Jon Moxley und Renee Paquette haben in einem ausführlichen Interview sehr persönliche Einblicke in ihr gemeinsames Leben gegeben. Im Mittelpunkt standen dabei ihre Ehe, ihr Familienalltag mit Tochter Nora und die Frage, wie sie ihr Privatleben mit ihren fordernden Aufgaben bei AEW in Einklang bringen. Gleichzeitig sprachen beide darüber, warum ihre Beziehung trotz derselben Branche funktioniert und weshalb sie Berufliches und Privates so bewusst voneinander trennen.
Auf den ersten Blick könnten Jon Moxley und Renee Paquette kaum unterschiedlicher wirken. Moxley steht bei AEW für harte, kompromisslose und oft blutige Matches, während Paquette als Moderatorin und Interviewerin für Ruhe, Präsenz und Professionalität vor der Kamera bekannt ist. Gerade in dieser Wrestling-Welt ist ihre Beziehung jedoch gewachsen. Kennengelernt haben sich beide im Jahr 2013 während ihrer gemeinsamen Zeit bei WWE. 2017 heirateten sie, 2021 wurde ihre Tochter Nora geboren. Trotz ihres ungewöhnlichen Berufsalltags beschreiben beide ihre Ehe in vielen Punkten als bodenständig. Zwischen Reisen, TV-Terminen und Showtagen versuchen sie, gemeinsame Zeit bewusst zu genießen, sei es bei ruhigen Momenten zu Hause oder bei Unternehmungen mit ihrer Tochter.
Warum ihre Ehe nach all den Jahren funktioniert
Im Interview wurden beide auch auf ihr bevorstehendes zehnjähriges Hochzeitsjubiläum angesprochen. Dabei ging es um die Frage, was aus ihrer Sicht eine Ehe dauerhaft stabil hält. Renee Paquette reagierte zunächst mit Humor und spielte die Antwort ihrem Mann zu, den sie scherzhaft als den Romantiker der Beziehung bezeichnete. Moxley griff das in seiner typischen Art auf und erklärte mit einem Augenzwinkern, das sei ein Geschäftsgeheimnis, das man besser nicht verrate, weil sonst die ganze Illusion verloren gehe.
Im weiteren Verlauf erklärte Paquette dann deutlich genauer, wie sie ihre Beziehung sieht. Sie verglich ihre Ehe sinnbildlich mit einem Venn-Diagramm. Beide hätten ihre eigenen Aufgaben, ihre eigenen Verantwortungsbereiche und ihre eigenen Abläufe. Gleichzeitig gebe es aber einen gemeinsamen Bereich, in dem sie zusammenfinden. Genau dieses Gleichgewicht sei für sie entscheidend. Aus ihrer Sicht hilft es ihrer Beziehung sehr, dass sie nicht ständig aufeinanderhängen, obwohl sie im selben Unternehmen arbeiten. Gerade bei Paaren, die beruflich eng verbunden sind, könne es schnell passieren, dass man sich gegenseitig dauerhaft auf die Nerven gehe. Bei ihnen sei das anders.
Auch ihr Alltag bei AEW trägt dazu bei. Paquette erklärte, dass sie an Showtagen meist früher in der Halle eintrifft, weil sie vor Beginn der Veranstaltung bereits mehrere Aufgaben erledigen muss. Wenn Moxley später dazukommt, befindet er sich sofort komplett im Arbeitsmodus. Zwar verlassen beide die Arena am Ende häufig gemeinsam, dazwischen kreuzen sich ihre Wege aber eher kurz.
Moxley beschrieb diesen Unterschied auf seine Weise und erklärte, dass seine Frau für ihn im Berufsmodus fast wie ein anderer Mensch wirke. Wenn er sie im Studio-Look mit Make-up, Kopfhörern und ihrer professionellen Ausstrahlung sehe, nehme er eine andere Seite von ihr wahr. Paquette bestätigte im Gegenzug, dass auch sie ihren Mann in zwei unterschiedlichen Versionen erlebe. Der Jon, der am Abend mit ihr auf der Couch sitzt, sei nicht derselbe wie der Jon, den sie im beruflichen Umfeld sehe.
Wie beide Privatleben und AEW voneinander trennen
Ein zentraler Teil des Gesprächs drehte sich darum, wie stark Wrestling auch zu Hause präsent ist. Paquette erklärte, dass es bei ihnen nicht um ein komplettes Abschalten gehe, sondern eher um eine bewusste Balance. Natürlich hätten sie als Eltern ganz normale Familienmomente. Dazu gehören Kindersendungen, Fernsehen und alltägliche Abläufe. Gleichzeitig sei sie beruflich in einer besonderen Situation, weil sie durch Moxley einen tieferen Zugang zum Wrestling erhalten habe. Sie machte deutlich, dass sie durch ihn viele Blickwinkel auf das Geschäft kennengelernt habe, die ihr sonst womöglich nicht in dieser Form bewusst geworden wären. Das helfe ihr auch direkt in ihrer eigenen Arbeit als Moderatorin und Interviewerin.
Moxley schilderte seine Sicht deutlich klarer und konsequenter. Wenn er nach Hause komme und seine Tochter noch wach sei, dann konzentriere er sich vollständig auf sie. In diesem Moment spiele sein Handy keine Rolle, und er wolle sich gedanklich nicht mit anderen Dingen befassen. Er erklärte, dass er ungern mehrere Dinge gleichzeitig im Kopf habe. Erst wenn Nora schläft oder er wieder unterwegs ist, schaltet er innerlich zurück in den Arbeitsmodus. Besonders deutlich wurde seine Haltung durch die Aussage, dass es in seinem Zuhause kein Wrestling im Fernsehen gebe. Für ihn geht es dort darum, sich immer auf genau eine Sache zu konzentrieren und im jeweiligen Moment ganz präsent zu sein.
Diese Trennung scheint für ihn ein fester Bestandteil seines Alltags geworden zu sein. Gerade in einem Beruf, der körperlich und mental extrem fordernd ist, wirkt diese Haltung wie ein bewusst geschützter Raum. Während Paquette eher von Balance spricht, beschreibt Moxley einen klaren Wechsel zwischen Familienrolle und Arbeitsmodus.
Tochter Nora wächst mitten in der Wrestling-Welt auf
Ein besonders persönlicher Abschnitt des Interviews widmete sich Tochter Nora, die in diesem Jahr fünf Jahre alt wird. Paquette berichtete, dass Nora inzwischen ziemlich gut verstehe, was ihre Eltern beruflich machen. Sie sei von dieser Welt regelrecht fasziniert und habe vor allem Freude daran gefunden, Womens Wrestling zu schauen. Paquette erklärte, dass es ihr selbst viel Spaß mache, ihrer Tochter bestimmte Dinge zu zeigen und Wrestling gemeinsam mit ihr zu erleben. Bei den Matches ihres Vaters sei Nora allerdings deutlich zurückhaltender, weil diese auf sie viel härter und beängstigender wirkten.
Paquette erzählte außerdem, dass Nora schon jetzt ganz unterschiedliche Vorstellungen davon hat, was sie später einmal machen möchte. An manchen Tagen wolle sie alles über Fernsehen lernen, an anderen wiederum Wrestlerin wie ihr Vater werden. Für Paquette ist das ein Zeichen dafür, dass Nora im Grundsatz bereits begreift, womit ihre Eltern ihr Geld verdienen, auch wenn sie die ganze Tragweite natürlich noch nicht erfassen könne. Gleichzeitig schilderte Paquette, wie spannend es für sie als Mutter sei, zu beobachten, wie ihre Tochter diese Welt in sich aufnimmt. Sie denke oft darüber nach, welche Erinnerungen Nora später einmal an diese Zeit haben wird. Gemeint sind damit nicht nur die Shows selbst, sondern auch die Umkleiden, die Wrestlerinnen, die Kulissen und all die Menschen hinter den Kulissen, die schon früh am Tag daran arbeiten, dass eine TV-Produktion überhaupt zustande kommt.
Gerade dieser Blick auf Nora zeigt, wie ungewöhnlich und zugleich normal das Familienleben der beiden ist. Ihre Tochter wächst in einer Umgebung auf, die für viele Kinder völlig fremd wäre. Für sie ist sie dagegen Teil des Alltags.
Warum Jon Moxley und Renee Paquette im TV kaum gemeinsam auftreten
Auch die Dynamik der beiden im Fernsehen wurde im Interview angesprochen. Seit langer Zeit fällt auf, dass Moxley Interviews im AEW-TV in der Regel nicht mit seiner Frau führt und beide ihre reale Beziehung in den Shows kaum sichtbar ausspielen. Moxley erklärte, dass dieses Thema für ihn eigentlich gar keine große Rolle spiele. Er denke darüber nicht aktiv nach. Wenn sich etwas seltsam oder unpassend anfühlen würde, würden es ohnehin alle sofort merken.
Paquette ergänzte, dass es zwischen ihnen keine feste Absprache gebe, nach der einer dieses und der andere jenes mache oder sie sich an bestimmten Stellen bewusst nicht überschneiden dürften. Vielmehr würden sie merken, wenn etwas nicht stimmig wirke, und sich dann einfach für einen anderen Weg entscheiden. Für sie ist das kein Thema, über das sie ständig sprechen müssten.
Gleichzeitig gab sie offen zu, dass ihr bestimmte Elemente dieser Nähe zur Moxley-Perspektive in der Berichterstattung inzwischen besonders viel Spaß machen. Gerade bei den Continental Classic-Beiträgen und Momenten rund um seine Auftritte genieße sie es, genauer hinzusehen und kleine Details einzubauen. Sie erklärte, dass sie es liebe, diese menschliche Seite stärker in die Übertragung einzubringen. Dazu gehörten Hintergrundinformationen, Reaktionen der Zuschauer und Beobachtungen aus einer Perspektive, die nur sie in dieser Form liefern könne.
Gemeinsame Zeit, Fernsehen und Humor im Alltag
Zum Ende des Gesprächs wurde das Interview deutlich lockerer. Die beiden sprachen darüber, was sie eigentlich gemeinsam schauen, wenn Nora bereits schläft. Paquette erzählte, dass sie eine Serie zunächst allein gesehen habe, weil Moxley zwischenzeitlich unterwegs gewesen sei. Als er wieder da war, habe er nur teilweise mitbekommen, worum es inhaltlich überhaupt gehe, während sie ihm Figuren und Hintergründe zu erklären versuchte. Gleichzeitig schaue sie aktuell noch eine Serie, in der es um eine Lovestory geht. Dabei wurde auch deutlich, dass Moxley mit klassischem Fernsehen inzwischen nicht mehr besonders viel anfangen kann. Er erklärte, dass es zwar einzelne gute Serien gebe, ihn dieses passive Sitzen vor dem Fernseher im Allgemeinen aber nicht mehr besonders anziehe. Wenn er sich mit Paquette gemeinsam hinsetzt, dann vor allem deshalb, weil er diese Zeit mit ihr verbringen möchte.
Paquette räumte lachend ein, dass sie zu Hause ein wenig die Kontrolle über die Fernbedienung übernommen habe. Gleichzeitig schilderte sie, wie diszipliniert ihr Mann im Alltag sei. Wenn Nora wach sei, konzentriere er sich ganz auf sie. Sobald das Kind schlafe, gehe er wieder an die Arbeit, trainiere, kümmere sich um seine Beweglichkeit und beantworte Anrufe und Nachrichten. Wenn sich ihre Wege am Abend dann noch kurz kreuzten, versuche er trotzdem, vor seiner nächsten Einheit noch ein wenig gemeinsame Zeit mit ihr zu verbringen.
Als Paquette im Gespräch scherzhaft auf einen möglichen Hallmark-Film angesprochen wurde, erklärte sie lachend, dass sie tatsächlich schon versucht habe, dort Fuß zu fassen. Es sei aber schwer, in diesen Bereich hineinzukommen. Ganz zum Schluss kehrte Moxley noch einmal zur Ausgangsfrage zurück, wie eine Ehe funktioniere. Diesmal antwortete er direkter. Für ihn sei es entscheidend, bewusst Zeit miteinander zu verbringen und sich dafür Mühe zu geben. Danach wurde er in seiner typischen provokanten Art noch deutlicher und erklärte, dass Sex der eigentliche Schlüssel sei. Paquette reagierte prompt und erinnerte ihn daran, dass das immer noch ein Interview mit TV Insider sei. Moxley ließ sich davon nicht beirren und setzte seinen Humor bis zum Ende fort.
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