Jacob Fatu über seine WWE-Auszeit: „Ich musste mich neu orientieren“

Jacob Fatu ist bereit für sein Match

Jacob Fatu spricht offen über Auszeit, Identität und körperliche Transformation

Jacob Fatu hat erstmals ausführlich erläutert, weshalb seine Pause vom WWE-TV mehr bedeutete als nur die körperliche Genesung nach einer schweren Zahnoperation. Nach dem brutalen Segment mit Drew McIntyre im Oktober 2025 musste sich Fatu einem umfangreichen zahnmedizinischen Eingriff unterziehen. Am 9. Januar 2026 kehrte er bei WWE Friday Night SmackDown zurück und griff entscheidend in das Undisputed WWE Title Match zwischen McIntyre und Cody Rhodes ein.

Im Gespräch mit Busted Open Radio erklärte Fatu: „Weißt du, als ich damals eine Auszeit genommen habe, musste ich mich in meinem Privatleben mental und körperlich wirklich neu sortieren. Seien wir ehrlich: Ein Typ wie ich mit sieben Kindern, der so viel Geld verdient – ich sage nicht, dass ich reich bin, aber es ist schon etwas anderes. Ich bin jeden Tag im Waffle House, als würde ich verrückt werden.“

Waffle House ist eine in den USA weitverbreitete 24-Stunden-Restaurantkette, die vor allem für einfache, günstige Speisen wie Waffeln, Eiergerichte und Burger bekannt ist und als bodenständiger Treffpunkt für den Alltag gilt. Mit diesem Vergleich wollte Fatu verdeutlichen, dass sein Leben in dieser Phase trotz seines Einkommens erstaunlich gewöhnlich und fast schon eintönig verlaufen sei. Gerade diese Bodenständigkeit habe ihm jedoch geholfen, Abstand zu gewinnen und seine Prioritäten neu zu ordnen.

In diesem Zusammenhang sprach er auch über die Zeit rund um die Feiertage, die für ihn eine besondere Bedeutung gewann. Vor allem im Oktober, November und Dezember sowie rund um Neujahr habe er so viel Zeit mit seinen Kindern verbracht wie lange nicht mehr. Zuvor sei er durch seine Verpflichtungen kaum dauerhaft zu Hause gewesen.

Rückblickend bewertete er diese Phase als etwas, das vielleicht so habe kommen müssen. Demzufolge führte er aus, dass er viele Momente mit seiner Familie verpasst habe, sich nach seiner Rückkehr jedoch vorgenommen habe, alles nachzuholen und noch härter zu arbeiten. Während seiner Auszeit sei gerade Ferienzeit gewesen, seine Kinder seien zu Hause gewesen – und er zum ersten Mal seit Langem ebenfalls. Diese gemeinsame Zeit habe ihm zuvor gefehlt.

Er betonte, wie emotional ihn diese Erinnerung noch heute mache. Jeder, der ihn kenne, wisse, wie wichtig ihm seine Kinder seien. Für ihn sei das keine Pflicht, sondern Herzenssache. Gleichzeitig kündigte er an, dass diese neu gewonnene Energie sich auch im Ring zeigen werde. Die Fans würden eine noch intensivere Version von Jacob Fatu erleben.

Neben den emotionalen Herausforderungen sprach Fatu auch offen über die körperlichen Folgen seiner Verletzung. Insgesamt mussten ihm im hinteren Bereich des Gebisses elf Zähne gezogen werden. Ursprünglich sei sogar geplant gewesen, zwölf Zähne zu entfernen, am Ende seien es jedoch elf gewesen.

In diesem Zusammenhang erinnerte er sich an einen Rat seines Onkels Rikishi. Dieser habe ihm einmal gesagt, dass das Telefon aufhöre zu klingeln, wenn man längere Zeit nicht präsent sei und aus dem Blickfeld verschwinde. Genau das habe er während seiner Auszeit erlebt. Kaum sei er nicht mehr im Rampenlicht gestanden, hätten auch die Anfragen und Kontakte spürbar nachgelassen.

Über seine Zeit fernab des Rings erklärte Fatu weiter, dass die Situation nichts mit seiner Familie zu tun gehabt habe. Vielmehr habe er gemerkt, wie sich das Umfeld verändere, wenn man nicht mehr dauerhaft im Rampenlicht stehe. Solange man erfolgreich sei, klingele ständig das Telefon, jeder brauche etwas oder wolle etwas. Doch während seiner Auszeit sei es ruhiger geworden.

Besonders prägend sei für ihn der Alltag zu Hause gewesen. Er habe auf der Couch gesessen und gesehen, wie seine Kinder morgens zur Schule gingen, später wieder nach Hause kamen – und er immer noch dort saß. Genau diese Momente hätten ihm vor Augen geführt, dass er etwas verändern müsse. Diese Phase habe ihn dazu gebracht, sich neu zu orientieren und seinen Fokus neu auszurichten.

Eigene Identität statt nur „der Cousin“

Seit seinem WWE-Debüt während des WrestleMania-Wochenendes 2024 wurde Fatu unmittelbar in eine zentrale Rolle eingebunden. Als Teil der Bloodline stand er unter der Führung von Solo Sikoa gemeinsam mit Tama Tonga und Tonga Loa im Mittelpunkt einer neu formierten Gruppierung. Damit war von Beginn an klar, dass WWE große Pläne mit ihm hatte.

Trotz dieser prominenten Position machte Fatu deutlich, dass er nicht ausschließlich über seine familiären Verbindungen definiert werden möchte. Besonders der Bezug zu Roman Reigns als Cousin solle nicht sein gesamtes Profil bestimmen.

Im weiteren Gesprächsverlauf erklärte er, dass er sehr dankbar und glücklich sei, Teil von WWE zu sein. Gleichzeitig habe er die starken Reaktionen seit seiner Ankunft deutlich wahrgenommen. Er sehe genau, in welcher Position sich die Gruppierung aktuell befinde und welche Ziele verfolgt würden. Deshalb sei es ihm wichtig, seinen eigenen Beitrag zu leisten und sich im Ring sowie als Persönlichkeit eigenständig zu beweisen. Er wolle nicht nur als „der Cousin von Roman Reigns“ wahrgenommen werden, sondern sich einen eigenen Namen erarbeiten.

Gleichzeitig hob Fatu die Erfahrung von Solo Sikoa bei großen Premium Live Events hervor. Obwohl er selbst bereits viele Jahre im Independent-Bereich aktiv gewesen sei, habe er schnell erkannt, dass die Anforderungen bei WWE auf einem ganz anderen Niveau lägen. Deshalb habe er Solo bewusst um Rat gefragt.

Dazu schilderte er, dass er zu Solo gesagt habe, dieser solle ihm erklären, was nötig sei, um auf dieser großen Bühne zu bestehen. Zwar sei er ein Jahr älter, doch Solo verfüge über deutlich mehr Erfahrung bei Premium Live Events. Diesen Moment habe er bis heute nicht vergessen.

Besonders in Erinnerung geblieben sei ihm Solos klare Botschaft: „Man müsse mit den Besten mithalten können und seinen eigenen Beitrag leisten.“ Genau das sei sein Anspruch. Fatu betonte erneut, dass er nicht darauf reduziert werden wolle, lediglich als Cousin von Roman Reigns oder als Teil der Bloodline-Familie wahrgenommen zu werden. Sein Ziel sei es, sich durch eigene Leistungen einen Namen zu machen.

Fatu gewann im August 2024 gemeinsam mit Tama Tonga die WWE Tag Team Championship. Bei WrestleMania 41 besiegte er LA Knight und gewann die United States Championship, die er 70 Tage hielt. Nach einer Einmischung von außen verlor er den Titel bei Night of Champions an Solo Sikoa. Später kam es bei Money in the Bank 2025 zu einem Bruch innerhalb der Gruppierung, als Fatu Solo während des Leiter-Matches angriff.

Transformation durch Fitness und Ermutigung von AJ Styles

In den vergangenen Monaten hat Fatu eine deutliche körperliche Veränderung vollzogen. Nachdem er sich zuvor unwohl fühlte, ohne Shirt aufzutreten, entschied er sich nach einem Gespräch mit AJ Styles dazu, sein Ring-Outfit anzupassen. Bei Busted Open Radio schilderte er: „Ich möchte mich bei AJ Styles bedanken. Er hat mich beim ‚Saturday Night’s Main Event‘ gesehen, die Veränderung bemerkt und nur gesagt: ‚Alter, willst du da draußen etwa ein Shirt tragen?‘ Ich sagte nur: ‚Ja.‘“ Er sagte: ‚Alter, du hast verdammt gute Bauchmuskeln.‘ Ich würde ohne Shirt hinausgehen. Was machst du da?‘ Also, ein großes Lob an AJ und herzlichen Glückwunsch zum Ruhestand. Aber seinetwegen habe ich es ausgezogen. Ich habe mich geschämt, es auszuziehen. Aber wenn der Phenomenal One sagt: ‚Hey Mann, ich würde das tun‘, dann höre ich auf ihn.“

Mit seiner Rückkehr präsentiert sich Jacob Fatu nun als mental gefestigter, körperlich transformierter und in seiner Rolle klar positionierter Superstar.

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