Matt Cardona hat nach seiner Rückkehr zu WWE noch lange nicht das Gefühl, am Ende seiner Reise angekommen zu sein. Der frühere Zack Ryder verfolgt vielmehr ein Ziel, das ihm während seiner gesamten Karriere verwehrt geblieben ist: Er möchte WWE Champion werden und damit die letzte große Lücke in seiner Titelsammlung schließen.
Im Gespräch mit Chris Van Vliet machte Cardona gleichzeitig deutlich, wie unwahrscheinlich eine solche Perspektive noch vor wenigen Jahren gewirkt hatte.
WWE Championship blieb für Cardona immer ein großes Ziel
Cardona widersprach zunächst der Vorstellung, seine gesamte Independent-Karriere sei lediglich darauf ausgerichtet gewesen, eines Tages wieder einen WWE-Vertrag zu erhalten. Nach seiner Entlassung im April 2020 habe er nicht jeden weiteren Schritt danach bewertet, ob dieser ihn zurück zum Unternehmen bringen könnte.
Stattdessen wollte er sich selbst beweisen, dass er auch außerhalb der WWE erfolgreich sein kann. Cardona betonte, dass es ihm dabei weniger darum gegangen sei, frühere Kritiker eines Besseren zu belehren. Viel wichtiger war ihm, sich selbst und den Menschen, die weiterhin an ihn glaubten, rechtzugeben.
Ein Ziel hat allerdings unabhängig davon immer bestanden: die WWE Championship. Cardona hatte während seines ersten WWE-Runs bereits mehrere bedeutende Titel gewonnen. Als Zack Ryder wurde er unter anderem United States Champion und Intercontinental Champion. Hinzu kamen Tag Team Titel. Damit fehlt ihm noch eine World Championship, um seine WWE-Titelsammlung entscheidend zu vervollständigen.
Genau darin lag für ihn langfristig auch ein wichtiger Grund dafür, eine Rückkehr nie vollständig auszuschließen. Eine WWE Championship könne schließlich nur ein Wrestler gewinnen, der auch für WWE antritt.
Trotz großer Erfolge glaubte Cardona irgendwann nicht mehr an WWE-Rückkehr
Eine WWE-Rückkehr erschien Cardona trotz seiner Erfolge zunehmend unwahrscheinlich. Nach seiner Entlassung hatte er sich von Zack Ryder gelöst, sich unter seinem eigenen Namen neu erfunden und sich in der Independent-Szene als einer der bekanntesten Wrestler etabliert.
Er gewann zahlreiche Championships, wurde als Independent Wrestler des Jahres ausgezeichnet und schaffte es sogar auf das Cover von „Pro Wrestling Illustrated“. Da selbst diese Erfolge nicht zu einem neuen WWE-Vertrag führten, fragte sich Cardona, was er überhaupt noch erreichen müsse, um das Interesse des Unternehmens zu wecken.
Cardona wollte Steph De Lander nicht mit sich zurückhalten
Wie sehr Cardona an einer WWE-Rückkehr zweifelte, zeigt eine Geschichte über Steph De Lander. Während ihrer gemeinsamen Zeit in der Independent-Szene schrieb er ihr, sie solle sich von ihm lösen, da er ihre Karriere möglicherweise zurückhalte.
Cardona glaubte damals nicht mehr an eine eigene WWE-Zukunft und wollte De Lander nicht von anderen Chancen abhalten. Später erwies sich diese Einschätzung als falsch.
Cardona fühlte sich außerhalb von WWE näher am WWE-Titel als früher als Zack Ryder
Besonders bemerkenswert ist Cardonas heutige Einschätzung seiner Chancen auf die WWE Championship. Nach eigener Aussage fühlt er sich dem Titel derzeit näher als zu jedem vorherigen Zeitpunkt seiner Karriere. Noch ungewöhnlicher ist seine Erklärung, dass er sich selbst während seiner Independent-Zeit als Matt Cardona einer möglichen WWE Championship näher fühlte als während seines ursprünglichen WWE-Runs als Zack Ryder.
Der Grund liegt offenbar in seiner veränderten Wahrnehmung innerhalb der Wrestling-Branche. Cardona hatte zwar jahrelang keinen WWE-Vertrag, entwickelte seinen Namen außerhalb des Unternehmens jedoch zu einer eigenständigen Marke. Bei seiner Rückkehr musste er daher nicht einfach wieder an die Position anknüpfen, die Zack Ryder bei seinem Ausscheiden 2020 innehatte.
Bereits vor seiner erneuten Verpflichtung habe er Triple H deshalb verdeutlicht, dass er zunächst überhaupt wieder die Gelegenheit benötige, am Wettbewerb teilzunehmen. Ohne einen Platz im WWE-Roster könne er schließlich auch keine Chance bekommen, den entscheidenden Erfolg zu erzielen.
Seine derzeitige Sieg-Niederlagen-Bilanz sieht Cardona dabei realistisch. Er räumte ein, zahlreiche Matches zu verlieren. Für seine langfristigen Ambitionen sei jedoch nicht zwingend eine lange Siegesserie erforderlich. Aus seiner Sicht könne letztlich ein einziger großer Sieg ausreichen, um seine Position grundlegend zu verändern.
Rückschläge begleiten Cardona durch seine gesamte Karriere
Cardona sieht gerade darin ein wiederkehrendes Muster seiner Laufbahn. Immer wieder sei er von Verantwortlichen, Fans und zeitweise sogar von sich selbst abgeschrieben worden. Dennoch habe er bislang stets einen Weg gefunden, sich zurückzukämpfen.
Seine erste WWE-Karriere schien nach der Entlassung 2020 abgeschlossen. Daraufhin etablierte er Matt Cardona außerhalb des Unternehmens neu. Später glaubte er selbst nicht mehr ernsthaft an eine Rückkehr, ehe sich Ende 2025 innerhalb weniger Monate doch noch eine neue Gelegenheit entwickelte.
Seit dem 2. Januar 2026 steht Cardona wieder dauerhaft bei WWE unter Vertrag. Mit inzwischen 41 Jahren betrachtet er auch sein Alter nicht als entscheidendes Hindernis. Cardona erklärte, dass er sich körperlich besser fühle als früher und seine heutigen Leistungen im Ring sogar höher einschätze als die seiner frühen Zwanziger.
Zugleich ist ihm bewusst, dass zahlreiche jüngere Wrestler im Roster nach oben drängen. Entsprechend müsse er weiterhin mit dieser neuen Generation mithalten. Dass auch Wrestler in seinem Alter oder darüber hinaus auf höchstem WWE-Niveau erfolgreich sein können, betrachtet Cardona jedoch als zusätzlichen Beleg dafür, dass sein persönliches Zeitfenster noch nicht geschlossen ist.
Cardona will keinen Plan B
Cardona weiß inzwischen, dass er auch außerhalb von WWE erfolgreich sein kann. Dennoch betrachtet er die Independent-Szene derzeit bewusst nicht als Plan B.
Stattdessen konzentriert er sich auf sein größtes noch unerfülltes Karriereziel. Bei einem künftigen Gespräch mit Chris Van Vliet würde er gerne über den Gewinn der WWE Championship sprechen.

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