Jillian Hall spricht offen über ihre WWE-Zeit: „Man hat mich verdummt“

Jillian Hall spricht ins WWE Mikrofon

Auch Jillian Hall zählte zu den Gesichtern der WWE-Diven-Ära in den 2000er-Jahren. Sie wurde vor allem durch ihr schräges Gesangs-Gimmick bekannt, das ihr große Aufmerksamkeit, aber auch viel Kritik einbrachte. In einem Interview mit „Ring the Belle” sprach die ehemalige WWE-Diva nun offen über ihre Erfahrungen und machte deutlich, dass sie ihre Zeit im Main Roster rückblickend als frustrierend empfand.

Hall betonte, dass ihre wahren Wrestling-Fähigkeiten nie zur Geltung kamen, weil sie von der kreativen Leitung gezielt eingeschränkt wurde. Während sie vor ihrer WWE-Zeit einen athletischen und abwechslungsreichen Stil pflegte, sei sie im Main Roster auf kurze Matches und einfache Spots reduziert worden. Sie beschrieb es so, dass WWE sie regelrecht „verdummt“ habe.

„Als ich ins Main Roster kam, wurde mein Stil stark vereinfacht“, erklärte Hall. „Vor meiner Zeit bei WWE konnte ich viel mehr als Wrestlerin zeigen. Doch im Main Roster durfte ich dieses Können kaum unter Beweis stellen.“

Seltene Highlights mit Gail Kim

Besonders schmerzlich war für Hall die Tatsache, dass sie nur in Ausnahmefällen zeigen durfte, was wirklich in ihr steckte. Als Beispiel nannte sie ihre Matches gegen Gail Kim in der wöchentlichen „WWE Superstars“. Diese Aufeinandertreffen hätten ihr zumindest ansatzweise ermöglicht, ihr Können unter Beweis zu stellen. Doch die Auftritte fanden nicht bei RAW oder SmackDown statt, sondern lediglich in einer B-Show, die deutlich weniger Reichweite hatte.

„Sie und ich hätten einige großartige Dinge im Ring zeigen können, wenn man uns die Gelegenheit dazu gegeben hätte. Aber stattdessen bekamen wir gelegentlich sechs Minuten bei Superstars“, so Hall.

Für die Wrestlerin war es besonders enttäuschend, dass diese Matches nie auf den großen Bühnen stattfanden. Die Fans hätten so nie ein vollständiges Bild ihrer Fähigkeiten erhalten, da ihre Rolle in den Main Shows fast ausschließlich auf Comedy-Segmente reduziert war.

Das Gesangs-Gimmick und seine wahre Entstehung

Ein zentrales Kapitel ihrer WWE-Zeit war das berüchtigte Gesangs-Gimmick, das Hall für viele Zuschauer unvergesslich machte. Bis heute gibt es Gerüchte, sie habe mit dieser Rolle Brooke Hogan, die Tochter von Hulk Hogan, parodieren sollen. Im Interview stellte Hall jedoch klar, dass dies völlig falsch sei.

„Ich weiß nicht, wie die Leute darauf kamen, dass ich Brooke Hogan imitieren oder mich über sie lustig machen sollte. Das ist einfach absurd. Ein reines Gerücht. Punkt.“

Stattdessen schilderte sie die wahre Entstehungsgeschichte. Während einer WWE-Houseshow sollte sie ursprünglich an einem „Best Body Contest“ teilnehmen, gemeinsam mit Ashley Massaro und Michelle McCool. Backstage sang Hall jedoch – wie sie es oft tat – und bezeichnete sich scherzhaft als „lange verschollene Schwester von Britney Spears“. Sie nannte sich selbst „Jillian Spears“ und sorgte bei ihren Kolleginnen für Gelächter.

Ashley Massaro schlug ihr daraufhin vor, den Gesang auch vor dem Publikum auszuprobieren. Zunächst glaubte niemand, dass Hall den Mut dazu hätte. Doch sie wandte sich an WWE-Agent Fit Finlay und erklärte, dass sie nicht am Wettbewerb teilnehmen, sondern singen wolle. Finlay ließ sie gewähren – und das Experiment wurde zu einem Schlüsselmoment ihrer Karriere.

„Ich ging raus und sagte dem Publikum, dass ich nicht hergekommen sei, um mich auszuziehen, sondern um zu singen“, erinnerte sich Hall. „Die Reaktion waren die lautesten Buhrufe des Abends. Genau das hat WWE sofort erkannt, und schon bald wurde die Idee ins Fernsehen gebracht.“

Zwischen Comedy und Frustration

Obwohl das Gesangs-Gimmick für Aufmerksamkeit sorgte und Hall zu einem bekannten Namen machte, blieb bei ihr das Gefühl zurück, dass WWE ihr Potenzial nicht ausschöpfte. Statt in den großen Matches ihr Können zu beweisen, wurde sie vor allem für Comedy-Segmente gebucht.

Hall war sich bewusst, dass die schrille Rolle im Gedächtnis blieb, betonte aber, dass hinter dem Gimmick eine ausgebildete Wrestlerin stand, die gerne mehr gezeigt hätte. „Es ist traurig, dass ich nicht die Chance bekam, mein wahres Können auf der großen Bühne unter Beweis zu stellen. WWE hat mir diese Möglichkeit nie wirklich gegeben.“

4 Kommentare

  1. Sie hatte kein Potenzial, und sie haben sie eine Zeit lang ziemlich prominent gebucht. Wie undankbar kann man sein!

    • Jo so sind Leute halt die sich für besser halten als sie sind.

      Und dann noch so tun als ob man selber keinerlei Möglichkeit gehabt hätte einfach „Ne ist mir zu dumm“ zu sagen. Für den Fame und das Geld hat sie ja alles gemacht was WWE von ihr wollte, aber jetzt ist ihr das peinlich und die WWE schuld daran das sie „verdummt“ wurde. Fantastisch.

      Jillian Hall konnte nicht mal nen Punch zeigen. Aber will uns jetzt erzählen das sie mit Gail Kim nen tolles Match hätte auf die Beine stellen können? Lächerlich. Gail Kim war schon sehr gut im Ring, Jillian Hall das genaue Gegenteil…

      Und was das „dumme Blondchen“ Image angeht, hat sie es ja selber auch gut gefüttert… Lippen aufspritzen wie ein Schlauchboot inklusive.

      Und singen war jetzt auch wirklich kein Highlight von ihr… alles in allem, eigentlich hatte sie gar nix zu bieten. Was die Frage aufwirft wieso sie es überhaupt bei WWE zu was gebracht hat wenn ich daran zurückdenke welch andere Frauen dort aktiv waren… Lita, Gail Kim, Trish Stratus um nur ein paar zu nennen…

  2. Ganz Unrecht hat sie nicht! Die Zeit der „Diven“ war fürchterlich. Peinlichste Segmente und Co.
    Wahrscheinlich überschätzt sich die gute Jillian, aber gleichzeitig ist an ihrer Aussage etwas Wahres dran.

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