Ehemaliger WWE-Writer enthüllt neue Backstagegeschichten über Vince McMahon

Vince McMahon mit einem WWE
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Im Public Enemies Podcast hat der ehemalige WWE-Writer und Produzent Chris Dunn, der von 2016 bis 2021 für das Unternehmen tätig war, eine Reihe von Einblicken in seine damalige Arbeit mit Vince McMahon gegeben. Die Aussagen zeichnen das Bild eines Unternehmensführers, der Macht gezielt einsetzte, Kritik selten akzeptierte und eigenwillige Entscheidungen auch dann durchsetzte, wenn das eigene Team wusste, dass sie scheitern würden.

SmackDown verliert absichtlich: Vince McMahon ärgert Road Dogg

Eine der überraschendsten Anekdoten betrifft eine Survivor-Series-Ausgabe, bei der Road Dogg die kreative Verantwortung für SmackDown trug. Laut Dunn schaltete Road Dogg von zu Hause aus per Telefon zu einer internen Kreativbesprechung zu. McMahon habe die Situation genutzt, um ihn gezielt zu ärgern: Er habe während des Meetings beschlossen, dass SmackDown bei der Survivor Series jedes einzelne Match verlieren solle.

Nach jedem besprochenen Match habe Road Dogg mitgehört, wie wieder ein SmackDown-Talent für eine Niederlage vorgesehen wurde. McMahon soll genossen haben, wie Road Dogg bei jedem weiteren Ergebnis merklich reagierte. Dunn beschrieb die Szene so, dass McMahon genau gewusst habe, wie frustrierend das für den Mann sein würde, der die Marke verantwortete, und eben diesen Effekt bewusst ansteuerte.

The New Day kurzerhand in die Kickoff Show verschoben

Eine einzige Ausnahme gab es: das Match von The New Day, die zu diesem Zeitpunkt bei SmackDown auftraten. Da McMahon nicht wollte, dass New Day verliert, ergab sich ein Problem für das Konzept. Die Lösung war simpel und zugleich bezeichnend: Das Match wurde kurzerhand in die Kickoff-Show vor der eigentlichen Veranstaltung verlegt.

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Damit durfte New Day zwar gewinnen, der Sieg floss aber nicht in die offizielle Markenwertung der Main Show ein. Dunns Schilderung macht deutlich, wie präzise McMahon das interne Regelwerk kannte und es nutzte, um Personen in ihre Schranken zu weisen, ohne dass es nach außen sichtbar wurde.

Das Bayley „This Is Your Life“ Desaster: McMahon bestand darauf

Eine weitere Anekdote betrifft das inzwischen berüchtigte Segment „Bayley: This Is Your Life“ aus der RAW-Ausgabe vom 29. Mai 2017. In dem Segment versuchte Alexa Bliss, Bayley vor laufenden Kameras zu demütigen, indem sie Personen aus deren Vergangenheit auf die Bühne holte. Das Konzept lehnte sich an ein legendäres Segment aus dem Jahr 1999 an, in dem Mick Foley The Rock auf dieselbe Weise überraschte und dem Publikum damit eine der unterhaltsamsten Shows der WWE-Geschichte bescherte.

Dunn erklärte, er habe gemeinsam mit einem weiteren Writer an der 2017er-Version gearbeitet und habe von Anfang an gewusst, dass es Probleme geben würde. Der entscheidende Unterschied zum Original liege auf der Hand: 1999 sei es ein beliebter Sympathieträger gewesen, der die Show leitete. 2017 übernahm diese Rolle eine Bösewichtin. Das habe den gesamten Effekt des Formats von vornherein untergraben, erklärte Dunn.

Als ein Produzent das Segment offen kritisierte, habe McMahon allerdings das Gegenteil getan: Er habe auf dem Konzept bestanden und sei zur ursprünglichen Version zurückgekehrt. Die Arbeit daran sei der Versuch gewesen, aus etwas Schlechtem wenigstens etwas Sehenswürdiges zu machen. Besonders einprägsam sei eine Probe in South Carolina geblieben, bei der McMahon zwei Statisten, die als Figuren aus Bayleys Vergangenheit auftraten, persönlich angeleitet habe, wie sie eine Szene miteinander spielen sollten.

Vince entließ lieber als Gehälter zu kürzen

Angesichts der anhaltenden Kritik an TKO, dem aktuellen Mutterkonzern der WWE, lieferte Dunn eine Einschätzung, die den Vergleich zur McMahon-Ära herstellt. Hintergrund sind die Berichte über Gehaltskürzungen und Roster-Entlassungen in jüngster Zeit, für die TKO von Fans und Teilen der Wrestling-Welt scharf kritisiert wird.

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Dunn erklärte, McMahon habe in solchen Situationen ganz anders gehandelt: Er habe ein Talent, das er zu seinem bisherigen Gehalt nicht mehr behalten wollte, niemals um eine Gehaltskürzung gebeten. Es habe für ihn schlicht zwei Möglichkeiten gegeben: entweder das Talent zum bestehenden Gehalt zu behalten oder es zu entlassen. Wer ihm wichtig gewesen sei, sei geblieben. Wer nicht mehr in seine Pläne gepasst habe, sei gegangen.

Dunn betonte ausdrücklich, dass er damit nicht sagen wolle, Arbeitsplätze unter McMahon seien sicherer gewesen. Es seien lediglich keine Gehaltskürzungen angeboten worden. Seinen eigentlichen Punkt formulierte Dunn wie folgt: Personalabbau und kreative Tiefen habe es bei der WWE unter jedem Management gegeben. TKO werde in internen Kreisen manchmal gezielt als Erklärung für Probleme ins Spiel gebracht, die strukturell tiefer lägen oder schlicht schon immer existiert hätten.

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