Brian Cage fühlt sich bei AEW unterfordert: Frühere WWE-Absage veränderte seine Karriere

Brain Cage blickt zum Ring

Brian Cage ist dankbar für seinen Vertrag bei AEW, mit seiner derzeitigen Rolle nach der Rückkehr von einer langen Verletzungspause aber nicht vollständig zufrieden. Im Podcast von Smooth Vega erklärte der 42-Jährige, weshalb er sich für unterfordert hält, welche Art von Matches ihm bei AEW fehlt und warum Bryan Danielson gegen Will Ospreay für ihn deutlich über dem WrestleMania-Duell zwischen Cody Rhodes und Roman Reigns steht.

Brian Cage hält sich bei AEW für unterfordert

Auf die direkte Frage, ob er sich bei AEW unterfordert fühle, antwortete Cage mit Ja. Ihm sei bewusst, dass nahezu jeder Wrestler mehr Einsatzzeit und eine größere Rolle wolle. Seine eigene Einschätzung begründete er jedoch mit seiner Karriere vor der Gründung von AEW. Schon damals habe er vollständig vom Wrestling leben können und sei bei verschiedenen Promotions als wichtiger Name eingesetzt worden.

Nach einer rund 14-monatigen verletzungsbedingten Pause glaubt Cage weiterhin, der Liga deutlich mehr geben zu können. Als grundsätzliche Kritik an AEW will er seine Aussage allerdings nicht verstanden wissen. Er habe dort viele positive Erfahrungen gemacht, zahlreiche unterhaltsame Matches bestritten und bezeichnete Tony Khan als guten Chef.

Besonders dankbar zeigte sich Cage dafür, wie AEW während seiner Verletzung mit ihm umging. Die Promotion hat ihn trotz eines gerissenen Bizeps weiterhin unter Vertrag gehalten und bezahlt. Auch seine Rückkehr nach der langen Pause sei wirkungsvoll präsentiert worden. Dennoch ändert diese Wertschätzung nichts daran, dass er häufiger eingesetzt werden und größere Möglichkeiten erhalten möchte.

Indie-Auftritte geben Cage das, was ihm bei AEW manchmal fehlt

Deshalb steigt Cage weiterhin regelmäßig bei unabhängigen Wrestling-Veranstaltungen in den Ring. Finanziell sei er auf diese Auftritte nicht angewiesen. Viel wichtiger sei für ihn die Möglichkeit, interessante Gegner zu treffen und genau jene Matches zu bestreiten, die ihn selbst begeistern. Wenn ihn ein Veranstalter kontaktiere, frage er daher nicht zuerst nach der Bezahlung. Entscheidend sei vielmehr, gegen wen er antreten könne und ob ihn die Paarung sportlich interessiere.

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Cage spricht in diesem Zusammenhang von einem echten „Brian-Cage-Match“. Damit meint er Begegnungen, in denen er seine außergewöhnliche Kombination aus Kraft und Athletik zeigen, mit den Reaktionen des Publikums arbeiten und anschließend das Gefühl haben kann, etwas Besonderes abgeliefert zu haben. Nach besonders gelungenen Matches sei sein Adrenalin teilweise so hoch, dass er anschließend kaum schlafen könne und einzelne Szenen immer wieder im Kopf durchgehe. Solche Abende hat es auch bei AEW gegeben, nach seinem Empfinden zuletzt aber nicht häufig genug.

Warum Danielson gegen Ospreay für Cage deutlich über Cody gegen Roman steht

Wie stark Cage Wrestling aus sportlicher Perspektive betrachtet, zeigte sich im selben Gespräch bei einem Rückblick auf eine viel diskutierte Aussage aus dem Jahr 2024: Kurz nach WrestleMania 40 hatte Bryan Danielson bei AEW Dynasty gegen Will Ospreay ein Match bestritten, das Cage unmittelbar zum „Match des Jahres” erklärte. Gleichzeitig schrieb er, dass andere jede Geschichte beenden könnten, die sie wollten. Damit spielte er auf Cody Rhodes an, der wenige Wochen zuvor bei WrestleMania 40 Roman Reigns besiegt und damit seine lange erzählte „Finish the Story“-Geschichte abgeschlossen hatte.

Die Formulierung brachte Cage damals erhebliche Kritik von WWE-Fans ein. Viele verstanden seine Aussage als Angriff auf Rhodes, Reigns und das WrestleMania-Main-Event. Cage stellte nun erneut klar, dass dies nie seine Absicht gewesen sei. Er habe Cody gegen Roman sogar sehr unterhaltsam gefunden. Das Match sei großartig gewesen und habe durch die zahlreichen Eingriffe, Überraschungen und die enorme Bedeutung des Moments hervorragend funktioniert. Für ihn bestehe allerdings ein Unterschied zwischen großer Sportunterhaltung und einem herausragenden Wrestling-Match.

Cage bezeichnet sich selbst als Fan eines sportlich orientierten Wrestling-Stils. Deshalb beeindruckt ihn eine außergewöhnliche Leistung zwischen den Ringseilen mehr als ein Match, dessen Wirkung hauptsächlich aus Storyline, Inszenierung und großen Überraschungsmomenten entsteht. Auf die Frage, ob das Match zwischen Cody Rhodes und Roman Reigns für ihn besser gewesen sei als das zwischen Danielson und Ospreay, fiel seine Antwort deshalb eindeutig aus: „Nicht einmal annähernd.“

Damit wollte Cage das WrestleMania-Match ausdrücklich nicht schlechtreden. Für seine persönlichen Kriterien sei Danielson gegen Ospreay jedoch auf einem deutlich höheren Niveau gewesen. Später fühlte er sich in seiner Einschätzung bestätigt, als auch ESPN Danielson gegen Ospreay zum besten Match des Jahres kürte. Cage erinnerte sich im Podcast mit einem gewissen Stolz daran und fragte scherzhaft, wo all die Kritik geblieben sei, die er für seine ursprüngliche Aussage erhalten hatte.

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Eine frühere WWE-Absage veränderte Cages Sicht auf seine Karriere

Seine Einstellung zur eigenen Karriere wurde auch durch seine Erfahrungen mit WWE geprägt. Im Podcast blickte Cage auf die Zeit zurück, in der er nach einer frühen Entlassung unbedingt zum Unternehmen zurückkehren wollte. Zwischenzeitlich habe er einen neuen Vertrag erwartet und sei auch für „Tough Enough“ vorgesehen gewesen, ehe sich diese Möglichkeiten zerschlugen. John Laurinaitis habe ihm später eine erneute Chance nach WrestleMania in Aussicht gestellt. Schließlich habe Cage jedoch per Nachricht eine Absage erhalten, verbunden mit der Einschätzung, er sei bestenfalls durchschnittlich.

Cage widersprach dieser Bewertung, bedankte sich allerdings für die Klarheit. Danach habe er sich von dem Gedanken gelöst, unbedingt zu WWE zurückkehren zu müssen. Rückblickend betrachtet er diese Entscheidung als wichtigen Wendepunkt. Nachdem er aufgehört hatte, die WWE als notwendiges Karriereziel anzusehen, hätten sich seine berufliche, finanzielle und private Situation verbessert.

Eine spätere Verpflichtung durch WWE schließt Cage zwar weiterhin nicht grundsätzlich aus. Er brauche diesen Schritt aber nicht mehr, um seine Laufbahn als erfolgreich betrachten zu können. Ähnlich fällt seine Haltung gegenüber AEW aus.

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