Gunther möchte kein Babyface werden: Stolz auf seinen Ruf als Heel und klare Worte zu Europäern und Amerikanern im Ring

Gunther hält eine sichtlich angespannte Rede im Ring
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Gunther hat in einem Auftritt beim Podcast „Club 520″ deutlich gemacht, dass er keine Pläne hegt, in absehbarer Zeit zum Babyface zu werden. Der Ring General erklärt, warum er seinen Ruf als einer der meistgehassten Stars der WWE nicht nur akzeptiert, sondern aktiv genießt, und liefert gleichzeitig eine interessante Einschätzung zum körperlichen Stil europäischer versus amerikanischer Wrestler.

Stolz aufs Gehasst-Werden

Auf die Frage, welche Publikumsreaktion er bevorzuge, ließ Gunther keine Zweideutigkeit aufkommen. Für ihn ist jede Reaktion eine gute Reaktion, und er empfindet es sogar als eine Art Auszeichnung, wenn das Publikum ihn ausbuht: „Solange es eine Reaktion ist, ist das für mich in Ordnung. Ich bin sogar ein bisschen stolz darauf. Ich kann mich voll und ganz darauf einlassen, gehasst zu werden. Das ist für mich in Ordnung. Ich glaube, viele haben damit zu kämpfen, dass es keine positive Resonanz gibt. Mir gefällt das wirklich. Ich bin gerne der Unruhestifter und werde das, wenn es nach mir geht, auch für den Rest meiner Karriere beibehalten. Wenn jemand anderes der Superheld sein kann, ist das für mich in Ordnung.“

Keine erzwungene Kehrtwende

Gunther schloss einen Wechsel zum Babyface nicht kategorisch aus, machte jedoch unmissverständlich klar, dass er ihn nicht aktiv anstrebe und auf keinen Fall künstlich herbeiführen werde: „Vielleicht kommt dieser Tag ja noch. Vielleicht ändert sich die Lage irgendwann, aber ich werde nichts erzwingen.“

Natürliche Entwicklung der Fan-Wahrnehmung

Im Gespräch kam auch die Beobachtung zur Sprache, dass Fans mit der Zeit selbst anfangen, Heels zu mögen, ein Phänomen, das Gunther als ganz natürlichen Verlauf beschrieb: „Ja, ich glaube, das ist ohnehin eine ganz natürliche Entwicklung. Erstens: Wenn man ständig da ist, haben die anderen irgendwann genug von einem. Dann ist man eine Weile weg, kommt zurück – und alle lieben einen, alle haben einen vermisst.“

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John Cena als Beispiel für den Wandel

Als konkretes Beispiel für diesen Effekt nannte Gunther ausgerechnet John Cena, dessen aktuelle Abschiedstour aus seiner Sicht genau dieses Muster illustriert: „Das Lustige an dieser ganzen Abschiedstour von John Cena ist – wenn wir ehrlich sind: Die Leute haben den Kerl gehasst, als er ständig da war. Alle sagten: ‚Ach, der ist langweilig‘, bla, bla, bla. Aber das ist das Lustige am Wrestling – man verschwindet, und dann blicken die Leute zurück und wissen zu schätzen, was man geleistet hat.

Deshalb misst er den vielen gegenwärtigen negativen Reaktionen nicht viel bei. Erfahrungsgemäß schlägt das Urteil des Publikums langfristig häufig ins Gegenteil um.

Sheamus als härtester Gegner

Auf die Frage, wer ihn im Ring bislang am meisten gefordert habe, nannte Gunther einen bestimmten Wrestler. Gleichzeitig nutzte er die Gelegenheit, um eine kulturelle Einschätzung zum körperlichen Stil amerikanischer im Vergleich zu europäischen Wrestlern abzugeben

Was die körperliche Härte angeht, nannte Gunther Sheamus als den Gegner, der ihn bislang am stärksten gefordert habe. Er fügte jedoch eine generelle Einschätzung hinzu, die über das einzelne Match hinausgeht.

Gunther erklärte zudem, dass europäische Wrestler seiner Beobachtung nach körperlich robuster sind als viele ihrer amerikanischen Kollegen. Dies sei jedoch keine Kritik an einzelnen Personen, sondern eine Frage des Stils und der Ausbildung.

In Europa habe er eine Trainingskultur erlebt, in der die Trainer die Schüler von Anfang an hart herannahmen und an physische Belastungen gewöhnten. Diese Grundlage präge den Umgang mit Kontakt und Härte im Ring nachhaltig. In den USA sei der Ansatz ein anderer, was sich im Stil der dortigen Wrestler entsprechend widerspiegle.

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Karriere geprägt durch Dominanz und Abschiedsmatches

Gunther hat sich seinen Ruf als Heel über Jahre hinweg durch schonungslose Dominanz im Ring und eine Reihe von Titelregentschaften erarbeitet. Zuletzt schrieb er Geschichte, als er John Cena in dessen finalem Match bei Saturday Night’s Main Event im Dezember 2025 besiegte und damit dessen Karriere beendete. Bei WrestleMania 42 Nacht 1 setzte er diesen Weg fort und bezwang Seth Rollins in einem der meistdiskutierten Matches des Samstagabends.

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