R-Truth ist seit Jahrzehnten fester Bestandteil des Wrestling-Business und wird vor allem für seine Komik, sein Charisma und seine außergewöhnliche Langlebigkeit geschätzt. In einem Interview bei The Breakfast Club sprach der heute 54-Jährige offen darüber, wie stark sein Körper im Laufe der Jahre in Mitleidenschaft gezogen wurde und dass die tatsächliche Liste seiner Verletzungen deutlich länger ist, als viele Fans vermuten würden.
R-Truth erklärte wörtlich: „Ich habe mich verletzt, aber toi, toi, toi, ich habe überlebt und kann auf eine großartige Karriere zurückblicken. Du weißt schon: Nackenverletzungen, beide Schultern, Rippen, Brustkorb, Brustbein, Hüfte, Patellasehne, Quadrizeps.“
Besonders schwer traf ihn ein Vierfachriss, den er sich während eines NXT-Matches im November 2022 zuzog. Diese Verletzung zwang ihn zu einer längeren Pause, war nach seinen eigenen Worten jedoch nur eine von vielen körperlichen Rückschlägen, mit denen er im Laufe seiner Karriere umgehen musste. Auf die Frage, wie er immer wieder zurückkomme, machte er deutlich, dass für ihn konsequente Rehabilitation und dauerhaftes Training entscheidend seien. Dazu erklärte er: „Geh zur Reha. Reha hilft. Und ich habe seit der Highschool nie aufgehört zu trainieren. Ich mache immer noch Dehnübungen.“
Trotz seines Alters sieht R-Truth keinen Grund, bei seiner körperlichen Vorbereitung nachzulassen. Im Gegenteil, er betonte, dass er bewusst keine Abstriche bei Fitness und Beweglichkeit macht, um weiterhin auf hohem Niveau auftreten zu können. So formulierte er es selbst: „Ich mache keine Kompromisse, wenn es um meine körperliche Gesundheit, meine Beweglichkeit und meine Mobilität geht. Deshalb kann ich mit 54 Jahren immer noch Rückwärtssaltos machen und all das. Man muss einfach dranbleiben.“
Auch im Jahr 2026 ist R-Truth gelegentlich im WWE-TV zu sehen und zeigt dort weiterhin athletische Aktionen, die selbst deutlich jüngere Talente nicht immer abrufen.
R-Truth schildert Vertragsende anders als Triple H
Neben den gesundheitlichen Themen sprach R-Truth in demselben Interview auch über die Phase, in der sein WWE-Vertrag auslief und die später in der Netflix-Serie WWE Unreal thematisiert wurde. Dort hatte Triple H erklärt, R-Truth sei nie wirklich entlassen worden und sein Vertrag sei lediglich im Rahmen stockender Verhandlungen ausgelaufen, um neue Gespräche zu erzwingen.
R-Truth stellte diese Darstellung jedoch deutlich infrage und beschrieb, wie er die Situation persönlich erlebt habe. Nach seinen Worten war er selbst nicht aktiv in die Vertragsgespräche eingebunden, da sein Agent diese übernommen habe. Der Anruf, den er anschließend erhielt, habe für ihn eine klare Botschaft vermittelt.
R-Truth schilderte den Ablauf so: „Mein Agent hat sich mit ihrem Agenten darum gekümmert. Ich habe mich da herausgehalten. Dann bekam ich einen Anruf von dieser Seite, in dem mir mitgeteilt wurde: ‚Wir werden deinen Vertrag nicht verlängern.‘ Also fragte ich: ‚Soll ich nächsten Sonntag, wenn mein Vertrag ausläuft, zur Arbeit kommen?‘ Sie sagten: ‚Nein, komme nicht zur Arbeit.‘ Also fragte ich: ‚Bin ich jetzt fertig?‘ Und sie sagten: ‚Ja.‘“
Nach seinen Schilderungen erhielt er nach dem Anruf weder weitere Reisepläne noch neue Termine, was für ihn den Eindruck verstärkte, dass seine Zeit bei der WWE vorbei sei. Als später öffentlich erklärt wurde, dass er eigentlich nicht entlassen worden sei, stellte er klar, dass er selbst in keinerlei direkte Gespräche eingebunden gewesen sei und die gesamte Kommunikation über die Agenten gelaufen sei. Er erklärte, dass er sich bewusst aus den Verhandlungen herausgehalten habe, dann jedoch einen Anruf bekommen habe, der für ihn wie eine endgültige Entscheidung geklungen habe. Für ihn sei das besonders ungewohnt gewesen, da es das erste Mal in seiner Karriere gewesen sei, dass ein Agent seine Vertragsangelegenheiten übernommen habe, während er zuvor immer selbst mit der WWE gesprochen habe.
Emotional hat ihn diese Situation stark getroffen, auch wenn er betonte, dass er keine Wut empfand, sondern vor allem Verwirrung. So beschrieb er seine Gefühlslage: „Ich habe mich nie bitter, abgestumpft oder wütend gefühlt. Ich war einfach ratlos – ratlos in Bezug auf Gefühle, Worte, Emotionen.“
Auf die direkte Frage, wie sich die Situation für ihn angefühlt habe, brachte er es schließlich auf den Punkt: „Für mich fühlte es sich wie eine Entlassung an.“
Damit steht seine persönliche Wahrnehmung deutlich im Kontrast zur offiziellen Darstellung, die später von WWE-Seite kommuniziert wurde, auch wenn beide Seiten übereinstimmen, dass es letztlich zu einer neuen Vertragsunterzeichnung kam.
Warum das Comeback bei Money in the Bank beinahe scheiterte
Ein weiterer zentraler Punkt in R-Truths aktuellen Aussagen betrifft seine überraschende Rückkehr bei WWE Money in the Bank 2025. In einem Interview mit Adrian Hernandez schilderte er, wie knapp dieses Comeback tatsächlich zustande kam und dass die strikte Geheimhaltung fast dazu geführt hätte, dass er den Moment komplett verpasst.
R-Truth schilderte, dass er am Tag von Money in the Bank extrem spät in der Arena ankam und das Match von John Cena zu diesem Zeitpunkt bereits lief. Der Versuch, seine Rückkehr bis zuletzt geheim zu halten, habe fast dazu geführt, dass er den Auftritt komplett verpasst hätte. Er erklärte, dass er nur wenige Minuten nach dem offiziellen Beginn der Show eingetroffen sei und sofort weitergeschickt worden sei, weil klar gewesen sei, dass er sofort gebraucht werde. Für Vorbereitungen habe er kaum Zeit gehabt, er habe sich hastig umgezogen, seine Wrestling Bekleidung geschnappt und sei direkt losgeschickt worden. Insgesamt sei es ein sehr knapper Ablauf gewesen, der zwar fast schiefgegangen wäre, am Ende aber genau im richtigen Moment funktioniert habe. Um Fans und Medien nicht auf seine Spur zu bringen, hatte die WWE kurzfristig entschieden, ihn nicht über den Flughafen LAX einfliegen zu lassen, sondern über den kleineren Flughafen von Burbank, der deutlich weniger öffentliches Interesse auf sich zieht.
Während er in einem Hotel in der Nähe des Veranstaltungsorts wartete, habe sich der emotionale Druck weiter aufgebaut. Er beschrieb diesen Moment als Mischung aus Vorfreude, Nervosität und Anspannung: „Es war trotzdem surreal. Einfach eine überwältigende Menge an Liebe, Adrenalin, Spannung, Angst, Anspannung alles steigerte sich bis zu diesem Moment.“
Diese Darstellung deckt sich mit den Szenen aus WWE Unreal, in denen gezeigt wurde, dass sein neuer WWE-Vertrag tatsächlich erst am Tag der Veranstaltung offiziell unterzeichnet wurde. Triple H erklärte dort, dass die Vertragsgespräche noch liefen, während sich die Show bereits näherte.
Bruce Prichard bestätigte später ebenfalls, dass die Entscheidung, R-Truth als Schlusspunkt der Show einzusetzen, erst getroffen wurde, nachdem der Vertrag unterzeichnet worden war.
Damit wird deutlich, wie eng Vertragsverhandlungen, Reiseplanung und Ablauf der Show an diesem Tag miteinander verknüpft waren und wie kurzfristig selbst große Momente der WWE entstehen können.
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