John Cena über Vince McMahon: „Weder Schuld noch Scham“ – Auch WWE-Rechte und Saudi-Shows Thema

John Cena steht Vince McMahon im Ring gegenüber und spricht ins WWE Mikrofon

Eigentlich sollte es um John Cenas nächsten Film gehen. Im Gespräch mit dem britischen Guardian führte der Weg jedoch zurück zu seiner Wrestling-Karriere und zu der Frage, wie er heute auf Beziehungen und Entscheidungen blickt, die ihn über viele Jahre geprägt haben.

John Cena steht weiterhin zu seiner Freundschaft mit Vince McMahon

Der 17-fache World Champion wurde im Interview erneut auf sein Verhältnis zu Vince McMahon angesprochen. Der frühere WWE-Chef hatte Cenas Aufstieg maßgeblich begleitet und war für ihn während seiner langen Zeit unterwegs nicht nur ein beruflicher Mentor, sondern auch eine wichtige persönliche Bezugsperson. Trotz der schwerwiegenden Anschuldigungen gegen McMahon hält Cena an dieser Verbindung fest.

„Ich empfinde weder Schuld noch Scham wegen meiner Freundschaft und meiner Beziehung zu Vince McMahon“, erklärte Cena. Dass diese Aussage besonders viel Aufmerksamkeit erhalten würde, war ihm offenbar bewusst. Gegenüber dem Interviewer ergänzte er: „Das werden Sie natürlich in Ihren Artikel schreiben.“ Seine Haltung fasste er anschließend mit einem weiteren Satz zusammen: „Es ist in Ordnung, jemanden zu lieben, auch wenn er nicht perfekt ist.“

Die Vorwürfe werden im Schiedsverfahren weiterverfolgt

McMahon trat im Januar 2024 als Executive Chairman von TKO zurück, nachdem die ehemalige WWE-Mitarbeiterin Janel Grant eine Zivilklage eingereicht hatte. Darin erhob sie unter anderem Vorwürfe sexueller Gewalt und des Menschenhandels zum Zweck sexueller Ausbeutung. Auch WWE wurde verklagt. McMahon bestreitet die Anschuldigungen.

Im Sommer 2026 änderte sich der Verfahrensweg. Nachdem im Juni entsprechende Gespräche und gerichtliche Schritte begonnen hatten, berichtete POST Wrestling am 21. Juli über eine schriftliche Einigung von Grant, McMahon und WWE auf ein privates Schiedsverfahren. Das öffentliche Bundesgerichtsverfahren wurde anschließend beendet, während die Parteien ihre Ansprüche und ihre Verteidigung im Schiedsverfahren weiterverfolgen können.

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Warum Cena die Beteiligung von WWE an seiner Figur akzeptiert

Ein weiterer Teil des Interviews beschäftigt sich mit den Rechten an „John Cena“. Obwohl er im Wrestling seinen echten Namen verwendet, unterscheidet Cena zwischen sich als Privatperson und der Figur, die WWE über Jahrzehnte aufgebaut und vermarktet hat. Dass das Unternehmen an deren geistigem Eigentum beteiligt ist, empfindet er als gerechtfertigt.

„John Cena ist der Mensch, der ich bin. Und es gibt ein Unternehmen – WWE/TKO –, das Hunderte Millionen Dollar in das geistige Eigentum an der Figur John Cena investiert hat. Zu Recht: Sie haben sich ihren Anteil an den Rechten daran verdient.“ Nach seiner Darstellung hatte er die Vereinbarung vor der Unterschrift gelesen und verstanden. Er betrachtete sie als fair.

Cena nennt dabei weder eine konkrete Eigentumsquote noch einzelne Vertragsbedingungen. Seine Erklärung betrifft die gemeinsam aufgebaute Wrestling-Figur und deren wirtschaftlichen Wert. Sie sollte deshalb nicht mit der pauschalen Behauptung gleichgesetzt werden, WWE besitze seinen bürgerlichen Namen für jede denkbare Verwendung.

Auch den Begriff „Opfer“ verwendet Cena für seinen Karriereweg ungern. Er spricht lieber von Entscheidungen: „Wenn wir zu etwas Ja sagen, sagen wir zu allem anderen Nein.“ So beschreibt er die Verpflichtungen und Möglichkeiten seiner Laufbahn als Entscheidungen, die er selbst getroffen hat.

Cena über Kritik an WWE und Veranstaltungen in Saudi-Arabien

Seine Loyalität gegenüber WWE wurde auch im Zusammenhang mit den Veranstaltungen in Saudi-Arabien angesprochen. Cena beschreibt die mögliche Wirkung des Unternehmens mit den Worten: „WWE bietet eine universelle Sprache der Diplomatie.“ Gleichzeitig räumt er ein, dass Kritik an dessen Geschäftsentscheidungen für ihn nicht immer einfach sei, gerade weil er an das Unternehmen glaube.

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Die Aussage erklärt seine persönliche Sicht auf WWE, geht aber nicht ausführlich auf die politischen und menschenrechtlichen Kritikpunkte an der Saudi-Partnerschaft ein. Ein Zusammenhang mit aktuellen Berichten über mögliche Reisebedenken vor Crown Jewel wird in den zitierten Antworten ebenfalls nicht hergestellt.

Selbstkritischer Rückblick auf die Taiwan-Kontroverse

Im selben Gespräch blickt Cena auf die Reaktionen nach seinen Taiwan-Äußerungen von 2021 zurück. Damals hatte er Taiwan als Land bezeichnet und sich anschließend auf Mandarin entschuldigt. Heute erklärt er: „Nur weil man die Sprache kennt, kennt man noch lange nicht die Kultur.“ Er sei überheblich geworden und habe sich für den Klügsten im Raum gehalten.

Die heftigen Reaktionen hätten ihn auch um seine Schauspielarbeit fürchten lassen. Cena berichtet, James Gunn damals mitgeteilt zu haben, dass er Verständnis hätte, wenn dieser ihn aus „Peacemaker“ entlassen müsste. Dieser Rückblick ergänzt das Interview um einen Moment, in dem Cena seine eigene Entscheidung ausdrücklich kritisch bewertet.

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