John Cena verlor backstage die Beherrschung: Baron Corbin über einen schmerzhaften Patzer und Cenas explosive Reaktion – mit Rückblick auf Bray Wyatts Karrierewende

John Cena gilt als einer der professionellsten und diszipliniertesten Performer in der WWE-Geschichte. Doch auch der 17-fache World Champion hat seine Grenzen, besonders wenn es um Sicherheit im Ring geht. In einem Interview mit Chris Van Vliet sprach der ehemalige WWE-Star Baron Corbin über einen Vorfall, der sich im Jahr 2016 bei einem Six-Man Tag Team Match bei SmackDown zutrug und bei dem Cena ungewöhnlich heftig reagierte, nachdem Corbin ihm versehentlich ins Auge gestochen hatte.

Ein schmerzhafter Fehler – und die Angst vor den Konsequenzen

Corbin erinnerte sich daran, dass es sein erstes großes Match im Main Roster war und er besonders nervös gewesen sei. Er habe Cena in die Ecke gedrängt und versucht, einen Körpertreffer zu landen, doch statt der geplanten Aktion traf sein Daumen Cenas Auge mit voller Wucht.

„Mein Daumen landete ungefähr knöcheltief in seinem Auge“, so Corbin. „Er fing sofort an zu fluchen: ‚Du verdammter W*ch*er! Du A*schl*ch!‘ – Die ersten zwanzig Reihen haben das alles gehört. Ich dachte in dem Moment nur: ‚Das war’s. Ich bin raus.’“

Die Angst war nicht unbegründet: Corbin erinnerte sich an ein ähnliches Missgeschick, das Jahre zuvor einem anderen WWE-Talent passiert war – Husky Harris, der spätere Bray Wyatt.

Rückblick: Bray Wyatts Karriere begann mit einem Unfall

Während seiner Zeit bei The Nexus soll Husky Harris ebenfalls John Cena versehentlich ins Auge gestochen haben. Der Vorfall machte backstage schnell die Runde und soll Vince McMahon derart erzürnt haben, dass Harris sofort zu NXT zurückgeschickt wurde – ein vermeintlicher Rückschlag, der sich später als Wendepunkt herausstellte. Denn aus Husky Harris entwickelte sich bei NXT der düstere Kult-Charakter Bray Wyatt, ein Gimmick, das ihn schließlich zu einem der faszinierendsten und innovativsten Performer der WWE machte.

„Wir sind alle dankbar, dass Husky damals zurückgeschickt wurde, denn sonst wäre Bray Wyatt nie geboren worden“, kommentierte Corbin.

Cena lässt Dampf ab – und vergibt danach

Zurück zum Match von 2016: Corbin gab zu, dass er während des Matches fast in Panik verfiel. „Ich war den Tränen nahe“, sagte er. „Ich dachte wirklich, ich werde wieder zu NXT geschickt, genau wie Bray damals.“

Doch Cena entschied sich dafür, den Fehler nicht auf die gleiche Weise zu bestrafen. Stattdessen ließ er im Ring verbal und körperlich Dampf ab, inklusive einer sogenannten „Quittung“, einem harten Schlag ins Gesicht, der im Wrestling als Warnung und Ausgleich gilt.

„Ich habe es einfach hingenommen. Ich war völlig nervös, habe versucht, das Match zu überstehen und mir nicht anmerken zu lassen, wie sehr ich innerlich zusammengebrochen bin“, erinnerte sich Corbin.

Nach dem Match geschah jedoch das Unerwartete: Cena kam auf Corbin zu und lobte ihn. „Ich sagte: ‚John, es tut mir leid.‘ Und er antwortete: ‚Alles gut, ich hab’s dir zurückgegeben. Wir sind quitt.'“

Eine wichtige Lektion über Verantwortung und Vergebung
Corbin war sichtlich überrascht, dass Cena ihm den Fehler nicht länger nachtrug. „Ich dachte, er lügt mich an und gleich heißt es: ‚Pack deine Sachen, du gehst zurück zu NXT.‘ Aber es kam nichts dergleichen. Das war ein unglaublicher Moment.“

Der Vorfall zeigt nicht nur die hohen Erwartungen, die im WWE-Ring herrschen, sondern auch den respektvollen Umgang, der trotz harter Worte und Fehler im Wrestling-Geschäft möglich ist. Cena, der sich seit Jahren als Mentor für junge Talente sieht, setzte ein klares Zeichen: Fehler können passieren, entscheidend ist, wie man damit umgeht.

In einer Branche, in der jede Bewegung, jedes Timing und jede Reaktion auf den Punkt sitzen muss, sind Missverständnisse oder Patzer unausweichlich. Doch gerade solche Momente offenbaren den wahren Charakter eines Performers. Statt einen jungen Kollegen bloßzustellen oder öffentlich zu kritisieren, nutzte Cena die Situation, um Stärke durch Nachsicht zu demonstrieren.

Sein Verhalten unterstreicht, warum er nicht nur als einer der größten Superstars in der Geschichte der WWE gilt, sondern auch als Respektsperson hinter den Kulissen. Er zeigt damit, dass Größe nicht nur durch Titel und Erfolge definiert wird, sondern auch durch Integrität, Geduld und die Bereitschaft, andere auf ihrem Weg zu unterstützen, auch wenn sie dabei stolpern.

1 Kommentar

  1. Maven hat dazu auch ein tolles Video gemacht, die sogenannten „receipts“ eben Quittungen. Gang und Gäbe im Wrestling, Grünschnäbel die was falsch machen, kriegen Stiffe, Schläge und Moves im Ring um daraus zu lernen. Manchmal bleibt es nur „dabei“ manchmal auch nicht und die Karriere kann vorbei seine ehe sie begonnen hat. Und einfach JEDER Wrestler der in der Hierarchie weiter oben stand, hat solche Quittungen auf die ein oder andere Art verteilt. Der Taker hat in seinem Youtubekanal auch schon davon gesprochen. Läuft eben so. Und das auch heute noch.

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