Kenny Omega hat offen über eine der schwierigsten Phasen seiner Karriere gesprochen und dabei eingeräumt, wie nah er einem Rücktritt vom Wrestling stand. Gleichzeitig äußerte sich der AEW-Star zur aktuellen Diskussion um steigende Ticketpreise und stellte klar, welchen Ansatz All Elite Wrestling verfolgt.
Gesundheitliche Probleme stellten Karriere infrage
In einem Interview mit CBC News Manitoba sprach Omega über seine gesundheitliche Situation und seinen Weg zurück in den Ring. Der frühere AEW World Champion kämpfte über einen längeren Zeitraum mit Divertikulitis. Diese Erkrankung zwang ihn mehrfach dazu, Matches abzusagen, und ließ Zweifel an seiner Zukunft im Wrestling aufkommen.
Rückblickend machte Omega deutlich, dass er sich bereits mit dem Gedanken abgefunden hatte, seine aktive Karriere beenden zu müssen. Besonders prägend war für ihn die Möglichkeit, nie wieder auf dem gleichen Leistungsniveau antreten zu können. In dieser Phase setzte er sich intensiv mit einer möglichen Zukunft außerhalb des Rings auseinander und zog in Betracht, eine Rolle im Backstagebereich zu übernehmen.
„Ein wichtiger Punkt, der mir auf diesem Weg sehr geholfen hat, war meine Einstellung: Ich war bereit, notfalls einen großen Schritt zurückzugehen. Selbst wenn ich eine Rolle im Unternehmen übernommen hätte, die nichts mit dem Wrestling im Ring zu tun hat, also eher im Hintergrund, ohne im Rampenlicht zu stehen, wäre das für mich völlig in Ordnung gewesen. Mir ging es vor allem darum, Teil von AEW zu sein – mit all den großartigen Fans und talentierten Wrestlern.
Ich glaube, dass mir diese innere Ruhe und die Fähigkeit, meine Situation anzunehmen, wirklich geholfen haben, gezielt daran zu arbeiten, das zurückzuholen, was ich verloren hatte. Wenn ich stattdessen in Panik geraten wäre, hätte ich wahrscheinlich kopflos reagiert und nicht gewusst, welchen Weg ich einschlagen oder was ich als Nächstes tun soll.“
Offenheit für neue Wege und klare Zielsetzung
Im weiteren Verlauf betonte Omega, dass für ihn nicht allein das Ergebnis entscheidend gewesen sei. Vielmehr habe er großen Wert darauf gelegt, alle Möglichkeiten auszuschöpfen und sich selbst nichts vorwerfen zu müssen.
„Ich denke, man muss in so einer Situation ehrlich zu sich selbst sein und offen dafür bleiben, neue Dinge auszuprobieren. Gleichzeitig sollte man auch akzeptieren können, wenn etwas nicht funktioniert, und sich dann sagen: Ich habe alles versucht, was möglich war. Mir ist wichtig, später nicht sagen zu müssen, dass ich es gar nicht erst probiert habe.“
AEW positioniert sich bewusst als Alternative
Neben seinen persönlichen Einblicken äußerte sich Omega auch zur Entwicklung der Ticketpreise in der Branche. Hintergrund ist die Diskussion um steigende Kosten bei WWE-Events, insbesondere im Umfeld von WrestleMania 42.
Omega blickte zunächst auf seine eigenen Erfahrungen als Fan zurück und erinnerte daran, dass er in Winnipeg vor allem WWE-Shows live verfolgt habe. Diese regelmäßigen Veranstaltungen hätten die Region über Jahre hinweg geprägt.
„Der größte Teil des Wrestlings, den ich in Winnipeg erlebt habe, war WWE, vor allem bei Live-Shows. Andere Angebote gab es dort kaum. WWE kam aber regelmäßig, mindestens zweimal im Jahr, mit Houseshows, Monday Night Raw und auch TV-Aufzeichnungen vorbei.“
Er erklärte außerdem, dass die Fans dort mit der Zeit ein gutes Gefühl für verschiedene Arten von Shows entwickelt haben, weil sie sowohl große Produktionen als auch kleinere Veranstaltungen gesehen haben.
„Genau deshalb ist Winnipeg in Manitoba für mich ein besonderer Ort für Wrestling. Dort gab es immer WWE-Events, gleichzeitig aber auch viele kleinere unabhängige Shows. Die Fans haben dadurch die ganze Entwicklung miterlebt, von kleinen Anfängen bis hin zu großen Events.“
Fokus auf faire Preise und Fan-Zugänglichkeit
Vor diesem Hintergrund stellte Omega klar, wie AEW sich bewusst im Markt positioniert. Die Promotion sehe sich weder als direkten Ersatz für WWE noch als klassische Independent-Liga, sondern als eigenständige Alternative mit klarem Fokus auf Unterhaltung und Erreichbarkeit für Fans.
„Wir sehen uns als eine Art Alternative. Wir sind weder WWE noch eine kleine Indie-Promotion. Wir sind einfach AEW. Unser Ziel ist es, die unterhaltsamste Live-Show zu bieten, die man besuchen kann. Und ich finde, dass unsere Ticketpreise, gerade für familienfreundliche Veranstaltungen, wirklich fair sind. Gleichzeitig achten wir darauf, beim Inhalt keine Abstriche zu machen. Die Fans bekommen immer viel Wrestling für ihr Geld.“
Omega hob hervor, dass AEW häufig umfangreiche Inhalte bietet, darunter auch mehrere Aufzeichnungen bei einem Event. Gleichzeitig werde darauf geachtet, dass Fans nicht durch hohe Preise abgeschreckt werden.
„Ich glaube sogar, dass wir in Winnipeg zwei Shows direkt hintereinander aufzeichnen. Das heißt, ihr bekommt eine Menge AEW geboten, ohne dafür ein Vermögen ausgeben zu müssen. Das ist kein Angriff auf andere Veranstalter, sondern einfach die Realität: Wenn ihr eine TV-Produktion live erleben, euch vielleicht sogar selbst im Fernsehen sehen und herausfinden wollt, was AEW besonders macht, könnt ihr das zu einem erschwinglichen Preis tun.“
Zum Abschluss unterstrich Omega, dass die Zugänglichkeit für unterschiedliche Zielgruppen ein zentraler Bestandteil der AEW-Philosophie sei.
„Ich freue mich sehr darüber, dass es bei uns Ticketpreise für jedes Budget gibt. Egal, ob man ein großer AEW-Fan ist oder einfach nur einen schönen Wrestling-Abend mit Familie oder Freunden erleben möchte – es ist für jeden etwas dabei. Darauf bin ich bei AEW wirklich stolz.“
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