Charlotte Flair über Titelkritik, Body-Shaming, Altersdruck und Selbstvertrauen: „Ja, ich halte mich auch für die Beste“

Charlotte Flair steht auf dem Apron und blickt in den Ring

Charlotte Flair zählt seit vielen Jahren zu den konstantesten und erfolgreichsten Wrestlerinnen der WWE. Gleichzeitig ist sie eine der am heftigsten diskutierten Personen. Seit Jahren äußern Fans die Meinung, sie sei „zu oft im Titelgeschehen“ oder werde „dauerhaft bevorzugt“. Im Strong-New-York-Podcast reagierte die mehrfache Women’s Champion nun ausführlich auf diese Vorwürfe und erklärte, worauf ihre Präsenz in Championship-Storylines aus ihrer Sicht wirklich zurückzuführen ist.

Flair erklärte, dass sie nachvollziehen kann, warum einige Zuschauer den Eindruck haben, sie stehe zu oft im Titelrennen. Ihrer Meinung nach habe das jedoch nichts mit Bevorzugung zu tun. Vielmehr liege es daran, welche Ausstrahlung sie im Ring mitbringe: „Ich vermittle dort eine gewisse Glaubwürdigkeit. Und ja, ich halte mich auch für die Beste. Aber es geht nicht nur darum – man merkt einfach, dass dieser Moment Bedeutung hat.“

Charlotte Flair machte deutlich, dass sie immer versucht, einem Titelmatch eine besondere Bedeutung zu verleihen. In ihrer Wahrnehmung sollte eine Championship das höchste Ziel sein. Daher sei es für sie logisch, dass ihre Figur immer wieder im Kontext dieses höchsten Ziels auftrete: „Deshalb war ich hypothetisch immer im Titelgeschehen. Das war schon immer ein Kritikpunkt der Fans, weil ich dem Titel aus meiner Charakterperspektive so viel Bedeutung beigemessen habe. Das sollte doch eigentlich das Wichtigste sein.“

Flair erklärte außerdem, dass sie sich während eines Wettkampfs in einen Zustand versetzt, der sich für sie körperlich und emotional verändert. Dieser Schalter sei etwas, das nicht jeder Wrestler automatisch umlegen könne: „Außerdem glaube ich, dass ich beim Wrestling einen Gang höher schalte, was glaubwürdig wirkt. Und ich denke, das ist schwer – nicht jeder kann das.“

Charlotte Flair über Body-Shaming, Vorwürfe zu ihrem Aussehen und ihre emotionale Belastung

Ein weiterer zentraler Punkt des Interviews war die Frage, wie Charlotte Flair mit den ständigen Kommentaren zu ihrem Aussehen umgeht. Die Tochter von Ric Flair wird seit Beginn ihrer Karriere mit Body-Shaming konfrontiert – und die Kritik wurde nach ihrer letzten Verletzungspause noch lauter.

Flair erklärte ausführlich, dass die körperlichen Veränderungen nach ihrer Rückkehr aus der Verletzungspause keineswegs Zufall waren. Sie betonte, dass sie in dieser Zeit viel mit sich selbst auszumachen und dadurch deutlich an Gewicht verloren hatte: „Ich kam mit vielen persönlichen Dingen zurück … ich hatte einiges zu bewältigen, und dadurch habe ich stark an Gewicht verloren. Aber niemand wusste das.“

Anstatt Verständnis zu bekommen, erntete sie Häme und Kritik. Die Zuschauer kommentierten, sie sei zu „dünn“ oder sehe „ungesund“ aus. Als sie später wieder zunahm, folgten Kommentare in die entgegengesetzte Richtung: „Dann nimmt man zehn Pfund zu und dann sagen sie: ‚Oh, sie wird dicker. Sie sieht aus wie Charlotte 2015.“

Charlotte Flair sprach offen darüber, dass sie diese Aussagen „früher verletzt haben“. Doch sie erklärte, dass sich ihre Einstellung inzwischen verändert habe. Heute bewertet sie Kommentare anders und sieht sie als Zeichen dafür, dass sie im Fokus steht: „Wenn sie nicht reden, machst du etwas falsch.“

Trotzdem räumte sie ein, dass manche Aussagen die Grenze überschreiten: „Sachen wie ‚Oh, sie sieht aus wie ein Kerl‘, ‚Sie ist zu dünn‘, ‚Sie ist künstlich‘ … Alle Fans, die ich jemals persönlich getroffen habe, sagen: ‚Wow, du bist in echt viel hübscher.‘“ Und ich denke mir: Das ist ein schönes Kompliment. Das nehme ich gerne an.“

Sie erklärte auch, dass ihr kalter, dominanter TV-Charakter vermutlich dazu beiträgt, wie Menschen sie außerhalb des Rings beurteilen. Sie wisse, dass viele Zuschauer Schwierigkeiten haben, zwischen dargestellter Figur und realer Person zu unterscheiden. Dennoch erinnerte sie daran, dass sie ein echter Mensch sei, der Kritik nicht einfach ignorieren könne.

Charlotte Flair über ihr Alter, ihre Zukunft und warum sie als fast 40-Jährige immer noch mit 23-Jährigen mithalten möchte

Ein weiterer wichtiger Punkt im Podcast war Charlotte Flairs Alter. Sie ist 39 Jahre alt und wird im April 2026 vierzig. Da Frauen im Wrestling traditionell oft kürzere Karrieren haben, spielt dieses Thema für viele eine große Rolle. Flair sprach sehr offen darüber und ging direkt auf die Vorurteile ein, mit denen ältere Wrestlerinnen häufig konfrontiert werden. Sie machte deutlich, dass sie ihr Alter keineswegs als Nachteil sieht. Im Gegenteil: Voller Selbstvertrauen sagte sie: „Ich bin 39 und werde im April 40. Und wenn man mich im Ring sieht – abgesehen davon, dass die Fans wissen, dass ich seit zehn Jahren im Fernsehen bin – stehe ich neben 23-Jährigen und niemand denkt: ‚Sie passt hier nicht mehr rein.‘ Man sieht es mir einfach nicht an. Du siehst großartig aus.“

Sie gab zu, dass es für sie entscheidend sei, konstant präsent zu sein. Sie erklärte, dass man im Wrestling nicht erfolgreich bleiben könne, wenn man nur gelegentlich auftrete. Diese Beständigkeit sei der Grund, warum sie immer noch auf höchstem Niveau mithalten könne.

Flair sprach auch über gesellschaftliche Erwartungen an Frauen über vierzig. Sie sagte, dass Frauen in ihrem Alter häufig unterschätzt oder als „zu alt“ bewertet würden, was jedoch weder der Realität noch der Leistungsfähigkeit entspreche: „Wir haben das Alter mit einem Stigma belegt, das es gar nicht geben sollte.“

Flair betonte, dass viele Frauen jenseits der vierzig besser aussehen und fitter sind als manche Zwanzigjährige. Für sie ist entscheidend, wie man denkt, lebt und auf seinen Körper achtet: „Es kommt einfach darauf an, wie man denkt … wenn man auf sich achtet.“

Flair machte klar, dass sie eine lange Karriere anstrebt und ihren Platz im Wrestling nicht von Zahlen abhängig macht. Sie will zeigen, dass Frauen im Wrestling dieselbe Langlebigkeit erreichen können wie Männer, und sieht sich selbst als Teil dieses Wandels.

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