Emotionales Geständnis: Rey Mysterio spricht über Eddie Guerreros Einfluss, den Maskenverlust bei WCW und seine WWE-Rückkehr – „Ohne Eddies Tod wäre ich wohl nie World Champion geworden“

In einem tief bewegenden Interview im „No Contest Wrestling Podcast“ reflektierte Rey Mysterio über den wohl einschneidendsten Moment seiner Karriere: den Gewinn der World Heavyweight Championship bei WrestleMania 22 im Jahr 2006. Dabei gab der WWE Hall of Famer offen zu, dass er diesen Erfolg vermutlich nicht erlebt hätte, wäre sein enger Freund Eddie Guerrero nicht im November 2005 tragisch verstorben.

„Ich glaube wirklich in meinem Herzen, dass dieser Moment nicht stattgefunden hätte, wenn Eddie nicht gestorben wäre“, erklärte Mysterio. Die emotionale Verbindung zwischen den beiden Superstars sei über Jahre hinweg gewachsen, auch wenn sie zuletzt eine intensive Fehde austrugen. Ihr letztes Match, das beim SummerSlam 2005 ausgetragen wurde und in dem es um das Sorgerecht für Reys Sohn Dominik ging, ist für viele Fans unvergessen. Im Nachhinein hätte sich Rey sogar gewünscht, dass Guerrero dieses Match gewonnen hätte, damit die Geschichte weitergehen konnte.

Mysterio glaubt, dass es letztlich WWE-Legende Pat Patterson war, der Vince McMahon dazu bewegte, ihm nach Eddies Tod den World Title zu geben. Dieser Impuls führte zunächst zum Royal Rumble-Sieg 2006 und schließlich zum historischen Titelgewinn bei WrestleMania. „Aber es ging so schnell und es war so surreal“, erinnerte sich Mysterio.

Seine Familie, darunter seine Frau Angie sowie die damals noch sehr jungen Kinder Dominik und Aaliyah, seien an seiner Seite gewesen. Auch viele Freunde feierten diesen Moment mit ihm – doch kaum war die Show vorbei, wich die Euphorie einer seltsamen Leere.  „Als ich dann in meinem Zimmer war und mich entspannte, war alles vorbei. Es fühlte sich an, als sei es nur ein weiterer Arbeitstag gewesen, der wirklich gut lief“, sagte Mysterio und erklärte, dass er am nächsten Morgen wieder motiviert aufwachte, bereit weiter hart zu arbeiten. Trotz aller Errungenschaften sei für ihn klar: Eddies Vermächtnis lebe nicht nur in seiner Karriere, sondern auch in seiner Familie weiter – und das bedeute ihm am meisten.

WCW verstand laut Mysterio nie den wahren Wert seiner Maske

Neben der Erinnerung an Eddie Guerrero sprach Mysterio auch über den Verlust seiner Maske bei WCW – eine Erfahrung, die ihn bis heute beschäftigt. In demselben Podcast enthüllte Mysterio, dass WCW-Funktionäre, insbesondere Eric Bischoff, nie wirklich verstanden hätten, was die Maske im Kontext der Lucha Libre-Kultur bedeutet. „In der WCW verloren damals viele Luchadores ihre Masken. Es gab ein paar Typen, die die Masken abnehmen wollten, aber sie waren nicht damit einverstanden. Und dann kam mein Name ins Gespräch“, erzählte Mysterio. Er erklärte, dass der Vorschlag von Scott Hall kam, der Bischoff darauf aufmerksam gemacht habe, dass Mysterio auch ohne Maske „gut aussehe“.

Diese oberflächliche Betrachtung ignorierte laut Mysterio die tiefe kulturelle Verwurzelung, die die Maske im mexikanischen Wrestling hat – sie ist ein Symbol für Ehre, Identität und Schutz. Ursprünglich sollte Mysterio sogar beim legendären Halloween Havoc 1997 gegen Eddie Guerrero seine Maske verlieren. Doch erst kurz vor dem Match wurde die Entscheidung revidiert. „Ich bekam einen Anruf von Eric: ‚Wenn du nicht auftauchst, bist du vertragsbrüchig.‘ Ich bin gekommen, wir haben noch am Abend vorher versucht zu sprechen, aber es lief nicht gut. Das Match wurde direkt davor noch verändert“, erinnerte sich Mysterio. Letztlich verlor er die Maske erst im Februar 1999 während eines Matches gegen Kevin Nash und Scott Hall. Viele Fans sehen darin bis heute einen respektlosen Umgang der WCW mit der Lucha-Kultur und ein Beispiel für den mangelnden Respekt gegenüber internationalen Talenten.

WWE zwang Rey Mysterio 2002 zur Maske – ohne Vorwarnung

Ein weiteres Kapitel in Mysterios Karriere schrieb sich 2002, als er bei WWE auftrat – mit Maske, obwohl er seit dem WCW-Ende ohne sie angetreten war. Im Gespräch mit dem Podcast verriet Mysterio, dass es ursprünglich nicht seine Absicht war, die Maske wieder zu tragen. „Ich habe zwei Jahre lang ohne Maske gewrestlet. Als ich zur WWE kam, dachte ich darüber nach, was ich an Ausrüstung mitnehme. Dann, ein paar Tage vor meinem Debüt, fragte das Büro: ‚Welche Maske wirst du tragen?‘ Ich war total überrascht“, so Mysterio. Erst dann habe man ihm mitgeteilt, dass Vince McMahon explizit gewollt habe, dass er seine ikonische Maske wieder trägt – was für Mysterio völlig unerwartet kam.

Trotz der kurzfristigen Entscheidung erwies sich dieser Schritt als entscheidend für Mysterios erneuten Durchbruch. Sein TV-Debüt bei SmackDown am 25. Juli 2002 wurde mit Begeisterung aufgenommen. Seine Rückkehr mit Maske begründete eine Ära neuer Erfolge, die ihn letztlich in die WWE Hall of Fame führte. Doch das Beispiel zeigt auch, wie wenig Mitspracherecht Wrestler bei der kreativen Gestaltung ihrer Charaktere haben können, selbst bei so persönlichen Elementen wie der Maske, die für Lucha-Legenden heilig ist.

3 Kommentare

  1. Ja, leider hat gerade die WCW und in erster Linie Eric Bischoff keinerlei Respekt vor den Lucha Libres. Die WWE hat die Chance genutzt und Rey seine Maske wiedergegeben, und ich glaube, wäre er damals weiter ohne Maske aufgetreten, wäre er vielleicht nicht so erfolgreich geworden. Die Ligen sollten mehr Respekt zeigen gegenüber anderen Kulturen. Ich bin ganz Rey seiner Meinung, ohne den Tod von Eddie wäre er vermutlich nie World Heavyweight Champion geworden.

  2. Ich selber bin kein großer Freund der Masken… Kultur hin oder her, will die GEsichter beim Wrestling sehen und ihre Emotionen auch wichtig bei Promos. Ansonsten kann da auch nen Aufnahmeband abgespielt werden.

    In Mexiko hat das alles ja seine Bedeutung, ist ja auch ok, und wenn WWE nen mexikanischen Wrestler engagiert der normal mit Maske auftritt, sollte man das auch berücksichtigen sonst braucht man ihn ja auch nicht verpflichten. Aber deshalb muss ich die Maskenleute ja nicht gut finden.

    Rey war vor allem mit Maske extrem beliebt bei den Kindern. Vermutlich auch weil er immer underdog war und als kleiner gegen die großen stark dargestellt wurde. Darauf fliegen die Kids natürlich… und sich dann selber sone „superhelden“ Maske anziehen kommt gut. Das hat auch Vinny erkannt, man kann sagen was man will über ihn, aber was Marketing angeht wusste er echt Bescheid, jedenfalls die meiste Zeit. Er wusste also auch genau wie der Merchandiseverkauf eines Reys mit Maske gegenüber dem ohne Maske aussehen würde.

    Ohne Maske hätte er bei WWE keine Chance gehabt.

    Das er ohne Eddies Tod wohl nie Champ geworden wäre könnte auch sein. Bin mir da aber nicht so sicher. Selbst ein Kofi wurde mal zum Champ gemacht, viele Wrestler die ewig nur in de rMidcard festhingen aber WWE lange lange lange gedient haben werden dafür hin und wieder auch mal mit nem größeren Run belohnt. Kofi und Rey sind da keine Ausnahme. Dolph Ziggler oder The Miz zähle ich zu solchen Typen auch dazu. Eigentlich auch beide keine wirklichen Maineventer, bekamen trotzdem ihre Titelruns. Mehrere sogar. Oder nehmen wir aktuell mal Jey Uso… der bei allem Respekt rein gar nix im Mainevent verloren hat. Aber eben auch mal den Titel bekam, was sicher auch mit seiner kurzfristgen Popularität und dem Yeet (zum glück ist das aber praktisch vorbei) zu tun hat, aber nicht nur.

    Glaube schon das auch Rey den Titel zu mindest einmal bekommen hätte auch ohne Eddies Tod. Aber so makaber es klingt, ja sicher hat ihm das irgendwie auch „geholfen“. Eddie war extrem populär, und es war bekannt das Rey praktisch Familie war. Was ihn automatisch auch populärer hat werden lassen als er es ohnehin schon war. Das half sicher beim Titelgewinn, dennoch denke ich hätte man ihm irgendwann auch so den Titel gegeben. WWE steht ja auch irgendwie darauf Leuten so einen „Big Moment“ zu geben… großes Kino und so. Schwer vorstellbar das man ihm in seinen gut 20 Jahren bei WWE einen solchen großen Moment nicht sowieso gegeben hätte.

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