Eric Bischoff über Bret Harts anhaltende Vorwürfe und einen deutlichen Ratschlag

Foto mit Bret Hart (links) und Eric Bischoff (rechts)

Eric Bischoff und Bret Hart sind zwei Namen, die untrennbar mit der Wrestling-Geschichte der 1990er Jahre verbunden sind. Insbesondere im Zuge des Wechsels des „Hitman” zur WCW im Jahr 1997 standen beide eng miteinander in Kontakt. Bischoff war damals Präsident der WCW und einer der maßgeblichen Verantwortlichen für Harts Verpflichtung, nachdem dieser sich turbulent und öffentlich viel diskutiert von der WWE getrennt hatte. Seit diesen Ereignissen hat Bischoff miterlebt, wie Hart sich regelmäßig öffentlich über ehemalige Kollegen äußerte und in Interviews häufig auf alte Konflikte zurückkam.

In seinem Podcast 83 Weeks erklärte Bischoff, dass Hart seit vielen Jahren immer wieder in Kontroversen geraten sei. Der frühere WWE-Champion habe sich zu zahlreichen Themen geäußert und dabei oft sehr direkt über Bill Goldberg, Shawn Michaels und andere Akteure gesprochen. Diese wiederkehrenden, emotional gefärbten Aussagen waren der Ausgangspunkt für Bischoffs aktuelle Analyse.

Der unmittelbare Auslöser war Bret Harts Behauptung über Shawn Michaels und Vince McMahon

Die jüngste Diskussion entbrannte, nachdem Bret Hart in einem Interview eine alte Behauptung erneut aufgestellt hatte. Darin sagte er, Shawn Michaels und Vince McMahon seien in den 1990er Jahren ein vermeintliches Liebespaar gewesen – wir berichteten. Hart zufolge habe Michaels durch diese Beziehung die oberste Position in der damaligen WWF erlangt. Diese Aussage wurde in der Wrestling-Community breit diskutiert, da sie die alten Spannungen zwischen Hart und Michaels erneut thematisierte.

In seiner Podcast-Ausgabe ging Eric Bischoff ausführlich darauf ein und sprach darüber, ob Harts Bemerkungen als humorvolle Provokation gemeint sein könnten. Er machte jedoch direkt klar, dass er persönlich nicht davon ausgeht. Bischoff formulierte es unmissverständlich:

„Ich glaube nicht, dass Bret Hart die Fähigkeit hat, witzig zu sein. Vielleicht ist er es manchmal, aber ich habe es noch nie erlebt. Humor ist nichts, was mir in den Sinn kommt, wenn ich an Bret Hart denke.“

Er ergänzte anschließend: „Nein, ich glaube auch nicht, dass er witzig sein wollte. Ich glaube, er ist verbittert. Und der Grund, warum ich das so empfinde, ist alles, was wir in den letzten Jahren von Bret Hart gehört haben.“

Bischoff stellte damit klar, dass er die Aussage nicht als Scherz einstuft, sondern als Ausdruck eines tiefer liegenden emotionalen Musters.

Analyse der wiederkehrenden Kritik des Hitman

Bischoff nutzte die Gelegenheit, um Harts Interviewhistorie im größeren Zusammenhang zu betrachten. Er erinnerte daran, dass sich Hart auch Jahrzehnte nach seinem Karrierehöhepunkt regelmäßig zu längst vergangenen Ereignissen äußert. Besonders deutliche Kritik habe er in der Vergangenheit immer wieder an Bill Goldberg geübt. Dabei verwies Hart häufig auf den Unfall im Jahr 1999, bei dem er sich nach einem Kick Goldbergs ein schweres Schädel-Hirn-Trauma zugezogen hatte, welches schließlich sein Karriereende beschleunigte.

Ebenso äußerte sich Hart immer wieder zu seinem angespannten Verhältnis zu Shawn Michaels. Obwohl beide im Jahr 2010 im WWE-TV öffentlich das Kriegsbeil begraben hatten, kehrte Hart in Interviews immer wieder zu dieser Rivalität zurück. Bischoff erklärte, dass dieses Muster aus Kritik und Aufarbeitung ein Bild erzeuge, das an emotionalen Ballast erinnere, der nie vollständig verarbeitet worden sei.

Bischoffs Sicht auf Bret Harts Selbstverständnis als Wrestling-Legende

Ein zentraler Schwerpunkt der Podcast-Episode war die Frage, wie Bret Hart sein eigenes Vermächtnis sieht. Bischoff sagte, er habe den Eindruck, Hart wolle sein Bild als herausragende Persönlichkeit der Wrestling-Geschichte immer wieder bestätigen. Er formulierte diesen Gedanken wie folgt: „Als ich von einem Typen sprach, der sich einfach nur festklammert, habe ich genau das gemeint. Er klammert sich an dieses Bild von sich selbst als dem Größten, den es je gab.“

Gleichzeitig stellte Bischoff klar, dass Hart zweifellos ein erfolgreicher Wrestler gewesen sei. Er betonte, dass Harts Matches weltweit Anerkennung fanden und er viele Jahre zu den technisch stärksten Performern der Branche gehörte. Dennoch machte Bischoff darauf aufmerksam, dass sich der wirtschaftliche Erfolg der WWE während Harts Regentschaft nicht in außergewöhnlichen Geschäftskennzahlen widerspiegelte.

„Du warst erfolgreich, hast viel verkauft und viel Geld verdient. Aber wenn man sich die Einnahmen ansieht, die die WWE in den Jahren, in denen du Champion warst, gemeldet hat, Bret, dann war das kein schönes Bild.“

Bischoff ließ jedoch auch offen, dass es äußere Umstände gab, die diese Zahlen beeinflusst haben könnten. Er erwähnte wirtschaftliche Rahmenbedingungen und juristische Herausforderungen, wie den Steroid-Prozess, der die WWE stark belastete. Dennoch betonte er, dass sich die Fakten nicht leugnen ließen:

„Nun, man kann anderen Leuten die Schuld geben und Dinge dafür verantwortlich machen, die außerhalb der Kontrolle aller lagen. Die Wirtschaft, der Steroid-Prozess oder was auch immer. Man kann all diesen Dingen die Schuld geben. Fakten sind Fakten. Zahlen sind Zahlen.“

Seiner Meinung nach hätte Hart dennoch genügend Anlass, seinen Platz in der Wrestling-Geschichte positiv zu betrachten. Stattdessen fokussiere sich Hart regelmäßig darauf, andere abzuwerten oder vergangene Konflikte erneut ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu rücken, so Bischoff.

Warum Bischoff Harts Verhalten für problematisch hält?

Im weiteren Verlauf des Podcasts ging Bischoff darauf ein, welche Wirkung solche wiederkehrenden Kommentare haben. Er erklärte, dass sie nach außen hin den Eindruck verstärken könnten, Hart definiere sich heute stärker über alte Fehden als über seine sportliche Leistung. Dabei sei sein tatsächliches Vermächtnis als Wrestler bedeutend und gut dokumentiert, werde aber durch die ständigen Diskussionen über frühere Auseinandersetzungen überschattet.

Bischoff formulierte es so, dass negative Aussagen langfristig immer auf die Person selbst zurückfallen. Je häufiger Hart über andere spreche, desto intensiver würden seine eigenen Aussagen unter die Lupe genommen. Die Folge sei eine zusätzliche Fokussierung auf Harts Frustrationen statt auf seine sportlichen Erfolge.

Bischoffs direkte Empfehlung an Bret Hart

Der Höhepunkt der Podcast-Folge war Bischoffs persönliche Empfehlung an Bret Hart. Er sprach sehr offen darüber, dass die ständige Beschäftigung mit vergangenen Konflikten für Hart emotional belastend ist. Seine Worte waren direkt: „Ich weiß nicht, Mann. Es ist einfach so bitter. Ich mache keine Witze. Ich glaube, es ist klinisch.“

Bischoff fügte hinzu, dass er Bret Hart aus persönlicher Sicht zu einem klaren Schritt ermutigen würde.

„Wenn ich jemand wäre, der Bret nahesteht, würde ich ihm vorschlagen, vielleicht einen Therapeuten aufzusuchen oder mit jemandem zu sprechen und diese Last einfach hinter sich zu lassen. Dein Leben wird viel besser sein, wenn du das tust.“

5 Kommentare

  1. Junge, junge, junge… da haben sich ja zwei gefunden. Bischoff spricht also eigentlich über sich selber. Witzig ist er nicht, verbittert ist er auch und labert nur Müll. Okay, abgehakt. Weiter machen.

    • @Bene,
      sehe ich genauso! Bischoff sollte einfach anfangen vor der eigenen Tür zu kehren, bevor andere beurteilen will.

      Erst mal an die eigene Nase fassen Easy E!

      Was den Rest betrifft die den Hitman anprangern, ich glaube, man muss sich in seine Lage versetzen. Durch den Kick von Goldberg wurde ihn ein Teil seiner Karriere genommen. Wer einmal selbst alles für eine Karriere in die Werkschale geworfen hat und dann durch eine unglückliche Aktion alles verloren hat was er leidenschaftlich liebt, der wird verstehen, wie es dem Hitman geht auch wenn es schon ne Ewigkeit her ist.

      Ich meine Bischof pis*t auf Zahlen während des Hitmans Zeit rum, erwähnt, durch welche Skandale er die WWE damals aber getragen und weltweit getragen und am Leben erhalten hat.

      Realisiert er eigentlich was er da sagt? Ich persönlich finde der Hitman hat mehr Anerkennung verdient, als er bekommt. Das Schiff durch die Scheiße von Anderen wieder aufs Wasser zu ziehen, ist allerehrenwert, ihnen aber ein gutes Bild zu verpassen, als die WWE vor einen Scherbenhaufen stand und mehr als nur Mies da stand, noch viel mehr.

      • Sorry, aber der Hitman hat sein Vermächtnis selbst zerstört. Bischoff hat da leider recht, auch wenn er selbst gerne lästert, hauptsächlich über das aktuelle Geschehen.

  2. Den „alten“ Bret Hart als Wrestler mochte ich, den jetzigen nicht mehr. Vermarktet seine alten Storys ohne Ende und bringt Gerüchte auf. Eric Bischoff hatte seine Zeit und macht nicht ganz so intensiv das Gleiche. Geht bitte in den mehr oder weniger verdienten Ruhestand. Gilt auch für den Natureboy und die beiden sollten sich ein Beispiel am guten, alten Undertaker nehmen. Der war auch kein Kind von Traurigkeit, hält sich aber beim Werfen von Schmutz auf andere Wrestler zurück.

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