MVP äußert sich kritisch zur WWE-Kreativführung unter Triple H und lobt Tony Khan – Komplette AEW Collision „Winter is Coming“ (13.12.2025)

Foto mit Triple H links und MVP rechts

MVP hat in einem ausführlichen Interview bei Q101 deutliche Worte zur aktuellen Wrestling-Landschaft gefunden. Dabei nahm der AEW-Star sowohl die kreative Führung der WWE unter Paul „Triple H“ Levesque als auch den Einfluss von Wrestling-Medien ins Visier. Im direkten Vergleich stellte MVP AEW-Präsident Tony Khan nicht nur als kreativen Gegenpol dar, sondern auch als persönlich überlegene Führungspersönlichkeit.

Unterschiedliche kreative Kulturen bei AEW und WWE

Auf die Frage nach den kreativen Unterschieden zwischen AEW und WWE beschrieb MVP zwei grundlegend verschiedene Arbeitsweisen. Tony Khan habe zwar eine klare Vision, beziehe die Talente jedoch aktiv in kreative Entscheidungen ein und lasse deren Ideen bewusst einfließen: „Tony lässt viel mehr Input zu. Er hat seine Vision, die er umsetzen möchte, und er arbeitet mit den Talenten zusammen und lässt dabei viel mehr Input von den Talenten einfließen, wenn es darum geht, welchen kreativen Weg man einschlagen wird.“

Im Gegensatz dazu zeichnete MVP ein kritisches Bild der WWE-Strukturen. Ohne Triple H namentlich zu erwähnen, beschrieb er dessen Führungsstil als autoritär und wenig dialogorientiert: „Der andere (Triple H) hingegen ist etwas diktatorischer. Es läuft so: ‚Das ist, was wir tun, und so wird es sein, und das ist, was ich will.‘“

Angespannte Atmosphäre im WWE-Locker-Room

MVP betonte, dass sich diese unterschiedlichen Führungsstile unmittelbar auf die Atmosphäre hinter den Kulissen auswirken. Während er AEW als entspannt, familiär und unterstützend beschrieb, herrsche bei WWE ein Klima der Unsicherheit und Vorsicht: „Bei WWE ist die Atmosphäre sehr, sehr angespannt. Sehr unternehmerisch. Es gibt viele junge Talente, die auf Eierschalen laufen. Ein Klima der Angst. Viele Menschen haben Angst, ihren Job zu verlieren. Das gibt es bei AEW nicht.“

Diese Unterschiede seien für ihn nicht nur eine Frage der Organisation, sondern wirkten sich direkt auf die mentale Verfassung junger Wrestler aus. Tony Khan habe eine Arbeitsatmosphäre geschaffen, in der sich die Talente sicher und wertgeschätzt fühlen. Niemand müsse durchgehend befürchten, kritisiert oder entlassen zu werden. Genau diese Sicherheit wirke sich positiv auf das Selbstvertrauen und die psychische Stabilität der Wrestler aus.

Persönliche Wertung zugunsten von Tony Khan

MVP ging noch einen Schritt weiter und machte deutlich, dass seine Einschätzung über kreative Prozesse hinausgeht. In seinen Augen sei Tony Khan auch menschlich die bessere Führungspersönlichkeit: „Ich denke, Tony, ich sage es ganz offen, ist einfach ein besserer Mensch. Ein rundum besserer Mensch als dieser Typ.“

Diese Haltung erkläre auch, warum MVP seinen Wechsel von WWE zu AEW nicht bereue. Für ihn habe AEW unter Khan eine Umgebung geschaffen, die dem Wrestling seine Seele zurückgegeben habe.

Scharfe Kritik an Wrestling-Medien und Sternebewertungen

Im weiteren Verlauf des Interviews wandte sich MVP der Rolle der Wrestling-Medien zu. Auslöser waren Berichte, wonach sich „The Hurt Syndicate“ angeblich geweigert habe, gegen kleinere Gegner anzutreten oder Matches zu verlieren. MVP bezeichnete solche Darstellungen als falsch und nutzte die Gelegenheit zu einer grundsätzlichen Abrechnung mit der Medienlandschaft.

Besonders deutlich wurde seine Kritik gegenüber Dave Meltzer, dem Herausgeber des Wrestling Observer Newsletter: „Ich habe keinen Respekt vor diesen Typen. Vor allem vor einem. Was trägt er zu meiner Branche bei? Er verdient seinen Lebensunterhalt damit, dass er seine Meinung zu meiner Branche äußert. Für mich sind er und seinesgleichen Blutsauger.“

MVP stellte Meltzers journalistische Glaubwürdigkeit offen infrage und warf ihm vor, Gerüchte als Fakten zu präsentieren: „Ich halte ihn nicht für einen echten Journalisten, weil er Gerüchte verbreitet und Klatsch kolportiert. Wie oft hat er etwas als Tatsache berichtet, das sich dann als falsch herausgestellt hat?“

Warnung an junge Talente

Für MVP geht es dabei nicht in erster Linie um einzelne Personen, sondern um die Folgen für die Wrestler selbst. Er kritisiert, dass sich viele zu stark auf Sternebewertungen und Lob im Internet konzentrieren. Dadurch verliere das eigentliche Publikum an Bedeutung. Seiner Ansicht nach gibt es junge Wrestler, die nicht für die Fans in der Halle wrestlen, sondern nur darauf hoffen, von einer einzelnen Person im Internet eine gute Bewertung zu bekommen.

Stattdessen sollten sich Talente an den Reaktionen der Fans vor Ort orientieren und daran messen lassen, ob sie Tickets, Merchandise und Aufmerksamkeit generieren: „Kämpfe nicht darum, dass irgendein Idiot im Internet dir seine Meinung darüber mitteilt, wie gut du bist oder nicht. Das Publikum wird dir zeigen, wann du Tickets, T-Shirts und Merchandise verkaufst, und die Leute kommen, um dich zu sehen. Das ist deine Bestätigung.“

Auch die Ansicht, Dave Meltzer sei ein besonders wichtiger Wrestling-Historiker, lehnte MVP deutlich ab. Er machte klar, dass Meltzers Meinung nicht mehr Gewicht habe als die eines jeden anderen Fans. Niemand solle sich vorschreiben lassen, was ein gutes Match ist. Jeder Zuschauer solle selbst entscheiden dürfen, was ihm gefällt und was nicht.

Zum Abschluss brachte MVP seine Haltung mit einer drastischen Aussage auf den Punkt, die seine Frustration über den Einfluss von Medienmeinungen unmissverständlich verdeutlichte. Für ihn bleibt Wrestling vor allem eine Verbindung zwischen Performern und Fans, nicht zwischen Wrestlern und selbst ernannten Insidern.

AEW Collision: Winter is Coming (13.12.2025) in voller Länge und mit deutschem Kommentar

– Hier gibt es AEW Collision: Winter is Coming vom vergangenen Samstag, dem 13. Dezember 2025 in voller Länge und mit deutschem Kommentar:

3 Kommentare

  1. MVP war nie der tolle Macher und eher der Clown bei WWE, siehe das Burning Match gegen Kane. Ein guter „Jobber“ aber zu Recht nie ein Wrestling-Star in meinen Augen.

  2. Ein kleiner Mann, der nie groß raus kam und jetzt keine Chance auslässt gegen den Alten Arbeitgeber zu schießen. Er muss irgendwann drüber hinweg kommen.

  3. MVP soll ma ruhig sein. Es mag richtig sein das es unter Tony vielleicht mehr freiheiten usw gibt, aber perfekt is er gar net schon lange net mehr. So oft gab es bei AEW viel Stress und Theater, und viele tanzen Tony auf der Nase rum und er lässt es zu. Triple H ist auch net mehr das goldene vom Ei das merkt man, aber er bzw WWE hat alles fest im Griff da gibt es nie so groß Backstage-Vorfälle usw. Fakt ist, weder WWE noch AEW sind perfekt und ohne Fehler beide haben ihre Vor und Nachteile, aber das MVP so gegen Hunter schießt ist auch absolut falsch. Und das Hurt Syndicate ist eines der langweiligsten Stables ever zumindest für mich da gibt es besseres.

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