Der aktuelle AEW-Star MVP hat im „Battleground Podcast“ ausführlich über seine Vergangenheit bei WWE, seine heutige Rolle bei AEW sowie seine Sicht auf die Branche gesprochen. Dabei thematisierte er sowohl persönliche Erfahrungen mit einer Verletzung als auch seine Kritik an früheren Darstellungen im Wrestling. Zudem sprach er über AEWs Philosophie, die Atmosphäre im Locker Room und mögliche Zukunftspläne für das Hurt Syndicate.
Verzögerte Operation prägte MVPs Rolle bei WWE
MVP erklärte, dass seine Tätigkeit als Manager von The Hurt Business direkt mit einer Knieverletzung zusammenhing, die er sich während der Pandemie zugezogen hatte. Ursprünglich war er weiterhin als aktiver Wrestler eingeplant, konnte jedoch aufgrund der Verletzung nicht mehr in gewohnter Form auftreten: „Ich bin eher zufällig in die Rolle des Sprechers gerutscht. In der früheren Besetzung unserer Gruppe war ich der vollwertige Wrestler, doch dann habe ich mir das Knie verletzt und konnte nicht mehr so gut wrestlen. Aber dank meiner Redegewandtheit stand ich trotzdem im Vordergrund und habe für die Jungs die Werbetrommel gerührt.“
Im weiteren Verlauf schilderte er, dass sich seine Operation deutlich verzögerte. Laut seiner Aussage dauerte es mehrere Monate, bis er die Möglichkeit erhielt, den Eingriff durchführen zu lassen, da er weiterhin als Manager eingesetzt wurde: „Leider dauerte es, sagen wir mal, mehrere Monate, bis ich mein Knie operieren lassen durfte. Man bat mich, bitte weiterzumachen, und so schlüpfte ich in eine Führungsrolle. Das war nie etwas, wonach ich gestrebt hatte. Aber ich liebe es, denn dadurch hat sich meine Karriere verlängert.“
Nach seinem WWE-Abgang im August 2024 wechselte MVP im September zu AEW. In den darauffolgenden Monaten schlossen sich auch Shelton Benjamin und Bobby Lashley an, um gemeinsam das Hurt Syndicate zu formen.
Kritik an früheren Wrestling-Darstellungen und WrestleMania-Promo
Seit seinem Abschied von WWE hat MVP mehrfach kritische Aussagen über das Unternehmen gemacht. In seinem eigenen Podcast ging er insbesondere auf die Darstellung von Charakteren im Wrestling ein und sprach sich gegen rassistische Rollenbilder aus: „Ich finde, rassistische Charaktere sind heutzutage nicht gut. Und die Leute wissen, dass ich Triple H immer hart angehe und ich ihn weder mag noch respektiere. Aber wenn man sich die Promo ansieht, die er vor WrestleMania gegen Booker T gehalten hat, war das ganz klarer Rassismus.“
Er betonte, dass solche Darstellungen aus seiner Sicht nicht mehr zeitgemäß seien, und stellte infrage, welchen Mehrwert sie für das Produkt hätten: „Ich weiß nicht, warum irgendjemand, besonders heutzutage, seine Figur als offensichtlichen Rassisten darstellen wollen würde. Ich weiß nicht, was einem das bringt, besonders in der heutigen Zeit, in der es um die Reaktion des Publikums geht, wo wir doch alle wissen, dass es sich um Unterhaltung handelt. Da frage ich mich, was einen dazu motiviert … Ich weiß es nicht. Ich finde einfach, dass das nicht gut ankommt“, sagte MVP.
AEW setzt auf erschwingliche Ticketpreise für Fans
Im selben Podcast äußerte sich MVP auch zu den Ticketpreisen im Wrestling und hob dabei insbesondere die Strategie von AEW hervor. Er erklärte, dass die Promotion bewusst darauf setze, Veranstaltungen für ein breites Publikum zugänglich zu machen: „Derzeit haben wir in unserem Land ein generelles Problem mit der Erschwinglichkeit. Es ist mir egal, welcher politischen Richtung du angehörst. Es ist eine schwierige Situation, und ganz gleich, welchem Wrestling-Lager du angehörst, musst du zugeben, dass es Unternehmen gibt, die mehr verlangen, als sich der durchschnittliche Wrestling-Fan leisten kann, um gutes Live-Wrestling zu sehen.“
MVP führte aus, dass AEW gezielt darauf achte, Familien den Besuch von Shows zu ermöglichen und dabei ein attraktives Gesamtpaket zu bieten: „Bei AEW spielt die Erschwinglichkeit eine wichtige Rolle, und wir finden es toll, dass Tony Khan ein Unternehmen gegründet hat, bei dem es wirklich ums Wrestling geht. Hier treten die Besten an. Ein Vater mit zwei oder drei Kindern, eine vierköpfige Familie, kann eine AEW-Show besuchen und eine tolle Zeit haben. Ein anschauliches Beispiel dafür ist das Save Mart Center in Fresno. Dort gibt es AEW Dynamite live und danach eine Aufzeichnung von Collision. Man bekommt also zwei Shows zum Preis von einer. Man kann erschwingliche Plätze direkt am Ring kaufen. Man kann nur ein paar Reihen hinter dem Ring sitzen, ohne dafür zwei Monatsgehälter ausgeben zu müssen, und ich erachte das für eine wunderbare Sache.“
In den sozialen Medien wurde zuletzt intensiv über Ticketpreise diskutiert. AEW World Champion MJF äußerte in diesem Zusammenhang, dass Fans im Vergleich zu WWE keine extrem hohen Kosten aufbringen müssten, um eine Veranstaltung zu besuchen.
Locker-Room-Kultur und junge Talente im Fokus
Ein weiterer Punkt, den MVP hervorhob, war die Atmosphäre innerhalb der AEW-Umkleidekabine. Er beschrieb die Umgebung als geprägt von Ehrgeiz und Wettbewerb unter den Talenten: „Jugend und Kampfgeist. Eine extrem junge Mannschaft und eine große Menge an Kampfgeist. Einfach ein paar junge Leute, die extrem hungrig sind, sich einen Namen machen wollen, sich eine Karriere aufbauen wollen und ständig untereinander darum kämpfen, wer der absolut Beste sein kann. Niemand ruht sich auf früheren Erfolgen aus. Jede Woche versucht jeder, herauszugehen und um das beste Match, den unterhaltsamsten Abschnitt zu kämpfen. Und am Ende gewinnen die Fans. Deshalb liebe ich die jugendliche Ausgelassenheit, die ich Woche für Woche in der Umkleidekabine vorfinde.“
Als Beispiele für vielversprechende Talente nannte er Kevin Knight und Kyle Fletcher. Beide sieht er als potenzielle zukünftige Stars im professionellen Wrestling.
Hurt Syndicate plant mögliche Erweiterung der Gruppe
Neben den allgemeinen Eindrücken sprach MVP auch über die Zukunft des Hurt Syndicate. Die Gruppierung, bestehend aus ihm selbst, Bobby Lashley und Shelton Benjamin, denkt aktuell über eine Erweiterung nach:
„Das ist eine Möglichkeit. Wir diskutieren gerade darüber, ein neues Mitglied aufzunehmen. Ja, wir sind im Gespräch. Beim letzten Mal haben wir es mit MJF versucht, aber das lief nicht gut, weil er einfach nicht den Anforderungen entsprach. Er war nicht gut genug. Ihm fehlt der Biss, er hat nicht das Zeug zu echter Brutalität. Er ist ein Scharlatan. Ich habe mich weit aus dem Fenster gelehnt und mich bei meinen Kollegen für ihn verbürgt, aber er hat es einfach nicht geschafft. Das hat uns ein bisschen die Lust verdorben, jemanden Neuen aufzunehmen, aber wir glauben, dass wir ein bisschen Jugendlichkeit brauchen. Wir brauchen einen jugendlichen Funken.“
Ich glaube, dass alle über die Ticketpreise gleich denken; sie steigen gerade überall sehr stark. Sich jetzt aber hinstellen und so tun, als wolle man die Preise so schön niedrig halten, dass es jeder locker leisten kann, ist wirklich albern. AEW befindet sich gegenwärtig nicht in der Position, die Preise anzuheben. So ehrlich soll man schon sein. Wir sprechen uns mal wieder, wenn sie richtig erfolgreich sind. Sind ja auf einen guten Weg.
Ich würde an der Stelle von Triple H mittlerweile auch rechtliche Schritte gegen MVP einleiten, da dieser bei ihm sehr häufig die Rassismus-Karte zieht. Bei solchen Anschuldigungen muss man wirklich vorsichtig sein.