Kurz vor seinem letzten Match sorgte eine unerwartete Stimme für zusätzliche Aufmerksamkeit: John Cena Sr. hatte sich öffentlich dagegen ausgesprochen, dass GUNTHER als möglicher finaler Gegner seines Sohnes gehandelt wird. Er sprach sich stattdessen für Altstars wie Edge, Chris Jericho, Kurt Angle oder JBL aus und betonte in einem Interview, dass ein solcher Name für das Karriereende seines Sohnes passender wäre. Er begründete seine Ablehnung damit, dass er GUNTHER nicht für einen geeigneten Gegner halte und nicht glaube, dass die Fans Freude an dieser Besetzung hätten – wir berichteten.
John Cena reagierte in der „Joe Rogan Experience“ mit Humor und erstaunlicher Gelassenheit auf die Worte seines Vaters. Ohne GUNTHER direkt zu nennen, machte er deutlich, dass ihn solche Kommentare inzwischen nicht mehr aus der Fassung bringen. Cena erzählte die Situation mit einem schmunzelnden Unterton und erklärte: „Wenn wir zusammensitzen, haut er ständig irgendetwas raus. Gestern sagte er zum Beispiel: ‚Ich finde nicht, dass er (GUNTHER) Johns letzter Gegner sein sollte.‘ Und die Leute hören ihm zu, einfach weil er ein großer Wrestling-Fan ist.“
Er betonte, dass solche Aussagen durchaus irritieren können, letztlich aber Teil der Persönlichkeit seines Vaters sind: „Manchmal möchte ich ihn anrufen und fragen: ‚Was machst du da eigentlich?‘ Aber am Ende lasse ich es, denn er ist einfach so, wie er ist. Genau das macht ihn aus – und genau dafür liebe ich ihn.“
Die Entstehung von Cenas unerwartet minimalistischem Heel-Auftritt
Einer der überraschendsten Momente seiner späten Karriere war Cenas reduzierte Heel-Zeit: kein Feuerwerk, keine Musik, keine Farben. Nur ein schwarzer Bildschirm und der Name „Cena“. Der anwesende Comedian Tony Hinchcliffe fasste das Gefühl später wie folgt zusammen: „Es gab keine Musik, nur einen schwarzen Hintergrund und in weißen Buchstaben stand dort einfach nur ‚Cena‘. Und dann bist du herausgekommen und hast im Grunde genommen gesagt: ‚Ich bin nicht hier, um euch zu unterhalten.‘“
Im Podcast erklärte Cena, dass er diesen Auftritt ganz bewusst als völligen Gegenpol zu seiner sonst so energiegeladenen Darstellung gewählt hatte. „Früher bin ich wie ein tasmanischer Teufel auf die Bühne gestürmt. Dann war es genau das Gegenteil. Es wirkte vielleicht unspektakulär, aber gerade dadurch wurde es legendär und einfach eiskalt.“
Er hob hervor, dass dieser Moment besonders wirkte, weil er sich gegen die gewohnten Erwartungen stellte: „Alle anderen kommen (gefühlt) vier Stunden lang mit bunter Musik, Pyrotechnik und all dem Zeug auf die Bühne. Und dann ist da dieser Typ, der das normalerweise am besten und am größten gemacht hat, dem es aber einfach total egal ist.“
Die Idee dazu kam nicht allein von ihm, sondern entwickelte sich in Zusammenarbeit mit dem WWE-Produktionsteam. Dort schlug man vor, den Auftritt auf das absolute Minimum zu reduzieren: „Was wäre, wenn wir einfach alles schwarz lassen?“, hätten sie gesagt. Cenas erste Reaktion: „Das ist doch Mist.“ Doch genau das überzeugte ihn schließlich – also setzten sie es genauso um.
Für Cena war es ein Statement, ein Bruch mit dem eigenen Mythos und ein bewusst unangenehmer Moment, der seine Rolle als Heel visuell auf den Punkt brachte.
John Cena spricht offen über Schmerzmittel, Operationen und körperliche Belastung
In demselben Gespräch mit Joe Rogan sprach Cena so offen wie nie zuvor über seine schmerzhafte medizinische Vergangenheit. Trotz zahlreicher schwerer Verletzungen, die viele Karrieren beendet hätten, enthüllte er, dass er niemals Schmerzmittel genommen habe. Er sagte direkt: „Ich habe nie eine Schmerztablette genommen.“
Cena erklärte, dass ihm das medizinische Personal nach jeder Operation Schmerzmittel anbot, er diese aber konsequent ablehnte. „Sie fragten mich immer wieder: ‚Wollen Sie wirklich nichts nehmen?‘ Aber ich weiß, wie mein Körper reagiert. Das ist ein gefährlicher Weg. Wenn ich damit anfangen würde, wäre ich wahrscheinlich ständig high von Opioiden.“
Er erklärte, dass er aufgrund der vielen Stürze und Schmerzen im Wrestling ein besonders gutes Gefühl für seine Schmerzgrenze entwickelt habe und daher bewusst auf Medikamente verzichte. Selbst schwere Eingriffe wie das Wiederannähen des Brustmuskels überstand er ohne medikamentöse Unterstützung.
John Cena über Verantwortung, Vergebung und die Zukunft ohne Vince McMahon
Ein weiterer zentraler Teil des Gesprächs drehte sich um Vince McMahon und dessen Abgang aus der WWE nach den schweren Vorwürfen und dem laufenden Rechtsverfahren. Cena sprach mit sichtbarer Zurückhaltung, aber klarer Haltung. Er betonte, dass McMahon eine der prägendsten Figuren seines Lebens gewesen sei, er Verantwortung aber nicht ausblende: „Ich glaube, dass die Zeit alle Wunden heilt. Und ich glaube an Vergebung. Ich glaube auch, dass man das Gesamtwerk betrachten sollte. Aber ich weiß auch, dass es da viele heikle Dinge gibt.“
Cena betonte, dass persönliche Wertschätzung nicht bedeute, Fehlverhalten zu ignorieren: „Nur weil ich eine bestimmte Meinung über eine Person habe, entbindet sie das nicht von der Verantwortung für ihre Handlungen.“
Cenas Aussage, dass McMahon „keine Freikarte“ bekomme, verbreitete sich später schnell im Internet. Für ihn sei es wichtig, erst die vollständigen Fakten zu kennen, bevor man überhaupt über eine mögliche Rückkehr oder Annäherung sprechen könne. „Wir müssen erst klären, was wirklich vorgefallen ist. Und dann können wir darüber nachdenken, ob und wie es weitergehen kann.“
Mit seiner Formulierung bewegt sich Cena bewusst zwischen Loyalität, Respekt und klarer moralischer Linie und zeigt damit, wie komplex McMahons Erbe für viele der größten WWE-Stars bleibt.