Gunther hat in einer ausführlichen Sonderausgabe von „WWE Retrospective“ so offen wie selten über sein Duell mit John Cena gesprochen. Der Ring General räumt darin ein, den langjährigen WWE-Star in jüngeren Jahren kritisch gesehen zu haben, ordnet seine Sichtweise heute ganz anders ein und bezeichnet den Moment, in dem er Cena zum Abklopfen zwang, als eine der bedeutendsten Errungenschaften seiner gesamten Karriere.
Frühe Skepsis gegenüber John Cena
Der Österreicher zeichnet ein ehrliches Bild davon, wie er und andere Wrestler seiner Generation Cena einst wahrgenommen haben. Geprägt durch Independent-Wrestling und japanische Szene, sei die Sicht auf Cena lange Jahre eine sehr kritische gewesen: „Alle meine anderen Kollegen, die ungefähr aus derselben Generation stammen wie ich und mit all diesen Indie-Filmen, japanischem Wrestling und solchen Sachen aufgewachsen sind – wir waren natürlich diejenigen, die John Cena gehasst haben.“
Gunther erklärte auch, warum Cena damals bei erwachsenen Wrestling-Puristen polarisierte, und schilderte seinen eigenen Eindruck aus jener Zeit: „Das war total albern. Ich dachte nur: Was soll das denn? Es war sozusagen ein Wrestler für Kinder, nicht für Erwachsene.“
Ein Perspektivwechsel im Ring
Trotz dieser früheren Skepsis bekennt er inzwischen freimütig, dass sich seine Sicht im direkten Duell mit Cena deutlich verändert habe. Erst im Ring habe er verstanden, warum Cena in seiner Karriere dieses Ausnahmeniveau erreicht habe. Diese Erkenntnis habe ihm eine tiefere Wertschätzung für das abverlangt, was Cena über die Jahre hinweg für die WWE geleistet hat.
Gunthers Offenheit liefert damit einen seltenen Einblick in eine Generation von Top-Wrestlern, die Cena erst aus Distanz betrachtete, bevor sie schließlich selbst mit ihm im Ring stand. Statt seine frühere Haltung zu relativieren, stellt er sie offen in den Raum und nutzt sie als Kontrast zu der Wertschätzung, die er heute empfindet.
Cena zur Aufgabe zu zwingen als Karrierehöhepunkt
Obwohl Gunther in seiner Laufbahn zahlreiche Titel und Rekorde erzielt hat, bezeichnet er ausgerechnet den Moment, in dem er Cena zum Abklopfen zwang, als eine seiner bedeutendsten Errungenschaften überhaupt. Für ihn war dabei weniger das sportliche Ergebnis entscheidend als die emotionale Wirkung auf die Fans: „Die Leute waren frustriert, dass es so endete. Wenn man sich die Reaktionen nach dem Abklopfen anhört, ist das einfach verrückt.“
Symbolkraft gegen das „Never Give Up“-Motto
Die Besonderheit dieses Moments liegt für Gunther in einer tiefen Symbolebene, die weit über das reine Match hinausgeht. John Cena hat seine gesamte Karriere über unter dem Leitspruch „Never Give Up“ aufgebaut und diese Botschaft als zentrales Element seines Charakters etabliert.
Gerade dieses Fundament war für viele Fans über Jahre hinweg untrennbar mit seinem Auftreten verbunden.
Dass ausgerechnet er es war, der Cena dazu brachte, dieses eigene Credo zu brechen und tatsächlich aufzugeben, bewertet Gunther als besonders bedeutsam.
Für den Ring General handelt es sich dabei um einen Moment mit hoher symbolischer Strahlkraft, der weit länger nachwirken dürfte als der eine Abend selbst. Gunther hob hervor, dass er in diesem Akt seine größte Leistung sehe. Jemanden, der stets für Durchhaltevermögen und unerschütterlichen Widerstand gestanden habe, zum Abklopfen zu zwingen, stelle für ihn ein Gewicht dar, das aus seiner Sicht jeden Titelgewinn übersteigen könne.
Ein solcher Moment sei nicht an eine Titelverteidigung oder eine offizielle Trophäe gebunden, sondern entfalte seine Bedeutung aus dem erzählerischen Kontext heraus. Genau darin sehe er den eigentlichen Wert.
Ein Moment mit Nachwirkung
Momente wie dieser prägen aus Gunthers Sicht das Vermächtnis eines Wrestlers weit über konkrete Titelgewinne hinaus. Dass er eine der ikonischsten Figuren der WWE zur Aufgabe zwang, schuf eine bleibende Erinnerung, die bis heute das Bild seiner Dominanz im Ring mitprägt.
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