John Cena spricht über die enormen Belastungen seiner Abschiedstour, die ursprünglichen Pläne für 2025 und seinen Heel-Turn

John Cena schreitet zum Rung

John Cena kündigte bereits bei WWE Money in the Bank 2024 an, dass das Jahr 2025 sein letztes aktives Wrestling-Jahr sein würde. Wenig später wurde bestätigt, dass er im Rahmen seiner offiziellen Abschiedstour insgesamt 36 Termine absolvieren würde. Sein erster Auftritt fand am 4. Januar 2025 beim Start von RAW auf Netflix statt, während sein finaler Termin am 13. Dezember 2025 mit seinem letzten Match stattfinden wird.

Trotz des begrenzten Terminkalenders war Cena während des gesamten Jahres stark ausgelastet. Neben der WWE drehte und bewarb er verschiedene Film- und TV-Projekte, die ihn zwischenzeitlich rund um den Globus führten. Diese Doppelbelastung wirkte sich stark auf sein Energielevel aus, wie er im Gespräch mit Bill Simmons von „The Ringer“ erklärte.

Cena schilderte, wie anstrengend seine Reisen und Arbeitsabläufe während der Abschiedstour waren und dass ihn die vielen Verpflichtungen körperlich wie mental stark belasteten. Er erklärte: „Ich habe einfach zu viele Jobs gleichzeitig gemacht. Ich war in Budapest, bin nach Indianapolis geflogen, habe dort gearbeitet, bin sofort zurückgeflogen, gelandet und direkt weiter zum nächsten Dreh. So ging es ununterbrochen bis WrestleMania 41. Ich war ständig unterwegs, nach Marokko, Budapest und all diesen schwer erreichbaren Orten. Man denkt, man könne im Flugzeug schlafen und das alles ausgleichen, aber das funktioniert nicht. Am Ende ist man völlig durcheinander und unglaublich erschöpft. Ich habe es gerade so geschafft.“

Sein Rückblick zeigt, wie anspruchsvoll selbst eine auf 36 Termine reduzierte WWE-Tour für jemanden ist, der parallel mehrere internationale Verpflichtungen erfüllen muss.

Der ursprüngliche Abschieds-Plan: 220 WWE-Auftritte in einem Jahr

Cena enthüllte im Interview, dass seine eigene Vorstellung einer Abschiedstour anfangs völlig anders aussah. Er wollte ursprünglich ein komplettes Jahr lang ausschließlich für WWE arbeiten und jede Show wahrnehmen. Seine Idee war, 220 Termine zu bestreiten und den Kalender der WWE vollständig abzudecken.

Rückblickend betrachtet bezeichnete er diesen Plan als unrealistisch und als Ausdruck mangelnder Einschätzung dessen, wie körperlich und zeitlich belastend eine solch umfangreiche Tour wäre. Cena sagte: „Ich wollte 220 Termine absolvieren. Einfach ein Jahr lang alles stehen und liegen lassen, in einen Bus steigen, den gesamten WWE-Kalender abarbeiten und mich dann endgültig verabschieden. Gott sei Dank ist das Geschäft heute nicht mehr so. Ich wäre fertig gewesen.“ Dass WWE ihn letztlich nur für 36 Auftritte eingeplant hat, sieht Cena heute als Glücksfall.

Cena über seinen Heel-Turn: Zu wenig Zeit für eine vollständige Umsetzung

Ein großes Gesprächsthema in seinen letzten aktiven Monaten war Cenas überraschender Wechsel zum Bösewicht bei WWE Elimination Chamber 2025, einschließlich seiner Allianz mit The Rock. Bei WrestleMania 41 gewann er als Heel den Undisputed WWE World Title von Cody Rhodes und blieb bis zum SummerSlam 2025 in dieser Rolle.

Trotz kreativer Ansätze wurde der Charakterwechsel von vielen Fans jedoch nicht vollständig angenommen. Cena erklärte bei Bill Simmons, warum der Heel-Turn aus seiner Sicht nicht genug Zeit hatte, um sich organisch zu entwickeln. Er beschrieb die Herausforderungen eines so radikalen Wechsels, insbesondere für jemanden, der über zwei Jahrzehnte als zentrales Babyface aufgebaut war.

„Ich hatte nur elf Monate und 36 TV-Auftritte, um diesen Charakterwechsel aufzubauen. Normalerweise braucht ein Wrestler etwa fünf Jahre, um sich wirklich zu etablieren. Und wenn jemand zum Heel wird, dauert es ein bis zwei Jahre im Fernsehen, bis das Publikum diesen Wandel vollständig akzeptiert.“

Seiner Darstellung nach war die Zeit zu knapp, um einen vollständig ausgearbeiteten, langfristigen Heel-Charakter zu entwickeln. Dennoch bereut Cena den Versuch nicht. „Überhaupt nicht“, sagte er auf die Frage, ob er etwas ändern würde. Für ihn sei Perfektion unerreichbar. Wichtig sei, dass er alles gegeben habe: „Wenn ich zurückblicke, hätte ich mehr geben können, als ich gegeben habe? Nicht im Geringsten.“

Reaktionen des Publikums und die bewusste Thematisierung seines Abschieds

Cena sprach auch darüber, wie wichtig es ihm war, den Fans während der Abschiedstour bewusst zu machen, dass seine Karriere tatsächlich endet. Die sinkende Anzahl seiner verbleibenden Auftritte wurde dadurch zu einem emotionalen Leitmotiv seiner Tour.

Er berichtete, dass er seine verbleibenden Auftritte bewusst mitzuzählen begann, um sich selbst und den Fans klarzumachen, wie nah das Karriereende wirklich ist: „Als ich zum ersten Mal einen Zähler aufgestellt habe und die Zahl plötzlich auf 24 gesunken war, dachte ich: ‚Wow.‘ Dann waren es 15, dann 12, dann 10.“

Cena machte deutlich, dass dieser Ansatz ein integraler Bestandteil seiner Erzählung war, weil ein kompletter und endgültiger Rücktritt im Wrestling selten vorkommt. Sein Ziel war es sich und die Fans auf den Moment vorzubereiten, an dem er die Bühne endgültig verlassen wird.

1 Kommentar

  1. Ich hoffe nur, dass er dabei bleibt, dass es endgültig ist. Nicht weil ich ihn nicht mehr sehen kann, ganz im Gegenteil, ich fand ihn schon immer sehr unterhaltsam, selbst in der Zeit um Wrestlemania 22 als ihn so ziemlich jeder gehasst hat. Nein, weil man sich sonst diese Abschiedstour hätte sparen, hinzu kommt, dass sie schon mehrfach negativ kritisiert wurde, was er ja nicht so zu sehen scheint

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