Aktuell wächst hinter den Kulissen die Unzufriedenheit mit der kreativen Planung für WrestleMania 42, das am 19. und 20. April in Las Vegas stattfinden soll. Innerhalb der Company wird vor allem kritisiert, wie häufig kreative Konzepte in den vergangenen Wochen angepasst oder sogar vollständig verändert wurden. Im Mittelpunkt der Diskussion steht Paul Levesque, der als Chief Content Officer die kreative Gesamtverantwortung trägt.
Nach aktuellen Berichten liegen Ticketverkäufe und Vorverkäufe derzeit rund 18 Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres zum gleichen Zeitpunkt. Intern geht man weiterhin davon aus, dass das Event letztlich gut besucht sein wird. Dennoch sorgt die Entwicklung für spürbare Nervosität. Gleichzeitig wurde innerhalb des Unternehmens hinterfragt, ob die Vielzahl an kreativen Anpassungen zusätzlich zur Unsicherheit beiträgt.
In Wrestling Observer Radio wurde berichtet, dass es bereits vor dem Royal Rumble eine komplette WrestleMania Card gegeben haben soll, diese jedoch neu bewertet wurde, nachdem erste Ticketzahlen nicht den Erwartungen entsprachen: „Vor dem Rumble hatten sie eine vollständige Card für WrestleMania… aber mir wurde gesagt, dass nun alles in der Schwebe ist.“
Diese Unsicherheit soll intern zu deutlicher Kritik geführt haben. Einige Stimmen innerhalb des Unternehmens vergleichen die aktuelle Situation sogar mit früheren Phasen, in denen kurzfristige Planänderungen häufiger vorkamen: „Es gab viel interne Kritik an Paul Levesque … Sie haben einen Plan, und dann ändern sie den Plan. Und im Moment ist alles in der Schwebe.“
Ticketpreise, Reisekosten und wirtschaftlicher Druck als zusätzlicher Faktor
Neben der kreativen Planung spielen offenbar auch wirtschaftliche Faktoren eine Rolle. Innerhalb von Wrestling Observer Radio wurde ebenfalls thematisiert, dass steigende Ticketpreise sowie hohe Reisekosten für internationale Fans Einfluss auf die Nachfrage haben könnten: „Sie versuchen, 50.000 bis 60.000 Plätze für zwei Abende zu verkaufen und das zu wahnsinnigen Preisen. Das ist vielleicht gerade zu diesen Zeiten zu teuer.“
Gerade die Kombination aus hohen Ticketpreisen, steigenden Hotelkosten in Las Vegas und der allgemeinen wirtschaftlichen Situation könnte laut Berichten zu einer vorsichtigeren Kaufentscheidung bei Fans führen. Gleichzeitig betonten interne Stimmen, dass wirtschaftliche Faktoren den Druck auf die kreative Leitung nicht reduzieren.
Ursprüngliche WrestleMania Pläne mehrfach überarbeitet
Die kreative Roadmap für WrestleMania 42 wurde laut Berichten mehrfach angepasst. In einer frühen Phase war vorgesehen, dass Roman Reigns gegen Seth Rollins um den World Heavyweight Championship Titel antritt, während CM Punk auf Cody Rhodes treffen sollte. Eine Verletzung von Seth Rollins bei Crown Jewel führte jedoch zu ersten Änderungen.
In einer späteren Version der Planung sollte Roman Reigns gegen Cody Rhodes antreten. Parallel dazu war vorgesehen, dass CM Punk als World Champion gegen Royal Rumble Sieger Bron Breakker verteidigt. Dieses Szenario wurde jedoch verworfen, da man ein weiteres Aufeinandertreffen zwischen Reigns und Rhodes innerhalb weniger Jahre vermeiden wollte.
Aus den Anpassungen hat sich schließlich ein neues mögliches Szenario entwickelt. Demnach könnte Cody Rhodes die WWE Championship zunächst an Drew McIntyre verlieren, um den Titel dann bei WrestleMania zurückzugewinnen. Parallel dazu gilt derzeit das World Heavyweight Championship Match zwischen CM Punk und Roman Reigns als das einzige fest eingeplante Top-Match.
Auch über weitere große Matches besteht weiterhin Unsicherheit. Selbst hochdiskutierte Konstellationen sollen laut Berichten intern noch nicht final bestätigt sein: „Selbst Cody und Drew sind derzeit keine sichere Sache … Das einzige Match, das sicher ist, ist das zwischen CM Punk und Roman Reigns.“
Gleichzeitig gilt als wahrscheinlich, dass Liv Morgan nach ihrem Royal Rumble Sieg um einen der großen Womens Titel antreten wird. Ob es sich dabei um die Women’s World Championship oder die WWE Women’s Championship handeln wird, bleibt aktuell offen.
Kritik an fehlender Kommunikation gegenüber Fans
Ein weiterer Kritikpunkt dreht sich laut Meltzer um die Frage, ob Änderungen an einer Matchcard überhaupt sinnvoll sind, solange Fans noch keine offizielle Aufstellung kennen. Auch öffentlich wurde infrage gestellt, ob es logisch ist, eine Card anzupassen, wenn sie den Zuschauern noch gar nicht präsentiert wurde. Dabei wurde sinngemäß angemerkt, dass das Problem nicht darin liege, dass eine bereits bekannte Card schlecht angenommen werde, sondern vielmehr darin, dass den Fans aktuell überhaupt keine konkrete Card angeboten werde.
Neue Einschränkungen könnten WrestleMania Woche zusätzlich verändern
Parallel zu den kreativen Diskussionen gibt es Berichte über mögliche neue Restriktionen rund um Public Viewings während der WrestleMania Woche in Las Vegas.
Laut Fightful Select sollen mehrere Veranstaltungsorte darüber informiert worden sein, dass lokale Übertragungen von WrestleMania innerhalb eines Radius von 50 Meilen (ca. 80 km) um den Veranstaltungsort untersagt sein könnten. Diese Regel soll selbst dann gelten, wenn Veranstalter bereit wären, kommerzielle Lizenzgebühren zu zahlen.
Die Maßnahme könnte Teil einer Strategie sein, um den Ticketverkauf für die Live-Shows zu stärken. Gleichzeitig würde ein solcher Schritt eine langjährige Tradition der WrestleMania Woche beeinflussen, bei der Wrestler und Persönlichkeiten zusätzliche Auftritte bei Public-Viewing Events absolvieren.
Eine Quelle äußerte Zweifel an dieser Strategie und erklärte, dass diese Maßnahme einem der Hauptgründe widersprechen könnte, warum die Veranstaltung überhaupt nach Las Vegas geholt wurde, nämlich um den Tourismus in der Stadt zu stärken. Auch wirtschaftliche Auswirkungen für lokale Unternehmen werden diskutiert. Insbesondere Veranstaltungsorte, die regelmäßig Kampfsport Events übertragen, sehen mögliche Konsequenzen für ihr Geschäft: „Eine mit dem Veranstaltungsort verbundene Person sagte, dass zwar einige kleinere Unternehmen versuchen könnten, diese Regel in Las Vegas zu umgehen, dies jedoch Auswirkungen auf ihr UFC-Geschäft hätte, das riesengroß ist.“
Trotz aller Diskussionen gilt WrestleMania weiterhin als zentrales Event im WWE Kalender. Gleichzeitig zeigen die aktuellen Entwicklungen, dass Ticketpreise, Reisekosten, kreative Planung und Vermarktungsstrategie stärker miteinander verzahnt sind als in der Vergangenheit.
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