Das WWE Intercontinental Championship Match zwischen Penta und Je’Von Evans bei RAW vom 25. Mai hat gleich auf zwei Ebenen für Gesprächsstoff gesorgt. Während der ehemalige WCW-Star Disco Inferno öffentlich Kritik an der Arbeitsweise beider Wrestler übte, zeichnet ein Bericht aus dem Backstagebereich ein ganz anderes Bild.
Penta verteidigt Belt in hochtempoigem Match
Penta hatte den Belt seit dem 2. März 2026, als er Dominik Mysterio im Main Event von RAW in Indianapolis besiegte. Seine Regentschaft umfasst bereits mehrere erfolgreiche Titelverteidigungen, darunter ein Ladder Match bei WrestleMania 42.
Evans befindet sich auf einem steilen Aufstieg: Seit seiner Ankunft im Main Roster hat er sich schnell als eines der auffälligsten jungen Talente bei RAW etabliert. Bereits beim WWE Saturday Night’s Main Event im Dezember 2025 gehörte er zu den Namen, die an diesem historischen Abend ihre erste große Bühne bekamen.
Das Match vom 25. Mai bot mit Hurricanranas, Cuttern, waghalsigen Sprüngen, Superkicks, einem Penta Driver und zahlreichen knappen Near-Falls ein hohes Tempo. Eine besonders dramatische Szene war, als Evans in die Ecke des Kommentatorentisches geschleudert wurde. Kommentator Michael Cole bemerkte daraufhin, dass er sich möglicherweise das Rückgrat gebrochen habe.
Das Philadelphia-Publikum feierte die Action mit lauten Chants. Am Ende behielt Penta seinen Belt, nachdem er Evans mit einem Mexican Destroyer getroffen hatte. Trotz der Niederlage war Evans einer der meistdiskutierten Wrestler des Abends.
Disco Infernos X-Kritik: Selling als Streitpunkt
Direkt nach der Show meldete sich der ehemalige WCW-Star Disco Inferno auf X zu Wort. Sein Kritikpunkt war nicht das Tempo oder die Akrobatik, sondern die Art und Weise, wie beide Wrestler die Aktionen ihres jeweiligen Gegners wirken ließen. Er erklärte, es würde nicht schaden, einige dieser Moves besser zu verkaufen. Im Wrestling bedeutet „Selling“ die Fähigkeit, auf Attacken des Gegners glaubwürdig zu reagieren, also Schmerzen, Erschöpfung und die kumulative Wirkung eines Matches überzeugend darzustellen.
Discos Kritikpunkt ist in der Wrestling-Welt kein neues Thema: Die Debatte darüber, ob modernes Wrestling zu sehr auf dichte Action setzt und zu wenig auf Dramaturgie, ist seit Jahren ein Dauerthema. In diesem Fall sah Disco das Problem darin, dass beide Männer nach großen Momenten sofort weitermachten, statt dem Publikum Zeit zu geben, die Wirkung zu verarbeiten. Dass die Halle den Match lautstark mit Chants feierte, deutet allerdings darauf hin, dass das Publikum offenbar zu einer anderen Einschätzung kam.
Backstagebereich zeichnet deutlich positiveres Bild: Roman Reigns und Becky Lynch als starke Signale
Discos öffentliche Einschätzung steht in deutlichem Kontrast zu dem, was Rope Break aus dem Backstagebereich berichtet. Demnach werde Evans von seinen Wrestlerkollegen und dem Kreativteam der WWE regelmäßig für seine Arbeit gelobt.
Der Blick hinter die Kulissen zeichnet ein deutlich positiveres Bild. Laut einem Bericht von Rope Break werde Evans von seinen Wrestlerkollegen und dem WWE-Kreativteam regelmäßig für seine Arbeit gelobt. Besonders aussagekräftig ist dabei, dass sowohl Roman Reigns als auch Becky Lynch konkret mit Evans im Backstagebereich gearbeitet haben sollen, also aktive Mentoring-Einheiten absolviert haben. Im WWE-Umfeld gilt das als starkes Signal: Etablierte Top-Stars, die zu den prägendsten Namen des Rosters gehören, geben diese Zeit nur gezielt an Talente weiter, bei denen sie langfristiges Potenzial sehen.
Evans debütierte erst am 5. Januar offiziell bei RAW und war seitdem unter anderem im Royal Rumble, in der Elimination Chamber und im Ladder Match um die IC Championship bei WrestleMania 42 im Einsatz. Die Entwicklung, die er dabei gezeigt hat, scheint intern nicht unbemerkt geblieben zu sein. Das Bild, das sich hinter den Kulissen von ihm zeichnet, hat mit Discos Kritik an einem einzelnen Match wenig gemein.

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