Mick Foley über gebrochene Knochen, ein gebrochenes Herz, die emotionalen Folgen seiner Karriere und den Abschied vom Ring

Mick Foley blickt nachdenklich in die Zuschauermenge

Der WWE Hall of Famer Mick Foley hat während seiner Auftritte bei der FanX 2025 in Salt Lake City ungewöhnlich offen über die körperlichen und emotionalen Folgen seiner Wrestling-Karriere gesprochen. Vor Fans schilderte Foley, wie sehr ihn Jahrzehnte voller extremer Matches geprägt haben. Dabei machte er deutlich, dass nicht jede Verletzung messbar sei und manche Narben tiefer reichten als gebrochene Knochen.

Eine Verletzungsliste, die den Preis seiner Karriere zeigt

Im Rahmen einer Fragerunde wurde Foley darauf angesprochen, wie viele Knochen er sich im Laufe seiner Laufbahn gebrochen habe. Anstatt die Frage knapp zu beantworten, griff er zu Humor und erklärte zunächst, dass ihm kürzlich jemand eine vollständige Liste seiner Verletzungen zugeschickt habe. Diese wollte er jedoch nicht online stellen, sondern entschied sich, sie direkt mit dem Publikum zu teilen.

Anschließend zählte Foley eine lange Reihe schwerer Verletzungen auf, die sich über seine aktive Zeit angesammelt haben. Dazu gehörten unter anderem Verbrennungen zweiten Grades, mehrere Knochenbrüche, ausgerenkte Schultern, Bandscheibenvorfälle sowie zahlreiche Schnittverletzungen. Den emotionalen Höhepunkt setzte Foley bewusst am Ende seiner Aufzählung, als er erklärte: „Und ein gebrochenes Herz.“

Warum ein gebrochenes Herz am meisten schmerzte

Auf die Frage, welche seiner Verletzungen ihn am meisten belastet habe, machte Mick Foley deutlich, dass es nicht die körperlichen Schmerzen waren. Stattdessen verwies er auf eine emotionale Erfahrung, die für ihn schwerer wog als jeder Knochenbruch. Worum es dabei konkret ging, ließ Foley bewusst offen und nannte keine Einzelheiten. Mit einem augenzwinkernden Unterton erklärte er: „Eine Vermutung, welche davon am schmerzhaftesten war. Wir wissen es alle, nicht wahr? Es tut weh, nicht wahr? Aber das gehört zum Erwachsenwerden dazu.“

Mit dieser Aussage verdeutlichte Foley, dass emotionale Verluste für ihn schwerer wogen als jede körperliche Blessur. Gleichzeitig ordnete er diese Erfahrung als Teil eines Lebens ein, das nicht nur aus Erfolgen und Applaus besteht.

Reue über ungeschützte Stuhlschläge gegen den Kopf

Während einer Podiumsdiskussion wurde Foley gefragt, ob es Entscheidungen in seiner Karriere gebe, die er heute bereue. Seine Antwort fiel eindeutig aus. Besonders der Umgang mit ungeschützten Stuhlschlägen gegen den Kopf sei etwas, das er rückblickend anders handhaben würde: „Gibt es Matches, die ich bereue? Dinge, die ich dabei getan habe? Ja.“

Foley erklärte, dass es zu seiner aktiven Zeit als Zeichen von Härte galt, Treffer nicht abzuwehren. Um diese Denkweise zu veranschaulichen, machte er vor Publikum eine Geste, als würde er seine Hände schützend vor den Kopf heben, und sagte dazu: „Das wäre ich gewesen, der Stahlstühle abgewehrt hätte, wenn sie mit hoher Geschwindigkeit auf meinen Schädel geflogen wären.“

Er führte weiter aus, dass gerade die als besonders hart geltenden Wrestler häufig ihre Hände zum Schutz nutzten. Trotzdem habe sich damals eine Kultur etabliert, die Selbstschutz als Schwäche betrachtete.

Eine schmerzhafte Lektion, die alles hätte ändern können

Foley schilderte eine konkrete Erfahrung, die seine Sicht auf solche Situationen geprägt hat. Während seiner Zeit bei World Class Championship Wrestling zog er sich bei einem Stuhlschlag eine Verletzung am Daumen zu. Dazu erklärte er selbst: „Ich habe mir in World Class die Spitze meines Daumens gebrochen, als Chris Adams mich mit einem Stuhl schlug.“

Diese Erfahrung habe ihm gezeigt, dass selbst das Abwehren von Schlägen Risiken birgt. Dennoch räumte Foley ein, dass er heute mit dem Wissen von damals jede Gelegenheit nutzen würde, seinen Kopf zu schützen.

Warum Mick Foley ein letztes Match endgültig ausschlug

Ein weiterer zentraler Punkt seiner Aussagen betraf ein geplantes Abschiedsmatch, das letztlich nie zustande kam. Foley erklärte, dass er ernsthaft darüber nachgedacht habe, zu seinem 60. Geburtstag ein letztes Mal in den Ring zu steigen. Am Ende hat jedoch die Vernunft gesiegt: „Ich hatte vor, zu meinem 60. Geburtstag, der inzwischen vorbei ist, ein letztes Match zu bestreiten, aber dann habe ich es doch nicht getan.“

Siehe dazu rückblickend: Mick Foley ist offen für ein letztes „Hardcore Match“ im Alter von 60 Jahren – gegen welchen Wrestler er gerne antreten würde

Als entscheidenden Grund nannte Foley seinen gesundheitlichen Zustand. Er erklärte, dass er fest davon überzeugt gewesen sei, seine Hüft- und Knieprothesen dauerhaft zu beschädigen, wenn er das geplante Match bestritten hätte. Rückblickend erinnerte er sich an die jahrelangen Schmerzen vor seinen Operationen und machte klar, dass er diesen Zustand nicht noch einmal erleben möchte: „Ich erinnere mich, wie schmerzhaft es war, etwa zehn Jahre lang zu laufen, bevor ich das bekam. Ich möchte nicht dorthin zurückkehren.“

Das fast zustande gekommene Programm mit MJF

Trotz seiner klaren Entscheidung gab Foley zu, dass es einen Moment gab, in dem er ins Grübeln geriet. Ein aktiver Wrestler habe ihm ein kreatives Konzept vorgestellt, das ihn beinahe umstimmte: „Derjenige, der den besten Vorschlag gemacht hat, war MJF. Und wir hätten ein großartiges sechswöchiges Programm gehabt.“

Letztlich blieb Foley jedoch bei seiner Entscheidung, kein weiteres Match zu bestreiten. Für ihn sei der richtige Zeitpunkt gekommen, um selbstbestimmt Abschied zu nehmen.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*