Cody Rhodes erinnerte sich im Podcast „Six Feet Under“ von The Undertaker an einen Abend, den er selbst als den schlimmsten seines Lebens bezeichnet. Dabei ging es um einen Vorfall auf einer WrestleMania-Afterparty, der mit einer harmlosen Neckerei zwischen ihm und Santino Marella begann, sich jedoch im weiteren Verlauf zu einer äußerst unangenehmen und demütigenden Situation für Cody entwickelte.
Cody stellte klar, dass seine anfänglichen Kommentare während einer Europatournee nicht böse gemeint waren und er Santino sowohl sportlich als auch als Entertainer sehr schätzte: „Die Leute vergessen: Santino entwickelte sich zu einem absoluten Comedy-Star, urkomisch, ich meine, ein Showstealer.“
Nachdem John Cena und JBL davon erfahren hatten, entstand die Idee für ein Bodybuilding-Segment bei der WrestleManai 25 Afterparty. Cody ging zunächst davon aus, dass es sich um einen Scherz handelte, bis ihm klar wurde, dass das Segment tatsächlich geplant war. Kurz vor seinem Auftritt wurde er von Ringrichter John Cone aus seinem Hotelzimmer abgeholt und in den Ballsaal gebracht, wo Triple H das Publikum bereits animierte.
Im Saal befanden sich zahlreiche WWE-Superstars, aber auch Codys Eltern. Während Cody improvisiert auftrat, erschien Santino in professioneller Posing-Kleidung und nahm den Wettbewerb sehr ernst. Cody schilderte später, wie unangenehm die Situation für ihn war, insbesondere weil die Stimmung im Publikum zunehmend gegen ihn kippte.
Der Abend spitzte sich weiter zu, als der geplante Musikauftritt von Kid Rock unterbrochen wurde. Laut Cody sorgte das für zusätzliche Spannung, da der Musiker über die Unterbrechung sichtlich verärgert war. Trotz der angespannten Lage versuchte Cody, das Segment professionell zu Ende zu bringen, und zeigte verschiedene Posen sowie einen missglückten akrobatischen Versuch von der Bühne.
Der emotional schwierigste Moment für ihn folgte jedoch, als Linda McMahon ihm aus der ersten Reihe zusah und ihm nach anfänglichem Applaus beide Daumen nach unten zeigte: „Linda McMahon sitzt in der ersten Reihe. Sie klatschte zunächst für mich, schaute dann in den Raum und zeigte mir buchstäblich beide Daumen nach unten. Mir wurde übel. In diesem Moment wusste ich, dass dies die schlimmste Nacht meines Lebens war.“
Am Ende des Segments erhielt Santino eine große Trophäe, die speziell für diesen Wettbewerb angefertigt worden war. Cody verließ die Veranstaltung frustriert und zerstörte später aus Wut einen Kleiderschrank in seinem Hotelzimmer. Trotz des gesamten Abends blieb ihm eine kurze Begegnung positiv in Erinnerung: Rey Mysterio hatte ihm für seinen Einsatz gedankt: „Das Einzige, was Sinn ergab, kam von Rey Mysterio. Er sagte: ‚Danke, dass du das für die Jungs getan hast.‘ Und ich dachte: Deshalb bist du Rey Mysterio.“
Das Treffen mit Vince McMahon und die Entscheidung zur Rückkehr
In derselben Podcast Folge sprach Cody Rhodes auch über das private Treffen, das letztlich zu seiner Rückkehr zur WWE führte. Er berichtete, dass Vince McMahon persönlich anreiste, anstatt telefonisch Kontakt aufzunehmen oder einen Vertreter zu schicken: „Er flog herunter und das war es. Ich dachte ehrlich gesagt, es würde nur ein allgemeines Treffen und Begrüßen sein, was eine sehr naive Annahme war.“
Für Cody stand bei dem Gespräch zunächst nicht das Geld im Mittelpunkt, sondern der Wunsch, nach Jahren außerhalb der WWE als Performer und Persönlichkeit wahrgenommen zu werden. Er erklärte, dass er dem Management schilderte, wie sich sein Leben und seine Karriere seit seinem Weggang verändert hatten, sowohl beruflich als auch privat.
Gleichzeitig wurde ihm während des Treffens schnell klar, dass er es mit äußerst erfahrenen Verhandlern zu tun hatte und dass das Gespräch deutlich schneller bei konkreten Vertragsdetails ankam, als er es erwartet hatte.
Ausschlaggebend war für ihn am Ende nicht die genaue Höhe des Vertrags, sondern das Gefühl, wieder eine echte Möglichkeit zu bekommen, sich in der WWE zu beweisen. Genau das brachte er mit folgenden Worten auf den Punkt: „Und es ging mir in erster Linie nicht einmal ums Geld. Es ging nur um dieses eine Wort: ‚Gelegenheit‘.“
Als es schließlich um das Vertragsangebot ging, sprach Vince McMahon die Zahl nicht aus, sondern schrieb sie auf ein Blatt Papier und schob es über den Tisch. Cody beschrieb diesen Moment als altmodisch und eindrucksvoll, fast wie aus einem Film. Nach dem Blick auf die Zahl reagierte er spontan und merkte sofort, dass er sich damit möglicherweise selbst geschadet hatte: „Ich glaube, ich habe gesagt: Das ist aber viel Geld. Und dann dachte ich, ich hätte das nicht sagen sollen. Es hätte noch mehr geben können.“
Rückblickend erklärte Cody, dass man auf solche Situationen kaum vorbereitet sei, selbst wenn man bereits viel Erfahrung im Wrestling Geschäft gesammelt habe. Heute frage er sich gelegentlich, wie andere Kollegen in vergleichbaren Verhandlungen reagieren, wenn sie mit ähnlichen Angeboten konfrontiert werden.
Mit diesen Schilderungen machte Cody Rhodes deutlich, dass seine Rückkehr zur WWE nicht allein aus finanziellen Gründen erfolgte, sondern stark von dem Wunsch geprägt war, sich selbst und anderen erneut zu beweisen und eine weitere große Chance auf der größten Bühne des Wrestlings zu nutzen.
Und deswegen ging er wieder zu dieser Company, die ihn so sehr gedemütigt, aber eben auch so sehr zahlt, zurück … Man reiche Mr. Saubermann bitte ein Taschentuch.