Brock Lesnar über das Ende der Undertaker-Streak, WWE-Wandel und sein Image

Brock Lesnar führt seinen F5 Finisher gegen The Undertaker aus

Brock Lesnar hat in einem ausführlichen Gespräch im Podcast Spittin’ Chiclets seltene Einblicke in seine Karriere gegeben. Dabei sprach er über seinen Wechsel von WWE zur UFC, seine bewusste Entscheidung für die Rolle des Heels sowie über seine heutige Sicht auf WWE und sein Privatleben. Seine Aussagen zeigen, wie stark Strategie, Selbstbild und persönliche Prioritäten seine Laufbahn geprägt haben.

Der Weg von WWE zur UFC und die Suche nach neuen Herausforderungen

Nach seinem Abschied von der WWE im Jahr 2004 und dem gescheiterten Versuch, sich im Kader der Minnesota Vikings zu etablieren, stand Lesnar vor einer entscheidenden Phase seiner Karriere. Er suchte nach einer neuen Herausforderung, die seinen Wettbewerbsdrang weiterhin erfüllen konnte. Diese Entwicklung führte ihn schließlich in den Kampfsport, unter anderem zu einem frühen Auftritt im K1-Kickboxen im Jahr 2007 gegen Kim Min-Soo.

Lesnar stellte klar, dass es ihm zu diesem Zeitpunkt nicht um Ruhm, sondern um persönliche Weiterentwicklung und neue Reize ging. Er sagte dazu: „Ich wusste, wenn ich in diesem Teufelskreis aus Schmerzen steckenbleibe, will ich einfach etwas anderes. Ich wollte sehen, was es da draußen sonst noch gibt.“

Mit zunehmendem Erfolg im MMA überraschte ihn sein eigener Aufstieg. Trotz geringer Erfahrung stand er bereits in seinem dritten Profikampf im Schwergewicht um den UFC-Titel. Dieser Moment wurde prägend für seine Karriere: „Ich hatte keine Ahnung, dass ich so durchstarten und UFC-Champion werden würde. Das war zwar ein Ziel. Aber ausgerechnet gegen Randy Couture meinen dritten Kampf bestreiten zu müssen – da hätte ich mich zurückziehen und Angst davor haben können. Man muss ein Alter Ego haben, man muss etwas in sich tragen, das einen daran glauben lässt, dass man es schaffen kann.“

Die bewusste Rolle des Heels als strategisches Werkzeug

Während seiner Zeit bei der UFC erkannte Lesnar schnell den Vorteil, den ihm seine Erfahrung aus dem Pro-Wrestling verschaffen konnte. Er entschied sich bewusst dafür, auch im MMA als Heel aufzutreten, um die Kontrolle über seine Außendarstellung zu behalten: „Ich habe schon sehr früh gemerkt, dass ich, wenn ich in der UFC den Heel spiele, nicht all die Medienauftritte machen muss. Ich kann den Leuten einfach erzählen, was ich will.“

Diese Strategie diente nicht nur der Selbstinszenierung, sondern auch dem Schutz seines Privatlebens. Lesnar betonte, dass die öffentliche Figur nicht seinem echten Charakter entspricht: „Die Leute sehen den Entertainer Brock Lesnar und glauben, dass ich genau so bin. Aber das bin ich nicht, und ich lasse niemanden nah genug an mich heran, um das zu erkennen. Das ist schon seit Langem ein Geheimnis.“

Gleichzeitig machte er deutlich, dass er diese aggressive Rolle bei Bedarf bewusst einsetzen kann: „Ich kann ein A*schl*ch sein, wenn ich will.“

Schneller Aufstieg im MMA und gesundheitliche Rückschläge

Lesnars Karriere im MMA entwickelte sich außergewöhnlich schnell. Bereits in seinem dritten Kampf gewann er den UFC-Heavyweight Champion Titel. Anschließend verteidigte er diesen gegen Frank Mir und feierte einen weiteren wichtigen Sieg gegen Shane Carwin.

Spätere Niederlagen gegen Cain Velasquez und Alistair Overeem standen im Zusammenhang mit gesundheitlichen Problemen. Insbesondere eine Divertikulitis zwang ihn zu einer Pause und beeinflusste seine weitere Laufbahn erheblich.

WWE im Wandel und Lesnars Blick auf das heutige Umfeld

Im Zusammenhang mit seiner Karriere sprach Lesnar auch über seine Eindrücke aus der heutigen WWE und hob hervor, dass sich das Klima im Backstagebereich im Vergleich zu seinen Anfangszeiten spürbar verändert habe. Er erinnerte daran, dass er damals als unerfahrener Neuling in die Liga kam, obwohl er bereits gewisse Erfolge vorweisen konnte. Dennoch sei es üblich gewesen, von erfahrenen Veteranen getestet zu werden. Man habe sich seinen Platz erst erkämpfen und den Respekt der anderen verdienen müssen. Heutzutage verlaufe vieles deutlich entspannter und weniger streng, da frühere Formen interner Bewährungsproben nicht mehr existierten. Gleichzeitig machte Lesnar deutlich, dass sich seine eigene Rolle gewandelt habe, da er inzwischen selbst zu den erfahrenen Veteranen gehöre, wenn er heute in die WWE zurückkehrt.

Privatleben, Familie und persönliche Prioritäten

Ein zentraler Punkt in Lesnars Aussagen ist seine Familie. Er machte deutlich, dass sportliche Erfolge für ihn heute eine untergeordnete Rolle spielen – wir berichteten.

WrestleMania-Moment und Respekt für den Undertaker

Ein prägender Moment seiner WWE-Karriere war das Ende der legendären Siegesserie von The Undertaker bei WrestleMania 30. Lesnar betonte, dass diese Entscheidung nicht bei ihm lag: „Für mich, Leute, ist das ganz einfach. Ich meine, das ist ein Geschäft. Es ist ein Geschäft. Und ich glaube, viele von uns leben diesen Lebensstil voll und ganz. Und was Taker betrifft, natürlich lag die Entscheidung nicht bei mir. Damals war Vince McMahon derjenige, der entschied: Wenn es jemanden gab, der die Siegesserie mit einem glaubwürdigen Hintergrund beenden konnte, sodass die Leute es glauben würden, dann war ich das wohl. Es gibt viele Leute, die sauer sind, dass ich es gewesen bin, aber es war nicht meine Entscheidung. Und deshalb ziehe ich meinen Hut vor Undertaker, Mark, er ist ein toller Kerl. Und letztendlich ist es ein Geschäft. Es ist ein Geben und Nehmen. Und es war Zeit für Taker zu geben – und es war Zeit für Brock Lesnar, es zu nehmen.“

Gleichzeitig sprach er über die schwierige Situation während des Matches, als der Undertaker eine Gehirnerschütterung erlitt: „Er war ein Mentor für mich. Ich habe viele Jahre lang mit Taker zusammengearbeitet. Und dann standen wir in diesem Match auf der Bühne, und Taker wurde völlig aus der Bahn geworfen. Er kam zu seiner [22.] WrestleMania in der Überzeugung, dass er gewinnen würde, und dann, zwei Stunden vor unserem Auftritt, wurde ihm der Boden unter den Füßen weggezogen. Da waren sicher viele verschiedene Gefühle im Spiel. Ich war aufgeregt, aber es tat mir auch leid. Ich bin derjenige, der diese Rolle übernehmen durfte.

Wir waren also mitten im Match, und plötzlich war Taker nicht mehr der Taker, den man kennt. Da draußen ist es ein einziger Tanz, und man muss einfach sein Bestes geben, um da durchzukommen. Und das haben wir getan. Und ja, aus Respekt – denn ich habe viel Zeit mit Taker verbracht und wollte sichergehen, dass es ihm gut geht. Und das gehört einfach dazu. Ich bin ins Krankenhaus gefahren, um mich zu vergewissern, dass es ihm gut geht. Das gehört einfach zum Respekt dazu.“

Lesnar deutete außerdem an, dass seine aktuelle Rückkehr zur WWE zeitlich begrenzt ist. Konkrete Vertragsdetails sind nicht bekannt, jedoch äußerte er sich zu seinen Beweggründen für seine jüngsten Auftritte.

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