John Cenas gescheiterter Heel-Turn: Die Hintergründe zum WWE-Kurswechsel

John Cena steht verärgert im Ring und hält eine WWE Promo
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John Cenas überraschender Heel-Turn bei WWE Elimination Chamber 2025 sollte zu den größten Geschichten seiner Abschiedstour gehören. Wenige Monate später änderte WWE jedoch die kreative Richtung und präsentierte Cena wieder als Fanliebling.

In der dritten Staffel der Netflix-Dokumentation „WWE: Unreal“ haben Cena und WWE-Kreativchef Paul „Triple H“ Levesque nun ausführlich erklärt, weshalb der ursprünglich geplante Heel-Run nicht wie erhofft funktionierte.

Cena befürchtete negative Reaktionen gegen WWE

Nach Angaben von Cena war er selbst einer der Ersten, der intern Zweifel an der Entwicklung der Story äußerte. Das Problem habe seiner Ansicht nach nicht darin bestanden, dass die Zuschauer seine neue Rolle als Bösewicht ablehnten. Vielmehr habe sich zunehmend der Eindruck ergeben, dass die Fans mit der gesamten kreativen Ausrichtung unzufrieden waren.

Cena befürchtete, dass sich die negativen Reaktionen irgendwann nicht mehr gegen seine Figur, sondern gegen die WWE und die Qualität der Shows richten würden. Sein ursprüngliches Konzept war bewusst ungewöhnlich angelegt. Der langjährige Fanliebling wollte keinen klassischen Heel spielen, der durch besonders brutale Aktionen oder provokante Aussagen Aufmerksamkeit erregt.

Stattdessen wollte Cena die Zuschauer gezielt enttäuschen. Seine Matches sollten langsamer, methodischer und weniger spektakulär ausfallen als erwartet. Laut weiteren Berichten schlug er für eine Titelverteidigung sogar ein Count-out-Finish vor. Damit wollte er seine Ankündigung umsetzen, das Wrestling zu „ruinieren“, und den Fans bewusst nicht die gewohnte John-Cena-Show liefern.

Triple H wollte der Idee zunächst Zeit geben

Triple H entschied sich zunächst dagegen, den Heel-Run frühzeitig zu beenden. Cena habe sich durch seine jahrzehntelange Karriere das Recht verdient, ein kreatives Risiko einzugehen und eine ungewöhnliche Idee auszuprobieren. Deshalb erhielt das Konzept mehrere Monate Zeit, um sich zu entwickeln.

Im weiteren Verlauf sei jedoch deutlich geworden, dass Cenas Einschätzung zutraf. Die Zuschauer lehnten nicht nur seine Rolle ab, sondern waren zunehmend von der Präsentation und den Matches enttäuscht. Für Triple H war damit ein Punkt erreicht, an dem WWE reagieren musste. Auch als Heel habe Cena weiterhin seine besondere Qualität zeigen und den Zuschauern unterhaltsame Auftritte bieten müssen.

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Der ursprüngliche Plan wurde deshalb schrittweise verändert. Cena selbst zeigte sich offen für den Kurswechsel und bestand nicht darauf, seine eigene Vorstellung bis zum Ende durchzusetzen. Er habe akzeptiert, dass Triple H Bedenken äußerte und das Publikum die Geschichte in eine andere Richtung lenkte.

Fehden mit Orton, R-Truth und CM Punk veränderten den Heel-Run

Ein wichtiger Teil der Neuorientierung waren Cenas Programme mit bekannten Rivalen und Publikumslieblingen. Während seiner Abschiedstour trat er unter anderem gegen Randy Orton, R-Truth und CM Punk an.

Laut Cenas Einschätzung trugen diese Rivalitäten dazu bei, dass sich die Reaktionen des Publikums erneut veränderten. Die Fans wollten zunehmend wieder den bekannten John Cena sehen. Ursprünglich sollte Cody Rhodes beim SummerSlam 2025 durch sein Match gegen Cena dessen frühere Werte wiederherstellen. Das Publikum habe diesen Prozess jedoch bereits vor dem Match eingeleitet.

Cena wertete die Entwicklung rückblickend dennoch positiv. Der gescheiterte Heel-Run habe ihn dazu gezwungen, sich kreativ auf ungewohntem Terrain zu bewegen und seine eigenen Entscheidungen immer wieder zu hinterfragen. Die spätere Wende sei nicht auf eine einzelne Person zurückzuführen gewesen, sondern auf die Zusammenarbeit zwischen ihm, Triple H und den Zuschauern.

The Rocks Verschwinden veränderte die Ausgangslage

Der Heel-Turn hatte bei Elimination Chamber 2025 mit Cenas überraschendem Angriff auf Cody Rhodes begonnen. Dabei verbündete er sich mit The Rock und Travis Scott. Der Moment sorgte zunächst für enorme Aufmerksamkeit und galt als einer der bedeutendsten WWE-Angles der vergangenen Jahre.

Die weitere Geschichte entwickelte sich jedoch anders als zunächst erwartet, da The Rock nicht dauerhaft im WWE-TV auftrat. Er erklärte später, er habe sich bewusst aus dem Programm zurückgezogen, um Cena und Rhodes in den Mittelpunkt zu rücken. Cena und Triple H bestätigten allerdings nicht, dass allein The Rocks Abwesenheit für die Probleme des Heel-Runs verantwortlich war.

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Das eigentliche Problem lag demnach in Cenas langfristiger Darstellung. Der Turn selbst funktionierte als Überraschungsmoment, doch die geplante Idee, das Publikum durch bewusst enttäuschende Auftritte gegen Cena aufzubringen, erzeugte nicht die gewünschte Form von Ablehnung.

Cena kehrte bereits vor SummerSlam zum Fanliebling zurück

Schließlich beendete die WWE Cenas Heel-Phase unmittelbar vor dem SummerSlam 2025: Bei SmackDown am 1. August erklärte Cena, dass der frühere John Cena zurück sei. Damit vollzog die WWE den Rollenwechsel bereits zwei Tage vor seinem Titelmatch gegen Cody Rhodes.

Beim SummerSlam am 3. August trat Cena wieder als Fanliebling auf und verlor die Undisputed WWE Championship an Rhodes. Die Niederlage war somit nicht der Auslöser seiner Rückkehr zur Babyface-Rolle, sondern der Abschluss des bereits zuvor vollzogenen Kurswechsels.

Die neuen Aussagen aus „WWE: Unreal“ zeigen, dass die WWE ihren ursprünglichen Plan nicht aus kurzfristiger Panik aufgegeben hat. Cena und Triple H wollten dem Konzept zunächst ausreichend Zeit geben. Letztlich kamen beide jedoch zu dem Ergebnis, dass die negativen Reaktionen der Figur nicht mehr zuträglich waren und die gesamte Abschiedstour beschädigen könnten.

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