John Cena berichtet über die schwersten Verletzungen seiner Karriere, räumt mit Backstage-Gerüchten auf und spricht offen über den WWE-Verlust von Vince McMahon

John Cena sitzt niedergeschlagen in der Ringecke

John Cena hat seine Karriere auf den Prinzipien „Hustle, Loyalty, Respect“ aufgebaut. Doch wie hoch der körperliche Preis dafür tatsächlich war, wollte er lange nicht öffentlich machen. Im Gespräch mit Bill Simmons zeigte er sich jedoch so verletzlich wie selten zuvor und erklärte detailliert, wie schwer die körperlichen Schäden sind, die er über die Jahre angesammelt hat. Cena sagte wörtlich: „Beide Trizeps sind gerissen. Auch die Brustmuskulatur ist gerissen. Und mein Nacken … Ich musste mich einer Wirbelsäulenversteifung unterziehen.“

Diese Nackenverletzung war nicht nur eine Routineoperation. Er erläuterte, wie lebensverändernd der Eingriff hätte enden können: „Wenn eine Bandscheibe reißt und auf das Rückenmark trifft, kann dies einen vollständigen Funktionsausfall zur Folge haben.“

Cena betonte, dass viele dieser Verletzungen zu Momenten geführt hätten, in denen seine Karriere abrupt hätte enden können. Doch statt zurückzutreten, absolvierte er weiterhin mehrere Hundert Matches, reiste um die Welt und repräsentierte das Unternehmen als eines seiner wichtigsten Aushängeschilder. Seine Aussagen geben somit nicht nur Einblick in seine persönlichen Erfahrungen, sondern auch in die körperliche Realität eines Mannes, der jahrzehntelang das Fundament der WWE bildete.

Cena widerspricht Backstage-Mythen

Neben den Verletzungen sprach Cena über ein Thema, das Fans und Wrestler seit Jahrzehnten beschäftigt: Spielt Backstage-Politik eine größere Rolle für den Karriereerfolg als Leistung im Ring?

Cena antwortete darauf ohne zu zögern: „Ich glaube, dass Sportunterhaltung die perfekte Leistungsgesellschaft ist. Denn es gibt Lärm. Der Lärm der Menge sagt die Wahrheit. Und die Veranstalter hören ihn, egal, ob sie einen mögen oder nicht.“

Zwar räumte er ein, dass die Wurzeln des Wrestlinggeschäfts aus einer raueren, territorial geprägten Zeit stammen. Dennoch ist Cena überzeugt, dass die Fans nicht unterschätzt werden sollten. Seiner Ansicht nach zwingt die Publikumsreaktion selbst den härtesten Entscheidungsträger dazu, Talenten Chancen zu geben, selbst wenn die internen Präferenzen dagegen sprechen.

Cena zufolge war seine gesamte Karriere darauf ausgelegt, jeden Abend im Ring Leistung zu zeigen – unabhängig davon, welche Meinung Backstage geäußert wurde: „Meine Einstellung war: Gib mir ein Mikrofon, läute die Glocke, und ich werde so gut sein wie alle anderen.“

Auch diese Aussage zeigt den Kern seiner Philosophie: Wer auf der Bühne liefert, bleibt. Wer nicht liefert, darf sich nicht beschweren.

Cena über Vince McMahons Weggang: „Niemand ist unersetzbar“

Im zweiten Teil des Gesprächs sprach Bill Simmons mit Cena über den wohl kompliziertesten Abschnitt der WWE-Geschichte, nämlich Vince McMahons Rückzug nach den gegen ihn erhobenen Anschuldigungen. Cena, der über zwei Jahrzehnte eng mit McMahon zusammengearbeitet hatte, sprach offen darüber, wie er die Situation bewertete: „Von all den Dingen, die er getan hat, und all den Dingen, die er mir beigebracht hat, war eines besonders wichtig: Niemand ist unersetzbar. Und das ist die Wahrheit.“

Trotzdem betonte Cena, dass McMahon weiterhin einen besonderen Platz in seinem Herzen habe: „Ich finde es bedauerlich, was passiert ist. Hier haben wir jemanden mit so viel Erfahrung, von dem wir noch immer profitieren könnten.“

Auf die Frage, ob er sich wünsche, McMahon würde noch für die WWE arbeiten, antwortete er unmissverständlich: „Ich wollte nie, dass Vince geht, weil ich ihn liebe und weiß, wie sehr er dieses Geschäft liebt.“

Cena brachte ein Beispiel aus der Vergangenheit, um zu verdeutlichen, wie McMahon die Regel „niemand steht über dem System“ gelebt hat. Er erinnerte an den Moment, als McMahon „Stone Cold“ Steve Austin für ein Terminversäumnis feuerte, um zu beweisen, dass selbst der größte Star Konsequenzen tragen müsse.

Für Cena ist jedoch klar, dass die WWE auch ohne McMahon weiter bestehen wird. Die kreative Verantwortung liege nun bei neuen Entscheidungsträgern, die sich das Vertrauen der Fans erst erarbeiten müssten.

Während dieser Umbruch hinter den Kulissen weiter voranschreitet, schloss sich für John Cena im Ring ein ganz persönliches Kapitel, als er am Samstag, dem 13. Dezember 2025, bei WWE Saturday Night’s Main Event sein letztes Match bestritt.