MJF über die WWE: Klare Worte zur politischen Ausrichtung der Konkurrenz

MJF blickt konzentriert

AEW World Champion Maxwell Jacob Friedman hat in der „Adam Friedland Show“ deutliche Worte zur politischen Ausrichtung der beiden größten Wrestling-Ligen gefunden. Der Champion verteidigte einen viralen „F*ck ICE“-Chant aus einer AEW-Dynamite-Folge und warf der Konkurrenz WWE vor, sich bewusst in eine rechte Richtung positioniert zu haben. AEW selbst sei dagegen an keine Partei gebunden.

Der Chant, der die Debatte auslöste

Auslöser der Diskussion war der Main Event von AEW Dynamite am 5. Februar in Las Vegas. Beim „World Title Eliminator Match“ zwischen MJF und Brody King brach das Publikum kurz vor Beginn in „F*ck ICE“-Rufe aus. Dieser Moment verbreitete sich rasch in den sozialen Netzwerken und fand auch in den Mainstream-Medien Beachtung. King hatte sich zuvor offen gegen die Einwanderungs- und Abschiebepolitik der ICE und der Trump-Regierung positioniert. Gemeinsam mit Headlocked Comics beteiligte er sich im Vorfeld an einer Spendenaktion, die rund 59.000 Dollar für das Minnesota Immigrant Rights Action Committee einbrachte. Bei einer AEW-Veranstaltung in Mexiko trug King zudem vor laufender Kamera ein T-Shirt mit der Aufschrift „Abolish ICE”.

MJFs Vorwürfe gegen die WWE-Produktion

Im Podcast hob MJF hervor, dass AEW solche Publikumsreaktionen bewusst zulasse. „Wir haben ‚F*ck ICE‘ gechantet. Das Coole daran ist, dass unsere Fans in unserem Unternehmen eine Stimme haben. Und im anderen Unternehmen wird oft, wenn Fans fluchen oder etwas sagen, was sie nicht hören wollen, einfach ein Piepton eingeblendet. Sie piepen die Menge komplett aus und schneiden es aus der Sendung heraus oder erzeugen künstliche Zuschauergeräusche, damit man die Chants nicht hören kann“, so der Champion.

Anschließend richtete er den Blick auf die politische Verortung der Konkurrenz: „Ich möchte noch hinzufügen, dass sie sich dafür entschieden haben, etwas rechtsgerichteter zu sein. Triple H hat bereits einige Reden im Weißen Haus gehalten. Linda McMahon ist Mitglied des Kabinetts. Wir sind an keine Partei gebunden, sodass sich jeder bei unseren Veranstaltungen wohlfühlen kann.“ Ergänzend stellte MJF klar: „Ich möchte keine Politik in meinem Sport!“

Belegte Verbindungen der WWE zum Weißen Haus

MJFs Aussagen stützen sich auf dokumentierte Fakten. Triple H ist derzeit stellvertretender Vorsitzender des Präsidentenrats für Sport, Fitness und Ernährung und war bereits gemeinsam mit Stephanie McMahon im Weißen Haus zu Gast. Linda McMahon bekleidet als US-Bildungsministerin in der Trump-Regierung ein Kabinettsamt. Die Nähe der WWE-Führung zur zweiten Amtszeit Trumps ist damit offen sichtbar. Gleichzeitig gilt es zu berücksichtigen, dass die politischen Ansichten der Unternehmensleitung nicht zwangsläufig die Haltung aller Wrestler einer Organisation widerspiegeln. Auch innerhalb der WWE gibt es Spitzen in die andere Richtung: CM Punk spielte in der dieswöchigen Ausgabe von WWE Raw auf Pat McAfee an, indem er ihn „Pat MAGA-fee“ nannte.

AEWs Linie unter Tony Khan

AEW-Präsident Tony Khan hat öffentlich erklärt, dass er es unterstützt, wenn seine Wrestler eigene politische Standpunkte vertreten. Eine offizielle Bindung an eine politische Partei lehnt das Unternehmen ab. MJF betonte, dass sich dadurch Fans unabhängig von ihrer Weltanschauung bei AEW-Shows willkommen fühlen sollen. Kreativ sieht sich der Champion bei AEW ohnehin am richtigen Ort: Zuletzt erklärte er, „keinerlei Einschränkungen“ zu unterliegen und die volle Freiheit zu haben, ganz er selbst zu sein.

Kurioser Zwischenfall: Falscher Pilot wollte MJF entführen

In derselben Podcast-Folge enthüllte MJF zudem einen brisanten Sicherheitsvorfall aus der Vergangenheit. Backstage bei einer AEW-Show sei ein Mann auf ihn zugekommen, der sich als Pilot ausgab. „Mr. Friedman, ich werde Sie nach der Show nach Hause fliegen“, habe der Unbekannte gesagt.

Da MJF gelegentlich mit Tony Khan im Privatjet reist, schöpfte er zunächst keinen Verdacht und nahm an, Khan habe den Flug organisiert, damit er nach dem Herzinfarkt seines Vaters schnell zu diesem gelangen könne. Er suchte daraufhin Khans Tür auf und bedankte sich: „Ich möchte, dass du weißt, wie viel mir das bedeutet. Dass du versuchst, mich so schnell wie möglich zu meinem Vater zu fliegen, nachdem er einen Herzinfarkt hatte.“

Khan jedoch hatte keinen Jet gebucht. Gemeinsam mit QT Marshall stellte MJF den angeblichen Piloten zur Rede. „QT fragte: ‚Also, wer hat dich noch einmal engagiert?‘ Er antwortete: ‚Tony Khan.‘ Daraufhin sagten wir: ‚Okay, bist du dir da sicher?‘ Dann kam der Sicherheitsdienst, schnappte sich den Typen und QT sagte: ‚Moment mal. Wir lassen dich bleiben, wenn du uns deine Pilotenlizenz zeigst.‘“ Und der Typ sagte daraufhin: „Ach, die habe ich zu Hause vergessen.‘“

Bei dem Verhör durch das Sicherheitspersonal gab der Mann zu, dass er MJF entführen wollte. Der Champion betonte, dass der Vorfall bereits eine Weile zurückliege und AEW seither die Sicherheitsvorkehrungen verschärft habe. Die Schuld dafür, dass der mutmaßliche Entführer überhaupt Zugang zum Backstage-Bereich erhalten hatte, gab er dem Sicherheitspersonal des Veranstaltungsortes.

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