Mehr als zwei Jahre nach dem viel diskutierten Backstage-Zwischenfall bei AEW All In 2023 hat Jack Perry ausführlich darüber gesprochen, wie stark ihn diese Ereignisse persönlich und beruflich geprägt haben und welche Auswirkungen sie langfristig auf seine Sichtweise hatten. Der Vorfall im Wembley-Stadion entwickelte sich damals weit über das eigentliche Geschehen hinaus zu einem prägenden Einschnitt in seiner Karriere und rückte ihn plötzlich in den Mittelpunkt einer weltweiten Diskussion.
Für Perry bedeutete diese Phase nicht nur eine berufliche Zäsur, sondern auch eine intensive Auseinandersetzung mit öffentlicher Kritik, eigenen Erwartungen und dem Umgang mit Druck. Der Vorfall gilt bis heute als einer der einschneidendsten Momente der jüngeren AEW-Geschichte und hatte weitreichende Konsequenzen für alle Beteiligten.
Auslöser war eine Szene während des Pay-per-Views, in der Perry einen provokanten Kommentar in Richtung Kamera abgab. Hintergrund war eine kreative Meinungsverschiedenheit mit CM Punk über den Einsatz von echtem Glas. Die Situation eskalierte anschließend im Backstagebereich in eine körperliche Auseinandersetzung. In der Folge trennte sich AEW von Punk, während Perry vorübergehend suspendiert wurde und erst Monate später ins Fernsehen zurückkehrte.
Rückblick auf eine Phase des persönlichen Wachstums
Im Interviewformat Up Close with Renee Paquette sprach Perry offen über seine Entwicklung seit dem Vorfall. Dabei machte er deutlich, dass sich seine Perspektive auf diese Zeit grundlegend verändert habe: „Ich habe das Gefühl, dass ich mich dadurch stark weiterentwickelt habe. Dieses Wachstum ist allerdings aus vielen schwierigen und schmerzhaften Momenten entstanden. Das mag dramatisch klingen, aber insgesamt war es keine schöne Zeit.“
Gleichzeitig beschrieb er, dass ihn genau diese Phase langfristig innerlich freier gemacht habe: „Ich glaube, es hat mich in vielerlei Hinsicht wirklich befreit. Alles davor fühlt sich mittlerweile an, als würde es zu einem ganz anderen Leben gehören.“
Der Wunsch nach Anerkennung und der Druck der Öffentlichkeit
Ein zentrales Thema seiner Reflexion war der enorme Druck, den er sich selbst auferlegt hatte, insbesondere zu Beginn seiner TV-Karriere. Perry erklärte, dass er damals stark davon getrieben gewesen sei, alles perfekt machen zu wollen: „Ich war neu im Fernsehen. Das war mein Traumjob, seit ich ein kleines Kind war, und ich wollte ihn perfekt machen. Ich wollte einfach, dass mich alle mögen.“
Dieser Anspruch habe ihn besonders hart getroffen, wenn Dinge nicht nach Plan verliefen, vor allem unter öffentlicher Beobachtung: „Wenn ich das nicht geschafft habe, war ich sehr enttäuscht. Und das dann auch noch so öffentlich zu erleben, wenn dir eine Million Leute sagen, dass du ein Stück Schei*e bist oder was auch immer, das ist hart.“
Akzeptanz als Wendepunkt
Mit der Zeit habe er jedoch eine entscheidende Erkenntnis gewonnen. Perry schilderte, dass er irgendwann akzeptieren musste, dass es Menschen geben wird, die ihn unabhängig von seinem Verhalten ablehnen: „Durch all das habe ich endlich realisiert, dass es Menschen gibt, die mich niemals mögen werden, egal was ich mache.“
Diese Einsicht habe ihm letztlich geholfen, innerlich loszulassen und sich nicht länger über fremde Erwartungen zu definieren: „Und in gewisser Weise war das sehr befreiend, weil ich dann dachte: Ich muss mir darüber keine Gedanken mehr machen. Was möchte ich eigentlich tun?“
Keine Reue über den Verlauf der Ereignisse
Auf die Frage von Renee Paquette, ob er die damaligen Geschehnisse im Nachhinein ändern würde, antwortete Perry eindeutig. Trotz aller Konsequenzen würde er den Verlauf der Dinge nicht rückgängig machen: „Es ist lustig, denn wenn man vor zehn Jahren zurückgegangen wäre und mir jemand eine Kristallkugel gezeigt und gesagt hätte, dass all das passieren würde, hätte ich gesagt: Meinst du das ernst?“
Heute sehe er die Situation jedoch mit Abstand: „Aber jetzt ist es nun mal so, wie es ist. Und so sehr manche Leute das vielleicht auch wollen würden, ich würde nichts daran ändern.“
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