Für Kofi und Austin Creed hat der Wechsel zu AEW eine neue berufliche Richtung eröffnet, doch ein Teil ihrer gemeinsamen Vergangenheit bleibt eng mit ihnen verbunden. In mehreren aktuellen Interviews wird deutlich, dass der Abschied von WWE für beide nicht nur eine Frage neuer Möglichkeiten war. Besonders die Beziehung zu Big E und die Art, wie sich ihre Wege langsam auseinanderentwickelten, spielen bis heute eine wichtige Rolle.
Austin Creed erinnert sich an einen Moment, der ihn persönlich getroffen hat
Im Gespräch mit Ariel Helwani schilderte Creed eine Situation, die ihm besonders im Gedächtnis geblieben ist. Während einer Phase, in der The New Day innerhalb der WWE-Storyline voneinander getrennt und gegeneinander positioniert wurden, hielt Creed diese Rollenverteilung auch außerhalb der Shows konsequent aufrecht. Bei einem WrestleMania-Red-Carpet-Auftritt ignorierte er Big E bewusst, um die laufende Geschichte nicht zu unterbrechen.
Was zunächst lediglich als Teil des Kayfabe gedacht war, bekam für Creed eine andere Bedeutung, als sein damals dreijähriger Sohn die Situation später ansprach. Das Kind habe sich daran erinnert, dass Big E nicht mit ihnen gesprochen hatte, und Creed gefragt, warum dies so gewesen sei. Für den Wrestler wurde damit deutlich, dass eine Geschichte, die im Fernsehen funktionieren sollte, auch Auswirkungen auf seine Familie hatte.
Creed habe sich daraufhin gefragt, welche Botschaft er seinem Sohn vermitteln wolle. Big E sei für ihn kein Gegner, sondern ein enger Freund und praktisch ein Bruder. Deshalb habe es sich falsch angefühlt, einem kleinen Kind vorzuleben, dass man einen geliebten Menschen ignorieren müsse, nur weil eine Wrestling-Story dies verlange.
Die Wege von Kofi, Creed und Big E trennten sich schrittweise
Kofi machte im selben Interview deutlich, dass die berufliche Trennung der drei ohnehin kein einzelner Moment gewesen sei. Nach Big Es schwerer Nackenverletzung veränderte sich die Situation fortwährend. Während Kofi und Creed weiterhin als aktive Wrestler unterwegs waren, übernahm Big E andere Aufgaben und war unter anderem als Kommentator und Medienpersönlichkeit präsent. Dadurch hätten sich ihre täglichen Abläufe automatisch voneinander entfernt.
Der spätere WWE-Abschied von Kofi und Creed machte diese Entwicklung lediglich endgültig sichtbar. Hinter den Kulissen habe es deshalb keinen dramatischen Bruch gegeben. Die drei hätten miteinander gesprochen und akzeptiert, dass ihre Karrieren nun in unterschiedliche Richtungen führen. Big E unterstützte den Schritt seiner langjährigen Partner, während Kofi und Creed ihm ebenso jede Entscheidung für seine Zukunft gönnen.
Swerve Strickland möchte Big E ausdrücklich nicht ersetzen
Mit dem AEW-Debüt von Kofi und Creed entstand zwangsläufig die Frage, welche Rolle Swerve Strickland an ihrer Seite einnimmt. Gemeinsam gewannen die drei bei All In London unmittelbar die AEW World Trios Championship, wodurch Vergleiche mit The New Day kaum zu vermeiden waren. Swerve stellte im Gespräch mit „Black Couch Booking“ jedoch klar, dass er keinerlei Interesse daran habe, Big Es Position einzunehmen.
Er bezeichnete Big E ausdrücklich als jemanden, den er niemals ersetzen könne. Für Swerve geht es darum, gemeinsam mit Kofi und Creed etwas Neues aufzubauen, statt eine frühere Gruppierung unter anderem Namen zu kopieren. The New Level solle nach vorn weisen und nicht davon leben, ständig auf das zurückzublicken, was Kofi und Creed bei WWE erreicht haben.
Swerve räumte ein, dass ein Teil der Fans die neue Konstellation zunächst kritisch betrachten werde. Die Erwartung rund um The New Day sei nach mehr als einem Jahrzehnt schließlich enorm. Gerade deshalb müsse die neue Verbindung ihre eigene Identität entwickeln.
The New Level soll bewusst kein zweites New Day werden
Diese Haltung passt zum Versuch, Kofi und Creed nach ihrem Wechsel eine neue Richtung zu geben. Swerve erklärte, dass Musik, Zeitpunkt des Debüts und Zusammensetzung der Gruppe für ihn genau im richtigen Moment zusammengekommen seien.
Big E bleibt dabei ein wichtiger Teil ihrer persönlichen Geschichte. Kofi und Creed haben mehrfach deutlich gemacht, dass sich an ihrer Freundschaft nichts geändert habe. Gleichzeitig scheint allen Beteiligten bewusst zu sein, dass ein neuer Abschnitt nur funktionieren kann, wenn AEW nicht versucht, The New Day nachzubauen. Swerve positioniert sich deshalb als neuer Partner mit eigener Persönlichkeit und eigener Geschichte.
Creeds alter Ringname macht den Neustart besonders persönlich
Für Austin Creed erhielt der Wechsel zu AEW noch durch ein weiteres Detail eine persönliche Bedeutung. Beim späteren Anschauen seines All-In-Auftritts sei er emotional geworden, als er hörte, wie er als „Awesome Austin Creed“ angekündigt wurde. Diesen Namen verwendete er bereits als sehr junger Wrestler, lange bevor er bei WWE als Xavier Woods bekannt wurde.
Für Creed schloss sich damit ein Kreis. Nach vielen Jahren unter seinem WWE-Namen kehrte er ausgerechnet bei einem der größten Auftritte seiner Karriere zu einer Identität zurück, die am Anfang seines Weges gestanden hatte. Der Wechsel zu AEW ermöglicht ihm damit auch, Teile seiner eigenen Wrestling-Geschichte wieder aufzugreifen.

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