Michin über Body-Shaming, Social-Media-Hass und die Schattenseiten des Rampenlichts – so fand der WWE-Star zu neuem Selbstvertrauen

Michin zeigt sich mit einem Kendostick kampfbereit

Michin hat in den letzten Jahren viel durchgemacht. Neben sportlichen Herausforderungen musste sie sich auch gegen Body-Shaming, brutale Fan-Kritik und den psychischen Druck behaupten, den soziale Medien auf viele WWE-Stars ausüben. In zwei aktuellen Interviews sprach sie offen darüber, wie sie mit diesen Erfahrungen umgegangen ist und wie sie es geschafft hat, selbst aus Spott etwas Positives zu machen.

Die „Long Back Attack“ als Antwort auf Spott und Hänseleien

Im Podcast Ring the Belle erzählte Michin, wie sie den viralen Wrestling-Move „Long Back Attack“ entwickelte und damit einen der unterhaltsamsten Momente ihrer Karriere schuf. Ausgangspunkt waren immer wiederkehrende Kommentare über ihren Körper, besonders über ihr Gesäß. Fans und Kollegen machten sich darüber lustig, dass sie „keinen Hintern“ habe. Statt sich davon verletzen zu lassen, entschied sich Michin, diese Kritik mit Humor zu nehmen – und sie in ihre Performance zu integrieren.

„Mein ganzes Leben lang, schon beim Volleyball oder in der Leichtathletik, wurde mir gesagt, ich hätte keinen Hintern“, sagte sie. „Wenn ich mit Jada wrestle, heißt es: ‚Oh mein Gott, sie hat nicht mal einen Hintern.‘ Ich bekomme Tweets wie: ‚Warum trägt sie Shorts, wenn sie keinen A*sch hat?‘ Aber ich weiß, dass mein Hintern flach ist und ich weigere mich, ein BBL machen zu lassen. Ich trainiere, mache Kniebeugen, aber was passiert, passiert. Wenn ich einen flachen Hintern habe, dann nutze ich ihn eben.“

Anmerkung: Ein BBL ist ein kosmetisch-chirurgischer Eingriff, bei dem Fett aus anderen Körperstellen (z. B. Bauch, Oberschenkel) entnommen und in das Gesäß injiziert wird, um es voller und runder erscheinen zu lassen. Ziel ist es, dem Po mehr Volumen und eine geschwungene Form zu geben.

Der BBL ist besonders in der Beauty- und Influencer-Szene populär geworden – allerdings auch umstritten, da der Eingriff mit teils hohen gesundheitlichen Risiken verbunden ist.

Die Idee zur „Long Back Attack“ entstand aus jahrelangem Spott im Backstage-Bereich. Kollegen wie Shane Helms und Shelton Benjamin machten regelmäßig Witze über ihren „langen Rücken“. Schließlich sagte sich Michin: „Weißt du was? Ich mach jetzt ernst.“ Sie informierte Michael Cole und Stu im Voraus, dass sie während eines Matches twerken wolle und nannte den Move „Long Back Attack“. Das Publikum reagierte sofort, die Aktion ging viral und ihre Kollegen hinter den Kulissen lachten laut – genau das war ihr Ziel.

Besonders witzig war, wie Kommentator Michael Cole auf die Aktion reagierte, denn er wusste zunächst gar nicht, was es mit dem Move auf sich hatte. Als sie sich das nächste Mal trafen, sagte er zu ihr: „Ich habe total viele Tweets zu meinem Kommentar über deinen Move bekommen. Ich wusste gar nicht, was das überhaupt bedeutet – ich musste es erst googeln. Ist das für dich überhaupt in Ordnung?“ Michin antwortete ihm: „Du bist wirklich rücksichtsvoll – aber ja, das war genau so geplant. Ich wollte deine ehrliche Reaktion live im Kommentar hören.“

Michin hat es geschafft, aus einem verletzenden Running Gag einen sympathischen Moment voller Selbstironie zu machen und blieb sich dabei selbst treu.

Social-Media-Hass und emotionale Mauern

Im selben Gespräch sprach Michin auch über die psychologischen Belastungen, mit denen viele WWE-Stars leben müssen, insbesondere durch die ständige Bewertung durch Social Media. In einem Rückblick auf ihren Auftritt im Speak Easy Podcast erklärte sie, dass sie über Jahre hinweg emotionale Mauern aufgebaut habe, um sich vor dem ständigen Online-Hass zu schützen.

„Ich weiß, mein größtes Problem ist, dass ich wegen der sozialen Medien das Gefühl habe, eine Mauer zu brauchen. Denn irgendjemand hat immer etwas zu sagen – egal was man macht“, erklärte sie. „Selbst wenn ich eine verrückte Promo mache, heißt es: ‚Oh, sie hat zu viel geblinzelt.‘ So etwas bleibt hängen.“

Diese permanente Kritik führte dazu, dass sie sich in Promos oft zurückhält. Sie gab zu, dass es ihr schwerfällt, sich verletzlich zu zeigen, obwohl genau das für eine echte Verbindung zu den Fans notwendig wäre. „Ich muss lernen, diese Mauer einzureißen. Ich weiß, dass ich das Publikum erreichen kann. Ich halte mich nur zurück, weil ich weiß, dass es immer Leute geben wird, die schlecht über mich reden.“

Über psychische Gesundheit und neue Stärke

Offen sprach Michin auch über ihre mentale Gesundheit. Sie berichtete, dass sie mit Angstzuständen und Depressionen zu kämpfen hatte und dass negative Kommentare oft stärker nachwirken als positive. Trotz allem hat sie einen Weg gefunden, mit dem Druck umzugehen und sich nicht mehr so leicht verletzen zu lassen. „Früher war ich wegen meines Hinterns verlegen“, sagte sie. „Aber jetzt lache ich darüber. Sie können mich nicht mehr damit verletzen.“

Diese neue Haltung hat Michin geholfen, selbstbewusster zu werden. Heute weiß sie: Man kann es nicht allen recht machen und das ist völlig okay. Besonders motivierend war für sie ein Satz von Triple H, der einmal zu ihr sagte: „Weißt du was? Ich muss sie einfach unter Vertrag nehmen.“ Diese Worte gaben ihr zusätzliches Selbstvertrauen, um ihren Weg bei WWE weiterzugehen.

1 Kommentar

  1. Starke Haltung, und Hut ab, dass sie dem Druck standhält und keine OP machen lässt. Fand es bei Cena schon komisch, dass man über seine Haare erzog, dabei ist so was einfach nur natürlich. Einerseits schreien die Leute nach Natürlichkeit und anderseits wird darüber hergezogen. Man sieht auch hier, wie es normal ist über Leute herzuziehen und Leute in den Dreck zu drücken, sei es Ryback, Goldberg, Charlotte usw. Klar muss man niemanden mögen, das tue ich auch nicht, dennoch lasse ich mir keine Bezeichnungen einfallen, um Leute in den Dreck zu ziehen. Respekt und Anstand sind nun mal keine Einbahnstraße.

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