhaupt eine solche Auszeichnung zu vergeben. Er sagte, dass sich Dave Meltzer vom „Wrestling Observer” zwar als Wrestling-Historiker etabliert habe, er persönlich jedoch keinen Mehrwert in einer derartigen Kategorie sehe und sie für überflüssig halte.
Zudem stellte er infrage, ob die Abstimmung tatsächlich leistungsbezogen gewesen sei. In diesem Zusammenhang verwies er auf persönliche Spannungen, die aus einer früheren Begegnung mit Dave Meltzer auf der Jericho Cruise resultieren. „Ich persönlich nehme das nicht als Angriff“, sagte er. Das ist nur Dave Meltzer, der mich angreift, wahrscheinlich wegen dessen, was auf der Jericho Cruise passiert ist: „Ich habe Meltzer in die Enge getrieben und ihm gedroht, ihm die Ohren abzureißen. Das habe ich gesagt, und Dave hatte ziemliche Angst. Ich bin mir sicher, dass er, wenn er mich in der Öffentlichkeit sieht, vorsichtig um mich herumgehen wird. Er ist jemand, den ich nicht mag. Ich will mich nicht darauf einlassen.“
Booker T übte darüber hinaus grundsätzliche Kritik an Dave Meltzer und stellte dessen neutrale Rolle im Wrestling-Journalismus infrage. Er warf ihm vor, dem Geschäft eher zu schaden als zu helfen, und äußerte Zweifel daran, ob die vergebenen Auszeichnungen tatsächlich unabhängig zustande gekommen seien. Insbesondere die mehrfachen Erfolge von AEW in verschiedenen Kategorien führte er als Beispiel an und deutete an, dass dies für ihn nicht nachvollziehbar sei.
Gleichzeitig betonte Booker T, dass ihn das Abstimmungsergebnis persönlich nicht treffe. Er sehe keinen Grund, sich davon angegriffen zu fühlen. Vielmehr freue er sich über Unterstützung von Fans, die seine Arbeit schätzen. Für ihn sei Pro-Wrestling eine universelle Form der Unterhaltung, und er halte es für unnötig, sich auf öffentliche Auseinandersetzungen mit dem Wrestling Observer einzulassen. Zudem unterstrich er, dass zahlreiche Karrieren durch seine Förderung und öffentliche Unterstützung an Fahrt aufgenommen hätten. Aus seiner Sicht sprächen seine langjährige Erfahrung und sein Einfluss für sich, weshalb er die Auszeichnung nicht als persönlichen Schlag werte.
Die Debatte gewann zusätzlich an Dynamik, da Fans in sozialen Medien Booker T verteidigten und seine Energie als wichtigen Bestandteil der Identität von NXT bezeichneten.
Keine Schuldzuweisung an die Wähler
Während unter anderem Eric Bischoff in seinem Podcast „83 Weeks“ die Abonnenten des Wrestling Observer scharf kritisierte, wählte Booker T einen anderen Ansatz. In derselben Podcast-Folge nahm er Stellung zu Aussagen seines Co-Moderators Brad Shepard, der die sogenannten „AEW-Sickos“ als Anti-WWE bezeichnet hatte.
Booker T machte deutlich, dass er die Verantwortung nicht bei den Fans sieht. Er betonte, dass er den Wählern keinen Vorwurf machen wolle, sondern die Ursache eher bei den Meinungsführern verorte. Sinngemäß erklärte er, dass er nicht die „Schüler“, sondern die „Lehrer“ verantwortlich mache. Meltzer verfüge über eine große Anhängerschaft, weshalb es nachvollziehbar sei, dass viele seiner Sichtweise zustimmen. Gleichzeitig äußerte Booker die Hoffnung, dass einige Zuhörer ihre Perspektive auf das Pro Wrestling hinterfragen und ihre eigene Haltung überdenken würden.
Im weiteren Verlauf sprach er grundsätzlich über seine Sicht auf die Art und Weise, wie Wrestling konsumiert und analysiert wird: „Wenn man dem Pro-Wrestling den Spaß nimmt, haben wir verloren. Das ist wirklich so. Wenn wir dem Pro-Wrestling den Spaß nehmen, ist es vorbei. Deshalb ist es mir egal, was die Leute sagen. Ich sollte diesen Job eigentlich nur für drei Monate machen – jetzt sind es schon fünf Jahre. Also muss ich wohl etwas richtig machen.“
Booker T schildert seine Version der Jericho-Cruise-Konfrontation
Im selben Podcast ging Booker T auch detailliert auf den Vorfall mit Dave Meltzer auf der Jericho Cruise ein, der sich nach seinen Angaben vor der Pandemie ereignet habe. Er erklärte, dass er Meltzer zuvor nie persönlich getroffen habe, obwohl er über Jahre hinweg im Wrestling Observer zitiert worden sei: „Ich möchte diese Geschichte erzählen, weil ich nicht möchte, dass Meltzer behauptet, dass das nie passiert ist. Was vorgefallen ist, war Folgendes: Ich saß in meinem Hotelzimmer auf der Jericho Cruise und Meltzer auch. Ich hatte Meltzer in all den Jahren zuvor noch nie in meinem Leben getroffen.“
Booker berichtete weiter, dass Ric Flair ihn zu einem Drink eingeladen habe. Als er gemeinsam mit seiner Frau Sharmell dazustieß, sei Meltzer ebenfalls im Raum gewesen: „Ich denke mir: Wow, Dave Meltzer. Er sagt: ‚Hey Booker.‘ und ich antworte: ‚Dave Meltzer, Sie haben mich schon einmal zitiert, obwohl wir uns noch nie begegnet sind. Wie können Sie jemanden zitieren, mit dem Sie noch nie gesprochen haben?‘“
Die Situation sei daraufhin eskaliert. Booker schilderte seine Emotionen offen: „Ich war total aufgebracht. Ich sah ihn an und sagte: ‚Weißt du was, all die Jahre wollte ich dir nur sagen, dass du ein Stück Schei*e bist. Das bist du wirklich!‘ Ich war so wütend, dass ich sagte: ‚Ich könnte dir jetzt die Ohren abreißen.‘ Dann beruhigte ich mich. Sein Freund sagte: ‚Mann, ich war schon in schlimmen Situationen, und das hier ist eine schlimme Situation. Wir sollten gehen.‘ Ich sagte: ‚Ja, Dave, du solltest gehen.‘ Also ging Dave, ohne ein Wort zu sagen.“
Booker stellte ausdrücklich klar, dass es zu keiner körperlichen Auseinandersetzung gekommen sei: „Ich finde es nicht richtig, dass ein Journalist jemanden zitiert, mit dem er nie gesprochen hat. Er hatte zuvor schon negative Dinge gesagt. Das war das erste Mal, dass ich mich mit ihm auseinandergesetzt habe, und ich wollte die Gelegenheit nicht verpassen, meine Meinung zu sagen. Aber das war auch schon alles. Es gab kein Blutvergießen oder Ähnliches. Ich schaue einem Mann in die Augen – ich bin eben altmodisch. Aber das war auch schon alles.“
Mit dieser ausführlichen Darstellung legte Booker T seine Sicht der Ereignisse dar und verband sie unmittelbar mit der aktuellen Debatte um die Wrestling-Observer-Auszeichnung 2025.
Egal. was da mal zwischen den beiden war, bleibt es eine unbestrittene Tatsache, dass Booker T tatsächlich der aktuell schlechteste TV-Kommentator ist.
Warum ist es eine unbestrittene Tatsache. Es ist deine Meinung.
Das ist keine unbestrittene Tatsache sondern lediglich eine Meinung von einer Minderheit, welche u.a. aus 500 Leuten beim Voting (nur 500 Leute…das ist halt echt nichts) und Meltzer besteht. Alleine auch, dass John Cena vs Cody Rhodes zum schlechtesten Match gewählt wurde. Das Problem bei Meltzer und dem Voting ist halt, dass fast kein WWE-Fan beim Voting mitmacht, weil die meisten ihn auch nicht kennen, sondern die meisten die voten sind halt AEW Fans oder amerikanische NJPW Fans. Dementsprechend ist halt das Voting, wobei generell einfach wenig Leute voten. Das Voting hat in meinen Augen kaum noch Relevanz, außer halt bei ein paar AEW-Anhängern. Am Ende ist Meltzer halt auch nur ein Fan, der seine Meinung äußert
Aber ein Voting von 500 Leuten als „unbestrittene Tatsache“ zu nennen…da ist halt alles gesagt 😀
Abschließend vielleicht noch zum Vergleich: WWE hat Millionen Zuschauer von denen viele Booker T als Kommentator feiern und allein Kommentare bei Youtube, welche sagen, dass Booker T einfach ein geiler Kommentator ist, haben mehr Likes als Meltzer Votingteilnehmer 😀
Mag ihn als Kommentator auch nicht…Bin kein Fan von Meltzer aber in dem Fall stimme ich zu. Als Wrestler war Booker super hab ihn gerne gesehen aber am Pult…Nein das geht gar nicht. Auch einer der Gründe warum ich mir NXT nicht komplett anschauen kann ich ertrag ihn da einfach nicht. Fand es jedes mal schlimm wie er bei Trick Williams über den Entrance jedes mal drüber gesabbelt hat, und vom Devils Kiss bei Vaquer fang ich gar nicht erst an…
Dafür das Booker es nicht ernst nimmt, nimmt Booker es allerdings schon ziemlich ernst, was man an seiner Reaktion erkennen kann