Je’Von Evans hat in mehreren Interviews ausführlich über seine Entwicklung bei WWE gesprochen und dabei sowohl prägende Ratschläge aus dem NXT-System als auch seine Einstellung zu verpassten Chancen, schnellen Erfolgen und öffentlicher Kritik offengelegt. Besonders die Worte von Shawn Michaels sowie seine eigenen Erfahrungen im Main Roster geben Einblick in seine aktuelle Denkweise und Karriereziele.
Shawn Michaels’ Rat verändert Evans’ Blick auf sich selbst
Während eines Gesprächs mit Adrian Hernandez bei Unruly wurde Evans gefragt, welcher Ratschlag ihn seit seinem Start bei WWE am stärksten beeinflusst hat. In diesem Zusammenhang erinnerte er sich an eine Begegnung mit Shawn Michaels, die für ihn eine zentrale Rolle spielte. Gerade weil er bei NXT mit erfahrenen Persönlichkeiten und Legenden zusammenarbeitete, blieb ihm dieses Gespräch besonders im Gedächtnis.
Er gab dabei die Worte von Michaels vollständig wieder und machte deutlich, welchen Eindruck sie bei ihm hinterlassen haben: „Das Erste, was mir dazu in den Sinn kommt, ist: Sei einfach du selbst. Das gilt immer – das ist das Wichtigste – und diesen Ratschlag beherzige ich immer. Und eigentlich war es Shawn Michaels, der mir das gesagt hat, als ich zum ersten Mal bei NXT ankam. Er meinte: ‚Alter, sei einfach du selbst, denn niemand, niemand macht das so wie du.‘“
Evans erklärte, dass diese Aussage für ihn eine neue Perspektive eröffnet habe und sein Selbstvertrauen nachhaltig gestärkt worden sei. Vor allem die Tatsache, dass dieser Rat von einer der größten Persönlichkeiten des Wrestlings kam, verlieh dem Moment zusätzliche Bedeutung.
Je’Von Evans schilderte, dass ein prägender Moment für ihn ein Gespräch mit Shawn Michaels war. In diesem Gespräch vermittelte Michaels ihm, dass niemand seinen Stil so umsetzt wie er selbst. Diese Aussage löste bei ihm ein Umdenken aus und gab ihm zusätzliches Selbstvertrauen, da sie von dem aus seiner Sicht größten Wrestler aller Zeiten kam. Seitdem orientiert er sich stark an Michaels‘ Ratschlägen und nimmt sich vor allem eine zentrale Botschaft zu Herzen: authentisch bleiben, sich selbst treu sein und den eigenen Weg gehen.
Kein NXT-Titel, aber klare Ziele im Main Roster
Auch das Thema verpasster Titelchancen wurde im Interview angesprochen. Evans wurde konkret darauf angesprochen, dass er den NXT-Titel während seiner Zeit dort nicht gewinnen konnte. Er machte jedoch deutlich, dass ihn dies nicht belastet und er seinen Fokus längst auf die Zukunft gerichtet hat.
Er erklärte ausführlich, wie er diese Situation einordnet: „Ich würde nicht sagen, dass mir das wichtig ist. Ich habe das Gefühl, das ist einfach etwas, das ich hätte erreichen können, und ich glaube, es hätte mir geholfen, ein kleines – nicht unbedingt ein entscheidendes – Erfolgserlebnis zu haben. So eine Leistung, die ich vorweisen kann. Vor allem, wenn man an der Spitze steht und in das Main Roster wechselt. Aber gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass es jetzt nur bedeutet, dass mein erster WWE-Titel ein Main-Roster-Titel sein wird. Also letztendlich, Mann, bin ich einfach bereit für alles, Mann.“
Statt sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen, blickt Evans gezielt auf kommende Möglichkeiten und formuliert klare Ambitionen in Bezug auf verschiedene Titel: „Weißt du, ich habe den NXT-Titel zwar nicht gewonnen, aber das ist okay. Alles klar, denn jetzt werde ich entweder den IC-Titel, den US-Titel, den World Heavyweight Championship, den WWE-Titel oder den Tag-Team-Titel holen. Das ist egal.“
Schneller Erfolg im Main Roster kommt für ihn nicht überraschend
Neben seinen persönlichen Zielen sprach Evans auch über den rasanten Aufstieg mehrerer NXT-Talente, die 2026 ins Main Roster berufen wurden. Dazu zählen unter anderem Oba Femi und Trick Williams. Laut Evans kam dieser Erfolg nicht überraschend, da alle Beteiligten konsequent ihren eigenen Stil verfolgt hätten.
Je’Von Evans erklärte, dass ihn sein schneller Aufstieg nicht überrascht habe, da er den Erfolg als Ergebnis konsequenter Arbeit und klarer Selbstfindung sieht. Seiner Ansicht nach hätten er und viele andere Talente früh erkannt, worin ihre individuellen Stärken liegen, und genau daran gezielt weitergearbeitet. Dieser Fokus auf den eigenen Stil habe letztlich dazu geführt, dass sie sich in ihrer jeweiligen Rolle etablieren konnten.
In diesem Zusammenhang hob er auch mehrere Kollegen hervor, die einen ähnlichen Weg eingeschlagen haben. So betonte er, dass Kelani und Kiana jeweils ihren eigenen Ansatz verfolgen und damit erfolgreich sind. Gleichzeitig verwies er auf sich selbst sowie auf Trick und Oba, die er als zentrale Figuren bei NXT bezeichnete und die kürzlich den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung gemacht haben. Auch Lash erwähnte er als Beispiel für diesen Fortschritt, da sie sich inzwischen bis in den Tag Team Titelbereich vorgearbeitet hat.
Abschließend unterstrich Evans, dass dieser Erfolg kein Zufall sei, sondern darauf beruhe, die eigenen Stärken zu erkennen, konsequent daran zu arbeiten und zusätzlichen Einsatz zu zeigen, um sich kontinuierlich zu verbessern.
Gleichzeitig schilderte er, wie intensiv sich die Erfahrungen im WWE-Alltag für ihn anfühlen, insbesondere im Umgang mit etablierten Stars: „Alter, es ist schwer, [sich da nicht zu verlieren]. Es ist schwer, darüber nachzudenken und einfach nicht total auszuflippen. Es ist einfach so ein tolles Gefühl. Ich hatte diese Momente mit Randy, weißt du? Ich hab mich mit Punk unterhalten. Meine Chefs sind DX. Es ist wie: „Was, Alter?“ Das ist der Wahnsinn. Ich bin total aus dem Häuschen, ich erlebe buchstäblich diese Momente, Alter.“
Je’Von Evans beschrieb, dass ihn die Eindrücke im WWE-Alltag bis heute regelmäßig überwältigen. Er versuche jede Woche aufs Neue, ruhig zu bleiben, obwohl ihn die Begegnungen mit großen Namen immer wieder aus dem Konzept bringen. Besonders Momente mit Triple H hätten bei ihm für Staunen gesorgt, da ihm in solchen Situationen bewusst werde, in welchem Umfeld er sich mittlerweile bewege.
Auch der Kontakt zu Randy Orton habe ihn stark beeindruckt. Als er Nachrichten von ihm erhielt, habe er realisiert, wie außergewöhnlich seine aktuelle Situation ist. Insgesamt machte Evans deutlich, dass er sich trotz seines Erfolgs immer noch in einer Phase befindet, in der viele dieser Erlebnisse für ihn kaum zu fassen sind.
Klare Reaktion auf Kritik von Kevin Nash
Ein weiteres Thema war die öffentliche Kritik durch WWE Hall of Famer Kevin Nash. Dieser hatte zuvor mit einer umstrittenen Aussage für negative Reaktionen gesorgt, nachdem er Je’Von Evans als „Mr. Bojangles“ bezeichnete und zusätzlich anmerkte, dass dessen Schläge im Ring nicht besonders überzeugend wirken würden. Die Bezeichnung wurde in der Wrestling-Community als unangemessen und stereotypisch wahrgenommen, weshalb sie besonders kritisch aufgenommen wurde und deutliche Reaktionen in den sozialen Medien auslöste, woraufhin Nash sich später entschuldigte.
Evans selbst äußerte sich nun erstmals ausführlich dazu und machte deutlich, dass ihn solche Kommentare nicht aus der Ruhe bringen und er sie in einen größeren Kontext einordnet:
Je’Von Evans erklärte, dass Aufmerksamkeit und Gespräche über seine Person für ihn ein Zeichen harter Arbeit seien. Kritik oder Diskussionen bewertet er dabei gelassen, da sie für ihn zum Geschäft dazugehören und oft auch aus dem Wunsch nach Aufmerksamkeit entstehen. Entscheidend sei für ihn, unbeirrt seinen eigenen Weg weiterzugehen. Er betonte, dass er sich nicht verbiegen werde und seiner Identität treu bleibe, unabhängig davon, wie andere darauf reagieren, während er sich gleichzeitig persönlich und beruflich weiterentwickelt.
Zusätzlich unterstrich er, dass er seinen Weg unabhängig von äußerer Kritik fortsetzen will und sich in seiner Entwicklung bestätigt sieht: „Aber egal wie, Mann, ich werde einfach weiter Spaß haben, Mann … Ich bin so, wie ich bin, und habe es bis hierher geschafft, verstehst du? Anscheinend mache ich also etwas richtig, denn meine Chefs lieben mich.“
Zuletzt war Evans Anfang des Jahres beim WWE Elimination Chamber Premium Live Event im Einsatz und gehört weiterhin zu den Talenten, die im Main Roster verstärkt in den Fokus rücken.
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