TKO Präsident Mark Shapiro nutzte die UBS Global Media and Communications Conference, um ausführlich über die aktuellen Entwicklungen und strategischen Zukunftspläne von WWE, UFC und der TKO Holding zu sprechen. Dabei ging er auf mehrere zentrale Geschäftsbereiche ein, die im kommenden Jahr maßgeblich zum Wachstum beitragen sollen. Seine Aussagen lieferten einen weitreichenden Überblick über laufende Veränderungen, ambitionierte Projekte und geplante Medienpartnerschaften. Shapiro betonte, dass TKO bei vielen der gesetzten Ziele bereits deutlich vor dem ursprünglichen Zeitplan liege und die Entwicklungen schneller voranschreiten als erwartet.
Der Wechsel der UFC zu Paramount und das Ende des klassischen Pay-per-View Modells in den USA
Ein Schwerpunkt seiner Ausführungen lag auf der bevorstehenden Integration großer UFC Inhalte bei Paramount ab Januar 2026. Shapiro bezeichnete diesen Übergang als einen entscheidenden Schritt, da er die traditionelle Struktur des Pay per View Modells in den USA nahezu vollständig ablöst. Rund die Hälfte der Events wird künftig auf CBS zu sehen sein. Dies erhöht die Reichweite erheblich und schafft eine breitere mediale Präsenz. Für internationale Märkte, darunter Kanada, bleibt das Pay-per View Modell jedoch weiterhin bestehen, da dort nach wie vor stabile Umsätze erzielt werden. Mit diesem Vorgehen verfolgt TKO ein Modell, das regionale Unterschiede gezielt berücksichtigt und auf die jeweiligen Marktbedingungen abstimmt.
Das geplante UFC Event im Weißen Haus und seine Bedeutung für TKO
Besonderes Aufsehen erregte Shapiros Kommentar zum UFC Event, das am 14. Juni im Weißen Haus stattfinden soll. Er beschrieb die Veranstaltung als ein Spektakel, das in seiner öffentlichen Wahrnehmung sogar größer sein werde als UFC 306 im Sphere in Las Vegas. Da keine Eintrittskarten angeboten werden, steht nicht der direkte Umsatz im Vordergrund. Stattdessen setzt TKO auf die enorme mediale Reichweite, die mit einem Event auf diesem historischen Gelände verbunden ist. Shapiro erklärte, dass die öffentliche Aufmerksamkeit, die Sponsoreninteressen und die globale Berichterstattung einen deutlich höheren Wert darstellen als klassische Ticketverkäufe.
Perspektiven einer möglichen Paramount und Warner Bros. Discovery Fusion
Shapiro kommentierte zudem die Möglichkeit einer Fusion zwischen Paramount und Warner Bros Discovery. Eine solche Entwicklung könnte zur Folge haben, dass UFC und WWE Inhalte theoretisch auf Sendern wie HBO oder TNT erscheinen. Shapiro machte deutlich, dass TKO diese Option aufmerksam beobachtet, da sie für die weitere Medienstrategie relevant werden könnte. Konkrete Planungen stellte er jedoch nicht in Aussicht, da die Gespräche zwischen den Unternehmen noch auf einer übergeordneten Ebene geführt werden. Die Aussicht auf zusätzliche Plattformen verdeutlicht jedoch das Potenzial einer noch breiteren globalen Verbreitung der Inhalte von TKO.
Zuffa Boxing als neues Großprojekt und die Pläne für den internationalen Markt
Ein weiterer bedeutender Themenpunkt war die Einführung von Zuffa Boxing. Shapiro bestätigte, dass dieses neue Projekt ähnlich strukturiert sein wird wie die UFC. Es sollen etwa 200 Boxer unter Vertrag stehen, wobei das Matchmaking nach dem Prinzip „Die Besten gegen die Besten“ organisiert werde. Der erste große Event ist für Freitag, den 23. Januar geplant, einen Tag vor UFC 324 in Las Vegas. Shapiro bezeichnete Saudi-Arabien als einen spektakulären Partner und erklärte, dass nach Erreichen bestimmter wirtschaftlicher Schwellen langfristig eine gleichberechtigte fünfzig zu fünfzig Partnerschaft möglich sei. Damit deutet sich ein weitreichender internationaler Ausbau an, der Zuffa Boxing gezielt auf globalen Wachstumskurs bringen soll.
Lob für WWE Wrestlepalooza und die Bedeutung des erfolgreichen Starts
Im WWE Bereich lobte Shapiro ausdrücklich den Erfolg von Wrestlepalooza im September. Er hob hervor, dass ESPN als Ausstrahlungspartner starke Zahlen erzielt habe und das Format bereits jetzt das Potenzial habe, sich zu einer jährlichen Veranstaltung zu entwickeln. Dieser Erfolg bestätige die Richtigkeit der aktuellen Programmstrategie und zeige, wie stark die Nachfrage nach innovativen WWE Formaten sei. Wrestlepalooza gilt innerhalb des Unternehmens als eines der Projekte mit besonders großem Wachstumspotenzial, da es erstmals in dieser Weise präsentiert wurde und dennoch einen äußerst erfolgreichen Start hinlegte.
Neue Informationen zur Zukunft der WWE Bibliothek und dem kommenden Medienvertrag
Ein besonders relevanter Punkt für WWE‑Fans betrifft die Zukunft der umfangreichen WWE‑Bibliothek. Shapiro gab erstmals konkrete Auskünfte zu den Plänen für die archivierten Inhalte. Er erklärte: „Was die Bibliothek betrifft, so arbeiten wir derzeit an einem nicht exklusiven Vertrag. Ich denke, wir werden im ersten Quartal etwas bekanntgeben können.“
Damit bestätigte er offiziell, dass WWE an einem neuen Medienvertrag arbeitet, der nicht exklusiv sein soll und Anfang 2026 vorgestellt wird – wir berichteten. Der bisherige Fünfjahresvertrag mit Peacock endet zu diesem Zeitpunkt. Dieser Vertrag umfasste sowohl die WWE Bibliothek als auch die Live-Events des Unternehmens. Shapiros Aussagen verdeutlichen, dass WWE die Bibliothek künftig als eigenständiges Rechtepaket vermarkten möchte, das sich von den Live-Übertragungen unterscheidet.
Der aktuelle Status der NXT-Premium-Live Events innerhalb der Medienstrategie
Shapiro äußerte sich auch zur Zukunft der NXT Premium Live Events, die derzeit auf Peacock laufen. Auf Nachfrage erklärte er, dass diese Inhalte bewusst noch nicht auf dem Markt angeboten werden. Er begründete dies mit der Vielzahl paralleler Projekte und dem Anspruch, strategisch und sorgfältig vorzugehen. Sein Kommentar lautete: „Wir haben die NXT PLEs noch nicht auf den Markt gebracht, wir haben derzeit viel zu tun und wollen dabei klug und strategisch vorgehen. Wir haben es nicht eilig. Wir müssen überlegt und umsichtig vorgehen.“
Damit machte Shapiro deutlich, dass NXT ein wichtiger Bestandteil der zukünftigen Medienstrategie bleibt, jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt separat verhandelt wird.
TKO plant derzeit keine neuen Firmenübernahmen trotz wachsender Nachfrage
Zum Ende seines Auftritts ging Shapiro auf die zunehmende Anzahl von Anfragen ein, die TKO von Städten und Regionen erhält, die künftig WWE oder UFC Events ausrichten möchten. Er betonte, dass das Interesse an beiden Marken weiterhin steigt und zunehmend internationale Dimensionen annimmt. Gleichzeitig erklärte er, dass TKO trotz dieser positiven Entwicklung aktuell keine neuen Firmenübernahmen plant. Das Unternehmen konzentriert sich stattdessen darauf, bestehende Geschäftsmodelle auszubauen und die globalen Partnerschaften Schritt für Schritt zu erweitern.