Cody Rhodes räumt mit einem Wrestling-Irrtum auf und verweist auf Hulk Hogan

Cody Rhodes steht für seine Rede am WWE Mikrofon im Ring
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Undisputed WWE Champion Cody Rhodes hat in seinem „What Do You Wanna Talk About?“ Podcast über ein Missverständnis gesprochen, das seiner Meinung nach viele Wrestling-Fans bis heute haben. Dabei ging es um den Begriff „No-Selling“ und die Frage, warum bestimmte Reaktionen im Ring häufig missinterpretiert werden. WWE veröffentlichte einen Ausschnitt des Gesprächs sogar offiziell unter dem Titel „Die eine Regel für ein Wrestling-Babyface“.

Cody Rhodes erklärt den Unterschied zwischen No-Selling und einem Babyface-Comeback

Um Rhodes‘ Aussage zu verstehen, sind zunächst die Begriffe zu klären. Nachfolgend eine Erklärung für neue Wrestlingfans. Im Wrestling bedeutet „Selling“, die Auswirkungen eines Angriffs glaubwürdig darzustellen. Wrestler zeigen Schmerzen oder Erschöpfung, um die Aktionen ihres Gegners stärker und gefährlicher wirken zu lassen.

Von „No-Selling“ sprechen Fans dagegen häufig dann, wenn ein Wrestler scheinbar keinerlei Wirkung durch die Aktionen seines Gegners zeigt, und genau hier sieht Cody Rhodes jedoch ein großes Missverständnis.

Er erklärte, dass die klassischen Comebacks vieler beliebter Babyfaces aus den 1980er-Jahren eigentlich kein No-Selling gewesen seien. Stattdessen handle es sich um etwas deutlich Komplexeres. Der Wrestler tue dabei nicht so, als hätte er keine Schmerzen. Vielmehr gehe es darum, dass er dem Gegner seine Schmerzen bewusst nicht zeigt.

Nach Rhodes‘ Auffassung liegt genau darin der entscheidende Unterschied. Die Schmerzen seien vorhanden, doch der Wrestler verweigere seinem Gegner die Genugtuung, dies zu erkennen. Dadurch soll der Eindruck entstehen, dass sich das Babyface trotz aller Rückschläge nicht unterkriegen lässt.

Für Rhodes gehört dieses Prinzip zu den ältesten und wirkungsvollsten Formen des Storytellings im Wrestling. Der Held ignoriert die Schmerzen nicht wirklich, sondern kämpft sich trotz dieser Schmerzen weiter durch das Match.

Hulk Hogan machte das Konzept weltberühmt

Rhodes erklärte außerdem, warum viele Fans dieses Prinzip heute automatisch mit Hulk Hogan verbinden. Das berühmte „Hulk Up“ sei wahrscheinlich das bekannteste Beispiel für diese Art des Storytellings. Wenn Hogan nach mehreren Treffern plötzlich wieder aufstand, die Angriffe seines Gegners scheinbar abschüttelte und zum Gegenangriff überging, verkörperte er dieses Konzept nahezu perfekt.

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Allerdings machte Rhodes deutlich, dass Hogan die Idee nicht erfunden habe. Bereits lange vor ihm hätten zahlreiche Top-Stars dieses Stilmittel genutzt. Es sei ein fester Bestandteil des Wrestlings gewesen und über Generationen hinweg weitergegeben worden.

Als Beispiele nannte Rhodes unter anderem Chief Jay Strongbow, der insbesondere durch seine emotionalen Comeback-Phasen bekannt war, sowie seinen eigenen Vater Dusty Rhodes.

Hogans Verdienst bestehe aus seiner Sicht vor allem darin, das Konzept so erfolgreich gemacht zu haben, dass es bis heute untrennbar mit seinem Namen verbunden wird.

Dadurch seien viele der Wrestler, die ähnliche Methoden bereits zuvor nutzten, im Laufe der Jahre etwas in Vergessenheit geraten.

Auch japanisches Wrestling wird oft missverstanden

Im weiteren Verlauf des Gesprächs sprach Cody Rhodes über das japanische Wrestling, das seiner Meinung nach ebenfalls häufig missinterpretiert wird.

Viele westliche Fans würden behaupten, japanische Wrestler würden ihre Schmerzen nicht verkaufen und deshalb nicht richtig „sellen“. Rhodes sieht das jedoch völlig anders.

Seiner Ansicht nach verkaufen diese Wrestler nicht das Fehlen von Schmerz, sondern die Entschlossenheit, sich den Schmerz nicht anmerken zu lassen. Genau das sei die eigentliche Darstellung.

Der Zuschauer erkenne die Belastung nicht durch offensichtliche Reaktionen, sondern durch kleine Momente, in denen die Fassade kurz bröckelt. Um seine Sichtweise zu verdeutlichen, zog Rhodes einen Vergleich aus dem Alltag heran.

Er verglich diesen Wrestling-Stil mit einer Person, die in einer Bar Alkohol getrunken hat und versucht, möglichst nüchtern zu wirken. Die Person versucht nicht, betrunkener zu erscheinen, sondern genau das Gegenteil.

Nach Rhodes‘ Ansicht funktioniert japanisches Wrestling oft nach einem ähnlichen Prinzip. Die Herausforderung besteht darin, Stärke auszustrahlen, obwohl man angeschlagen ist.

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Abschließend erklärte Rhodes, dass dieser Ansatz heute seltener geworden sei als früher. Dennoch halte er ihn weiterhin für einen wichtigen Bestandteil der Wrestling-Psychologie und für eine Technik, die häufig missverstanden werde.

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