Kevin Owens hat eine der schwierigsten Phasen seiner Karriere hinter sich. Über viele Monate hinweg war unklar, ob der frühere WWE Champion überhaupt noch einmal in den Ring zurückkehren würde. Inzwischen ist er wieder Teil des aktiven Kaders und steht erneut in großen Matches.
Wie ernst seine Situation zeitweise tatsächlich war und welche Gedanken ihn während der langen Pause begleiteten, hat Owens nun erstmals „ausführlicher“ geschildert. Dabei wurde deutlich, dass seine Rückkehr keineswegs selbstverständlich war.
Kevin Owens bemerkte bereits Anfang 2025 erste Probleme
Im Gespräch mit dem Toronto Sun erklärte Owens, dass sich erste Warnzeichen bereits Anfang Januar 2025 bemerkbar gemacht hätten. Zwischenzeitlich hätten sich die Beschwerden jedoch wieder verbessert. Owens konnte deshalb weiterhin auftreten und bestritt unter anderem das körperlich äußerst intensive Ladder Match gegen Cody Rhodes beim Royal Rumble. Erst nach seinem Unsanctioned Match gegen Sami Zayn bei Elimination Chamber habe sich die Situation deutlich verändert.
Owens bemerkte nach eigener Aussage, dass seine Beine nicht mehr richtig auf die Bewegungen reagierten, die er ausführen wollte. Für einen professionellen Wrestler war dies ein besonders alarmierendes Zeichen. Da sich die Probleme nicht kurzfristig besserten, folgten weitere Untersuchungen.
MRT-Untersuchung offenbarte das tatsächliche Ausmaß
Besonders bemerkenswert ist, dass die Ursache zunächst offenbar nicht eindeutig zu erkennen war. Owens schilderte, dass seine Symptome nicht unbedingt dem klassischen Bild entsprochen hätten, bei dem sofort eine schwerwiegende Verletzung des Nackens vermutet werde. Eine MRT-Untersuchung sei deshalb zunächst nicht zwangsläufig der offensichtlichste nächste Schritt gewesen.
Als schließlich genauere Aufnahmen gemacht wurden, änderte sich die Situation jedoch schlagartig. Die Ärzte stellten Schäden im Nackenbereich fest, die eine Fortsetzung seiner Wrestling-Karriere zu diesem Zeitpunkt unmöglich machten. Owens wurde mitgeteilt, dass er nicht weiter antreten könne und operiert werden müsse. Später erklärte er, dass auch sein Rückenmark erheblich betroffen gewesen sei.
Zusätzlich soll eine besondere anatomische Gegebenheit in seinem Nacken den Fall komplizierter gemacht haben. Dadurch ließ sich nur schwer vorhersagen, wie sein Körper auf den Eingriff reagieren und ob eine spätere Rückkehr in den Ring überhaupt möglich sein würde.
Eine Wrestling-Rückkehr war zu keinem Zeitpunkt garantiert
Owens unterzog sich im Juli 2025 einer Operation. Auch danach begann jedoch eine lange Phase der Unsicherheit. Die Ärzte konnten ihm nicht versprechen, dass er jemals wieder professionell wrestlen würde. Ein zusätzlicher Faktor war die Heilung der Knochen. Kontrolluntersuchungen lieferten über Monate hinweg nicht die erhofften Fortschritte, sodass sich eine mögliche Freigabe immer weiter verzögerte.
Owens musste deshalb ernsthaft mit dem Gedanken leben, dass sein letztes Match möglicherweise bereits hinter ihm liegen könnte. Erst im Sommer 2026 brachte eine weitere Untersuchung die entscheidende positive Entwicklung. Am 18. Juli, genau ein Jahr nach seiner Operation, durfte Owens erstmals wieder im Ring trainieren. Danach ging alles ausgesprochen schnell.
Owens absolvierte den letzten Freigabeprozess in nur neun Tagen
Der abschließende Prozess zur medizinischen Freigabe sollte ursprünglich etwa vier Wochen dauern. Owens wollte jedoch offenbar keine zusätzliche Zeit verlieren. Er absolvierte die vorgesehenen Tests, Trainings- und Belastungseinheiten in deutlich kürzeren Abständen und schaffte den gesamten Prozess nach eigener Aussage innerhalb von nur neun Tagen – wie bereits berichtet
Kurz darauf folgte beim SummerSlam die Rückkehr in ein offizielles WWE-Match. Nach fast 17 Monaten Pause trat Owens nicht in einem vorsichtig aufgebauten Comeback-Match an, sondern wurde unmittelbar wieder einer hohen körperlichen Belastung ausgesetzt.
Kevin Owens will nach der Operation nicht vorsichtiger wrestlen
Im weiteren Gesprächsverlauf wurde Owens gefragt, ob die schwere Verletzung seinen Wrestling-Stil künftig verändern werde. Er gab daraufhin eine klare Antwort. Er könne zwar verstehen, dass viele Menschen hofften, er werde künftig weniger Risiken eingehen. Genau das habe er jedoch nicht vor. Er könne seine Arbeit nicht mit halber Intensität ausüben. Eine bewusst gebremste Version seiner selbst würde weder zu seiner bisherigen Karriere noch zu dem Wrestler passen, der er seit mehr als zwei Jahrzehnten ist.
Gespräch mit Shawn Michaels über die mentale Seite eines Comebacks
Über diese Einstellung sprach Owens zuletzt auch mit Shawn Michaels im WWE Performance Center. Michaels kennt selbst die schwierige Situation, nach einer schweren Verletzung und langer Pause wieder Vertrauen in den eigenen Körper entwickeln zu müssen.
Owens erklärte, dass übermäßige Vorsicht sogar zusätzliche Probleme verursachen könne. Wer plötzlich jede einzelne Bewegung bewusst kontrolliere und ständig darüber nachdenke, ob etwas gefährlich sei, könne Bewegungsabläufe verändern, die normalerweise automatisch ablaufen.
Dadurch kann sogar ein zusätzliches Verletzungsrisiko entstehen. Die Herausforderung für Owens besteht deshalb darin, seinem Körper wieder zu vertrauen und im Ring nicht ständig an die frühere Verletzung zu denken.
Auch Ladder-, Tables- und Cage Matches schließt Owens nicht aus
Diese Haltung gilt offenbar auch für besonders körperbetonte Matcharten. Owens machte deutlich, dass er grundsätzlich weiterhin bereit wäre, in Ladder Matches, Tables Matches oder Cage Matches anzutreten. Er selbst räumte scherzhaft ein, dass seine Ärzte diese Aussage vermutlich nicht besonders gerne hören dürften.
Owens würde eher aufhören, als nur noch mit angezogener Handbremse zu wrestlen
Besonders deutlich wurde Owens, als die Frage aufkam, wo für ihn persönlich die Grenze liegt. Sollte er feststellen, dass er langsamer, vorsichtiger oder zurückhaltender wrestlen muss und dies auch für die Zuschauer erkennbar wird, würde er eher darüber nachdenken, gar nicht mehr anzutreten. Er möchte seine Karriere nicht als abgeschwächte Version des Wrestlers beenden, der er 26 Jahre lang gewesen ist.

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