Kane blickt auf seine WWE-Karriere zurück: Überraschende Einblicke und interessante Hintergründe

Kane steht auf dem Apron und blickt in die Zuschauermenge
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In der WWE-Reihe Photo Shoot auf YouTube blickte Kane ausführlich auf seine außergewöhnliche Karriere zurück. Dabei sprach Glenn Jacobs so offen wie selten über einige der prägendsten Stationen seines WWE-Werdegangs – von seiner Zeit als Fake Diesel über die Entstehung des Kane-Charakters bis hin zu Corporate Kane und dem Moment, als er nach jahrelanger Maskierung erstmals sein Gesicht zeigte.

Fake Diesel: Nicht die Idee war das Problem

Bevor Glenn Jacobs als Kane Wrestling-Geschichte schrieb, schlüpfte er 1996 zunächst in eine ganz andere Rolle. Nachdem Kevin Nash und Scott Hall die WWF verlassen hatten, um zur WCW zu wechseln, entschied sich die WWE, die Figuren Diesel und Razor Ramon mit neuen Wrestlern weiterzuführen. Glenn Jacobs übernahm die Rolle des neuen Diesel, während Rick Bognar als neuer Razor Ramon auftrat.

Kane erinnerte sich daran, dass er sich damals gerade in Südafrika befand, als Jerry Brisco ihn kontaktierte und ihm mitteilte, Vince McMahon wolle persönlich mit ihm sprechen. Rückblickend hält Jacobs die Grundidee hinter dem Konzept sogar für sinnvoll.

Geplant war, Jim Ross als Bösewicht auftreten zu lassen. Er sollte behaupten, dass nicht Kevin Nash und Scott Hall die eigentlichen Stars gewesen seien, sondern dass er selbst die Figuren Diesel und Razor Ramon erschaffen habe und sie deshalb jederzeit ersetzen könne.

Kane ist der Ansicht, dass das Konzept nicht an den Wrestlern scheiterte, sondern an einer entscheidenden Kleinigkeit: Das Publikum akzeptierte Jim Ross einfach nicht als Heel. Zu diesem Zeitpunkt war JR für die Fans bereits fest als beliebter Kommentator etabliert. Dadurch funktionierte die gesamte Geschichte nicht wie geplant.

Trotz des kurzen Gastspiels blickt Kane positiv auf diese Phase zurück. Die Zeit als Fake Diesel habe ihm gezeigt, dass er das Potenzial besitze, dauerhaft in der WWE zu bestehen und auf höchstem Niveau mitzuhalten.

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Warum Kane kein Horror-Monster wurde

Als wenig später der Kane-Charakter entwickelt wurde, hatte Glenn Jacobs zunächst eine völlig andere Vorstellung von dessen Aussehen. Er ging davon aus, dass seine Figur einem klassischen Horrorfilm-Killer wie Jason Voorhees ähneln würde – mit einer möglichst furchteinflößenden und düsteren Erscheinung.

Als er schließlich das fertige Kostüm sah, war er zunächst überrascht. Statt eines Horror-Monsters präsentierte die WWE ein rot-schwarzes Outfit mit langen Haaren, das eher an einen Comic-Superhelden erinnerte als an einen Serienkiller.

Jacobs sprach Vince McMahon darauf direkt an. McMahon erklärte ihm daraufhin die Idee hinter dem Design. Man hätte den einfachen Weg gehen und Kane lediglich als Horrorfigur darstellen können. Stattdessen sollte die Figur psychologisch deutlich vielschichtiger wirken.

In der Geschichte war Kane durch ein Feuer schwer entstellt worden. Das auffällige Kostüm sollte symbolisieren, dass er versuchte, seine Narben und inneren Schmerzen hinter einer übertrieben imposanten Erscheinung zu verstecken.

Rückblickend bezeichnete Kane diese Erklärung als brillant. Gerade diese emotionale Tiefe habe den Charakter so erfolgreich gemacht. Wäre Kane lediglich als Jason-Voorhees-Kopie präsentiert worden, hätte die Figur vermutlich nie dieselbe Wirkung entfaltet.

Corporate Kane wurde überraschend zu einer seiner Lieblingsrollen

Besonders überraschend fiel Kanes Einschätzung zur Corporate-Kane-Phase aus. Viele Fans verbinden ihn vor allem mit dem schweigsamen Monster der Attitude Era. Seine liebste Charakterphase war jedoch eine ganz andere.

Jacobs erklärte, dass ihm die Zeit als Corporate Kane besonders viel Spaß gemacht habe. Damals trat er im Anzug als Director of Operations auf und arbeitete eng mit Triple H und Stephanie McMahon zusammen. Diese Rolle habe ihm die Möglichkeit gegeben, eine ganz andere Seite seines Könnens zu zeigen.

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Während er als maskiertes Monster überwiegend durch Körpersprache und Präsenz überzeugen musste, konnte er als Corporate Kane deutlich mehr Persönlichkeit, Mimik und Humor zeigen. Genau deshalb gehöre diese Phase bis heute zu seinen persönlichen Favoriten – auch wenn viele Fans damit vermutlich nicht gerechnet hätten.

Warum die Maske 2003 verschwinden musste

Ein weiterer wichtiger Abschnitt seiner Karriere begann am 23. Juni 2003. Damals verlor Kane bei Raw ein Match gegen Triple H, in dem seine Maske auf dem Spiel stand. Damit zeigte er nach fast sechs Jahren erstmals sein Gesicht im WWE-Fernsehen.

Heute ist Kane überzeugt, dass diese Entscheidung genau richtig war. Er habe das Gefühl gehabt, mit der maskierten Version des Charakters alles erreicht zu haben, was möglich gewesen sei. Die Maske habe zwar für eine geheimnisvolle und bedrohliche Ausstrahlung gesorgt, gleichzeitig aber seine Möglichkeiten als Darsteller eingeschränkt.

Für ihn lebt Wrestling vor allem von Emotionen. Um Gefühle glaubwürdig zu vermitteln und eine Verbindung zum Publikum aufzubauen, sei die Mimik ein entscheidender Bestandteil. Ohne sichtbares Gesicht seien viele Ausdrucksmöglichkeiten verloren gegangen. Deshalb habe der Schritt ohne Maske seiner Figur neue Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet.

Zum Abschluss erzählte Kane noch eine Anekdote mit einem Augenzwinkern. Bruce Prichard habe ursprünglich vorgeschlagen, ihm nach dem Verlust der Maske nur eine Hälfte der Haare abzurasieren, um die Verbrennungen noch deutlicher darzustellen.

Jacobs hielt diese Idee jedoch für wenig überzeugend und entschied kurzerhand, sich den gesamten Kopf zu rasieren – eine Entscheidung, die das spätere Erscheinungsbild von Kane nachhaltig prägte.