Eric Bischoff reagiert auf Wrestling Observer Awards 2025 und stellt Abstimmung infrage

Foto von Dave Meltzer (links) und Eric Bischoff (rechts)

Die Wrestling Observer Awards 2025 sind veröffentlicht und haben sofort für eine neue Diskussionswelle gesorgt. Die Ergebnisse basieren auf den Stimmen der Leser von WrestlingObserver und F4WOnline. Die Wahl wird als nicht kayfabe beschrieben und bezieht sich auf den Bewertungszeitraum vom 1. Januar 2025 bis zum 31. Dezember 2025. In den A Kategorien konnten die Teilnehmer Punkte für die Plätze eins bis drei vergeben. In den B Kategorien wurde nur Platz eins gewählt.

Schon kurz nach der Veröffentlichung rückten mehrere Resultate in den Mittelpunkt der öffentlichen Debatte. Besonders auffällig ist dabei die Kombination aus stark positiven Bewertungen für AEW in mehreren wichtigen Kategorien und zugleich klaren Negativvoten gegen WWE. Genau diese Konstellation war der Anlass, warum Eric Bischoff das Thema in seinem Podcast aufgriff und die Glaubwürdigkeit der Abstimmung grundsätzlich angriff.

Die Ergebnisse, die besonders polarisierten

Ein Resultat stach in den Diskussionen sofort heraus. In der Kategorie „Schlechtester TV-Kommentator“ erhielt „Booker T“ 516 Stimmen und lag damit deutlich vor Pat McAfee, Michael Cole, Vic Joseph und Tony Schiavone. Ebenfalls stark beachtet wurde die Wahl zum schlechtesten Match des Jahres. Hier wurde „John Cena gegen Cody Rhodes“ zum Verlierer dieser Kategorie bestimmt.

In derselben Award-Runde gab es parallel dazu Entscheidungen, die von vielen als klarer Rückenwind für AEW gelesen wurden. So wurde AEW All In 2025 zur besten großen Wrestling-Show gewählt. Außerdem wurde WWE in der Kategorie „Schlechteste Promotion des Jahres” genannt. Diese Mischung aus AEW-Auszeichnungen und WWE-Negativergebnissen lieferte die Grundlage für die Einschätzung vieler Beobachter, dass die Abstimmung eine sehr eindeutige Perspektive widerspiegelt.

Eric Bischoff reagiert im Podcast 83 Weeks

Eric Bischoff griff die Ergebnisse der Awards in seinem Podcast „83 Weeks“ auf. Dabei nahm er nicht nur einzelne Kategorien ins Visier, sondern stellte die Aussagekraft der gesamten Wahl infrage. Zunächst ging er darauf ein, wie die Auszeichnungen zustande kommen, nämlich durch die Stimmen der Abonnenten. Anschließend rückte er die Wählerschaft selbst in den Mittelpunkt und beschrieb, welche Gruppe seiner Meinung nach diese Awards im Kern prägt.

Eric Bischoff stellte die rhetorische Frage, wie es wohl wäre, alle Wrestling Observer Wähler gemeinsam in einem Raum zu erleben und einige Stunden mit ihnen zu verbringen. Dabei zeichnete er das Bild einer Gruppe, die sich stark an Dave Meltzer orientiere und das Wrestling Geschehen aus seiner Perspektive heraus bewerte.

Mit dieser Aussage zeichnete Bischoff ein klares Bild davon, wie er die Dynamik zwischen Dave Meltzer als zentraler Figur und den abstimmenden Lesern wahrnimmt. Er stellte damit die These auf, dass die Ergebnisse nicht als breite Branchenmeinung zu verstehen seien, sondern als Ausdruck einer spezifischen Community.

Bischoff ging noch einen Schritt weiter und machte deutlich, dass er die Kategorien inhaltlich für nicht sinnvoll hält, weil sie seiner Ansicht nach aus einer kulturell abgeschotteten Perspektive entstehen: „Natürlich bekommt man solche Antworten. Das ist die kulturell isolierteste und irrelevanteste Gruppe von Menschen, die man sich vorstellen kann. Ich weiß also nicht, warum jemand erwarten sollte, dass diese Kategorien irgendetwas Sinnvolles zu bieten haben.“

Mit diesenAussagen machte Bischoff unmissverständlich klar, dass er die Glaubwürdigkeit der Abstimmung ablehnt. Er griff nicht einzelne Gewinner an, sondern das Fundament der Wahl. Für ihn stehen nicht Titel wie Match des Jahres oder Promotion des Jahres im Vordergrund, sondern die Frage, ob die Abstimmenden überhaupt repräsentativ seien.

Warum die Award Verteilung Bischoffs Argument befeuert

Ein genauerer Blick auf die diesjährigen Gewinner und Spitzenplätze verdeutlicht, warum die Ergebnisse für Diskussionen sorgen. In mehreren prominenten Kategorien sind auffällig viele AEW-Namen an der Spitze zu finden. Genau diese Häufung stärkt aus Bischoffs Sicht die Annahme, dass die Auszeichnungen die Vorlieben einer bestimmten Leserschaft widerspiegeln.

Ein weiteres besonders deutliches Signal liefert die Kategorie „Beste wöchentliche TV-Show“. Hier gewann AEW Dynamite mit großem Abstand. Auch AEW Collision ist in dieser Rangliste vertreten. In einer weiteren zentralen Kategorie gewann AEW All In als beste Großveranstaltung, dazu wurden weitere AEW Events in den vorderen Plätzen genannt, darunter „Double or Nothing“ und „Revolution“. Unabhängig davon, wie man diese Resultate bewertet, ergibt sich ein klares Muster. AEW ist in mehreren Schlüsselkategorien sehr stark platziert.

Auch bei den Auszeichnungen rund um Charaktere, Präsentation und kreative Leistung tauchen AEW Namen mehrfach ganz oben auf. „Adam Page“ gewann „Bestes Mic Work“ und „Toni Storm“ wurde als „bestes Gimmick“ ausgezeichnet. Don Callis gewann Best Non Wrestler. Tony Khan erhielt den Award als bester Booker. Dazu kommt ein weiterer prominenter Punkt. Bei den Tag Teams wurden die „Young Bucks“ zum „Tag Team des Jahres“ gewählt.

Neben diesen Bereichen fällt auf, dass auch Programme mit AEW Bezug in entscheidenden Kategorien gewinnen. Die „Fehde des Jahres“ ging an „Adam Page gegen Jon Moxley“. Jon Moxley taucht zudem in weiteren Auszeichnungen als Spitzenreiter auf, unter anderem als „United States und Canada MVP“ und als „bester Brawler“ im Rahmen des Bruiser Brody Memorial Awards.

Zusammengenommen erzeugt diese Konstellation genau jene Polarisierung, die Bischoff für vorhersehbar hält und als Beleg dafür nutzt, dass die Abstimmung eine klar eingegrenzte Perspektive widerspiegele.

So funktionieren die Awards und warum sie oft Reibung erzeugen

Die Wrestling Observer Awards werden nicht von einer unabhängigen Jury vergeben, sondern durch die Stimmen der Leser. Das ist ein entscheidender Punkt, weil sich damit zwangsläufig ein bestimmtes Profil der Abstimmenden ergibt. Der Wettbewerb ist promotionsübergreifend angelegt, außerdem gibt es getrennte Bereiche für MMA und Pro Wrestling. Die Struktur mit Punktvergabe in den A Kategorien und einer einfachen Wahl in den B Kategorien beeinflusst ebenfalls, wie Ergebnisse zustande kommen.

Das führt regelmäßig zu einem Effekt, der bei dieser Ausgabe besonders sichtbar ist. Wenn eine große Gruppe von Lesern eine starke Präferenz für bestimmte Shows, bestimmte Stile oder bestimmte Promotions hat, dann wird sich das in den Siegerlisten abbilden. Genau an diesem Punkt setzt Bischoffs Kritik an. Er bestreitet nicht, dass die Abstimmung korrekt ausgezählt wurde. Er bestreitet, dass sie eine sinnvolle Aussage über die gesamte Wrestling Landschaft trifft.

Seine Aussagen richten sich damit gegen den Anspruch, solche Awards könnten als umfassender Branchenindikator verstanden werden. Nach seinem Verständnis handelt es sich vielmehr um ein Stimmungsbild eines bestimmten Publikumssegments. Ob man das teilt oder nicht, ist eine andere Frage.

3 Kommentare

  1. Hat dieser Typ wirklich nichts Besseres zu tun? Jeder darf ja seine Meinung äußern, aber Eric … ganz ehrlich! Und bitte lass die AEW in Ruhe! Jeder nutzt halt seine Möglichkeiten. Royal Rumble bei den Saudis … Warum sagst du dazu nichts?

    • Scheinbar hast du ebenfalls nichts besseres zu tun, als über Bischoff herzuziehen. Schon einmal etwas von Meinungsfreiheit gehört? Ich finde diese Doppelmoral höchst amüsant. Auf der einen Seite soll die WWE kritisiert werden, sobald sich die Kritik an AEW richtet, ist das jedoch nicht mehr erlaubt. Beim besten Willen kann man bei diesen Awards nicht mehr von Objektivität sprechen.

  2. Nun Bischoff hat mit Objektivität gegenüber AEW, soviel gemeinsam, wie ein Schwein Ahnung vom hoch Alpinismus hat. Und das Fanabstimmung nicht objektiv sind, ist nichts neues. Nichts hindert die WWE Fans an der Abstimmung.

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