Jim Ross über John Cenas Abschied und Mick Foleys WWE-Aus: Zwei klare Positionen eines Hall of Famers

Foto mit Jim Ross (links) und John Cena (rechts)

Der Abschied von John Cena bei WWE Saturday Night’s Main Event hat in der Wrestling-Welt intensive Diskussionen ausgelöst. Dass Cena sein letztes Match gegen GUNTHER durch Aufgabe verlor, sorgte für emotionale Reaktionen bei vielen Zuschauern. In den sozialen Medien richtete sich die Kritik zeitweise auch gegen die kreative Führung der WWE. Inzwischen hat sich mit Jim Ross eine der prägendsten Stimmen der Branche ausführlich zu diesem Thema geäußert.

In seinem Podcast Grilling JR erklärte Ross, dass er das gewählte Finish für richtig halte. Aus seiner Sicht sei John Cenas Vermächtnis längst gefestigt gewesen und unabhängig vom Ausgang dieses letzten Matches. Ross betonte, dass Siege oder Niederlagen in dieser Phase der Karriere keinerlei Einfluss mehr auf Cenas Status gehabt hätten: „Ich halte die Entscheidung für richtig. John Cena ist eine Legende. Sein Ruf und seine gesamte Karriere standen längst fest. Ob er dieses Match gewinnt oder verliert, hätte daran nichts geändert. Er hatte sich seinen Status bereits über viele Jahre erarbeitet.“

Um seine Einschätzung zu verdeutlichen, zog Ross einen Vergleich aus der Popkultur heran und erklärte, dass jemand mit einem derart etablierten Ruf keine weiteren Beweise mehr erbringen müsse, um als dominierende Persönlichkeit wahrgenommen zu werden.

Erinnerungen an Cenas Vertragsunterzeichnung bei WWE

Jim Ross blickte im Zuge der Diskussion auch auf seine eigene Rolle beim Beginn von John Cenas WWE-Karriere zurück. Er schilderte ein frühes Gespräch mit Vince McMahon, das kurz nach Cenas Verpflichtung stattfand. Ross erinnerte sich daran, wie überzeugt er bereits damals von Cenas Potenzial gewesen sei.

Er berichtete, dass er nach seiner Rückkehr nach Stamford direkt ins Büro gegangen sei und McMahon erklärt habe, einen zukünftigen WrestleMania-Hauptakteur unter Vertrag genommen zu haben. Die Reaktion sei zunächst von Skepsis geprägt gewesen: „Ich sagte ihm, dass ich gerade jemanden verpflichtet habe, der bei WrestleMania im Main Event stehen wird. Vince hielt mich für verrückt und meinte, ich sei wahrscheinlich einfach nur übermüdet.“

Rückblickend unterstreichen diese Aussagen die enge Verbindung zwischen Ross und Cena, die sich über viele Jahre hinweg entwickelte. Dass Ross während der Übertragung von Cenas letztem Match namentlich erwähnt wurde, war daher für viele Zuschauer ein bedeutungsvoller Moment, zumal Ross seit mehreren Jahren bei All Elite Wrestling tätig ist.

Lob für GUNTHER und seine Bedeutung für die Zukunft

Neben John Cena sprach Jim Ross auch ausführlich über GUNTHER und dessen Sieg im Abschiedsmatch. Aus Sicht von Ross’ habe dieser Erfolg die Position des Österreichers innerhalb des WWE-Rosters weiter gestärkt. Er erklärte, dass GUNTHER für ihn zu den wertvollsten Talenten der gesamten Liga gehöre.

Ross ging sogar noch weiter und entwarf ein hypothetisches Szenario, in dem er selbst eine Promotion führen würde. In einem solchen Fall wäre GUNTHER für ihn eine der ersten Verpflichtungen: „Wenn ich ein eigenes Territorium hätte und einen Draft veranstalten würde, dann stünde GUNTHER ganz oben auf meiner Liste. Er hat Charakter, Integrität, achtet auf sich und präsentiert sich stark.“

Diese Aussagen fügen sich in die seit Monaten anhaltende Anerkennung ein, die GUNTHER von Veteranen und Verantwortlichen gleichermaßen erhält.

Jim Ross über Mick Foleys Abschied von der WWE

In derselben Podcast-Ausgabe äußerte sich Jim Ross auch zum offiziellen Rückzug von Mick Foley aus der WWE. Ross machte deutlich, dass Foleys Entscheidung aus seiner Sicht weit mehr sei als ein symbolischer Schritt. Er beschrieb Foley als einen Menschen mit festen Prinzipien, der zu seinen Überzeugungen stehe, auch wenn dies persönliche Konsequenzen mit sich bringe: „Ich halte sehr viel von Mick Foley. Wenn ich ein eigenes Territorium hätte, wäre er jemand, den ich sofort verpflichten würde. Er ist ein wunderbarer Mensch, sehr intelligent und sehr prinzipientreu. Wenn er sagt, dass er fertig ist, dann meint er das auch so.“

Ross betonte, dass die WWE Foleys Abgang nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte. Auch wenn intern möglicherweise keine unmittelbare Unruhe herrsche, sei Foley ein wertvoller Bestandteil des Unternehmens gewesen, dessen Verlust langfristige Bedeutung haben könne.

Politischer Hintergrund von Foleys Entscheidung

Jim Ross ordnete Foleys Rückzug auch politisch ein. Er erklärte, dass Foleys Frustration über die Nähe der WWE zu Donald Trump kein Einzelfall sei. Viele Menschen innerhalb und außerhalb der Wrestling-Welt sähen diese Verbindung kritisch.

Ross verwies darauf, dass ein öffentlich verbreiteter Beitrag von Trump auf Truth Social eine entscheidende Rolle gespielt habe. In diesem Beitrag äußerte sich Trump in zynischer Form zum Tod von Rob und Michele Reiner, was in der Unterhaltungsbranche breite Empörung auslöste. Der Musiker Jack White reagierte öffentlich mit scharfen Worten auf diesen Beitrag, die Mick Foley später selbst auf Instagram teilte.

Foley kritisierte dabei offen seine früheren Kollegen und stellte infrage, wie eine Zusammenarbeit mit Trump weiterhin möglich sei. Am 16. Dezember bestätigte Foley schließlich, dass er die WWE darüber informiert habe, vorerst nicht mehr für das Unternehmen aufzutreten. Zudem erklärte er, dass er seinen WWE-Legends-Vertrag nach dessen Auslaufen im Juni 2026 nicht verlängern werde.

Trotz seines Abschieds stellte Foley klar, dass er seine Zeit bei der WWE weiterhin wertschätze und dankbar auf seine Karriere zurückblicke.

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