John Cena spricht über kreative Anpassungen und Kritik an WWE-Talenten

Im Podcast „No Contest Wrestling“ sprach John Cena mit O’Shea Jackson Jr. und TJ Henderson ausführlich über sein Abschiedsjahr bei WWE. Dabei thematisierte er auch kreative Änderungen rund um „WWE Crown Jewel 2025“. Dort traf er im beworbenen letzten Kapitel seiner Rivalität auf AJ Styles. Cena stellte jedoch klar, dass dieses Match ursprünglich nicht geplant gewesen sei.

Dazu erklärte er, dass er sein Abschiedsjahr zwar als eine Reihe besonderer kreativer Momente geplant habe, man im Wrestling jedoch stets flexibel bleiben müsse. Bestimmte ursprünglich angedachte Beteiligte seien nicht verfügbar gewesen, weshalb man die Pläne angepasst habe. Eigentlich sei ein Match gegen Drew McIntyre vorgesehen gewesen, letztlich habe man sich jedoch für eine andere Richtung entschieden und auf AJ Styles umgestellt. Er betonte zudem, dass WWE kreativ auf Verfügbarkeiten und Reaktionen des Publikums reagieren müsse. Daten und Zuschauerstimmungen hätten eine Rolle dabei gespielt, wie sein letztes Karrierejahr strukturiert wurde.

Er ergänzte sinngemäß, dass es für alle Beteiligten ein gutes Gefühl sei, wenn kreative Entscheidungen auf konkreten Auswertungen und Zuschauerreaktionen basieren. Laut Cena höre WWE sehr wohl auf entsprechende Daten. Er stellte fest, dass es Situationen gegeben habe, in denen ein Moment nicht gut aufgenommen worden sei, während andere Entscheidungen deutlich positiver wahrgenommen worden seien.

Im weiteren Verlauf blickte er auf weitere Stationen seines Abschiedsjahres zurück. Er verwies auf mehrere gemeinsame Auftritte mit Dominik Mysterio, die ihm Spaß gemacht hatten, bevor das Duell mit dem sogenannten „Ring General“ folgte.

Mit dieser Bezeichnung meinte er Gunther, der ihn im Dezember 2025 in seinem offiziell angekündigten letzten Match besiegte. Seine Ausführungen machten deutlich, dass selbst zentrale Programmpunkte innerhalb einer Abschiedstour flexibel gehandhabt und an Reaktionen sowie Rahmenbedingungen angepasst werden können.

Warum John Cena Zuschauerzahlen und Merchandise genau verfolgte

Im weiteren Verlauf des Gesprächs ging der 17-fache World Champion auch auf seine intensive Auseinandersetzung mit wirtschaftlichen Kennzahlen während seiner WWE-Zeit ein. Auf die Frage, wann er begonnen habe, sich so detailliert mit Zuschauerzahlen und Merchandise-Verkäufen zu beschäftigen, machte er deutlich, dass dies für ihn kein Nebenaspekt, sondern Teil seiner grundsätzlichen Haltung zum Wrestling gewesen sei.

Dazu erklärte Cena, dass er sich nicht nur für das kreative Erzählen von Geschichten oder die Leistung im Ring interessiere, sondern für das gesamte System hinter dem Produkt. Viele Menschen würden sich entweder auf Storylines oder auf Matchqualität konzentrieren, manche auf beides. Nur wenige jedoch würden sich für das komplette Spektrum des Geschäfts begeistern.

Cena betonte, dass sein Fokus nie primär auf dem Gewinn von Titeln lag: „Als Schüler dieses Sports habe ich nie mit dem Gedanken ‚Ich will Champion werden‘ mit dem Wrestling begonnen – insbesondere als Angestellter von Titan Sports. Ich habe mir meinen Gehaltsscheck angesehen und mir gedacht: ‚Ich will diese Leute stolz machen. Ich will sie nicht enttäuschen.“ Das erreicht man, indem man für jeden Dollar, den sie einem geben, ihnen zehn zurückgibt. Das muss man lernen.“

Außerdem schilderte er, wie er sich regelmäßig bei den WWE Mitarbeitern im gesamten Produktionsumfeld bedankte.
„Ich habe mich vor jeder Show beim Team im Übertragungswagen bedankt, und ich habe mich bis zu meinem letzten Tag beim Catering-Team bedankt. Bei den Bühnenarbeitern, beim Merchandising, bei den Mitarbeitern im Bereich Social Media, bei den Mitarbeitern der Live-Events, bei den internationalen Teams – insbesondere, wenn wir TV-Verträge abgeschlossen haben.“

Cena führte zudem aus, dass die WWE internationale Chancen konsequent nutzen müsse, sobald sich neue Märkte öffneten. Am Beispiel Deutschlands machte er deutlich, dass ein möglicher Medienvertrag nicht ungenutzt bleiben dürfe. Die aktuelle Partnerschaft mit Netflix bezeichnete er als großen Vorteil, da dadurch der weltweite Zugang zum Produkt erheblich vereinfacht wird.

Er erklärte außerdem, dass moderne Auswertungsinstrumente heute genau aufzeigen, in welchen Regionen Veranstaltungen wirtschaftlich sinnvoll sind. Anhand konkreter Kennzahlen wie Zuschauerzahl, Hallenkapazität und Kosten lasse sich erkennen, ob sich ein Event rechne. Gleichzeitig verwies er darauf, dass solche Zahlen früher häufig genutzt worden seien, um höhere Gagen zu fordern. Für ihn persönlich stehe jedoch Loyalität im Vordergrund. Verträge sehe er weniger als Druckmittel, sondern als Vertrauenssache.

Zudem erklärte Cena, dass er finanziell nie darauf aus gewesen sei, an der Spitze der Gehaltsliste zu stehen. Andere hätten bessere finanzielle Verhandlungen geführt, und das habe er respektiert. Für ihn selbst habe jedoch stets langfristige Sicherheit im Vordergrund gestanden. In Gesprächen mit Verantwortlichen sei sein Hauptanliegen gewesen, nicht kurzfristig ersetzbar zu sein, sondern möglichst langfristig an das Unternehmen gebunden zu bleiben. Die konkrete Summe habe für ihn eine untergeordnete Rolle gespielt.

Auch im Hinblick auf Merchandise-Zahlen stellte er klar, dass es ihm nicht um persönlichen Luxus gehe. Verkaufszahlen seien für ihn kein Mittel zur Selbstbereicherung, sondern ein Indikator für Relevanz. Entscheidend sei, ob das Publikum weiterhin investiere und Interesse zeige. Selbst wenn Reaktionen in der Halle lautstark negativ seien, könne eine hohe Auslastung und ein signifikanter Anteil an Merchandise-Verkäufen ein Zeichen dafür sein, dass kein grundlegender Kurswechsel notwendig sei.

Abschließend unterstrich er seine Faszination für die strukturelle Entwicklung der Branche: „Dieses Geschäft fasziniert mich. Wir haben eine enorme Entwicklung durchlaufen – die Auslagerung des Merchandisings an Fanatics, den Wechsel von Pay-per-View zu Streaming, die Einführung unseres eigenen Netzwerks und dann erneut die Auslagerung … Es geht schnell voran. Es wächst. Wenn ich sage, dass ich dieses Geschäft liebe, dann meine ich das auch so.“

Kritik an WWE-Talenten bei Live-Events

Cena äußerte sich auch kritisch zu der Art und Weise, wie manche Talente mit Live-Events ohne TV-Übertragung umgehen. Ihn stört weniger die Anzahl oder Planung solcher Veranstaltungen, sondern vielmehr der Umgang einzelner Performer mit der kreativen Ausrichtung. Seiner Ansicht nach nutzen manche Wrestler diese Shows, um vom übergeordneten Storyline-Konzept abzuweichen und eigene Akzente zu setzen.

Cena äußerte sich auch kritisch zum Umgang mancher Talente mit Live-Events ohne TV-Übertragung. Seiner Ansicht nach liegt das Problem nicht im Veranstaltungskalender, sondern in der fehlenden Disziplin einzelner Performer. Wenn keine Kameras laufen, nutzen einige Wrestler die Shows, um ihr eigenes Ding zu machen, anstatt sich an den übergeordneten kreativen Plan zu halten.

Er brachte deutlich zum Ausdruck, dass er dieses Verhalten ablehnt und es als respektlos gegenüber dem Gesamtprodukt empfindet. Zwar hätten die Beteiligten sichtbar Spaß, doch dieser diene nicht der fortlaufenden Geschichte. Dadurch könne eine Distanz zwischen Storyline und Publikum entstehen.

Aus seiner Sicht müsse jede Veranstaltung Teil einer langfristigen Erzählstruktur bleiben. Es sei legitim, auf Publikumsreaktionen einzugehen, etwa wenn eine Aktion spontan gefordert wird. Das unterscheide sich jedoch klar von Momenten, die allein zur eigenen Unterhaltung oder zur Freude einzelner Beteiligter eingebaut werden, ohne dass sie für das Publikum oder die laufende Handlung nachvollziehbar sind.

Insgesamt machte Cena deutlich, dass für ihn Konsistenz und Storyline-Treue Vorrang haben. Live-Events seien kein Experimentierfeld für beliebige Einlagen, sondern Bestandteil eines größeren Gesamtkonzepts.

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