Im Gespräch mit Chris Van Vliet hat Big E zahlreiche bisher unbekannte Geschichten aus seiner WWE-Karriere und rund um seine schwere Nackenverletzung erzählt. Dabei sprach er unter anderem über einen nie umgesetzten Plan für seine Rückkehr beim Royal Rumble, seine Haltung zu Ridge Holland nach dem folgenschweren Unfall sowie darüber, wie knapp er einer lebensbedrohlichen Situation entgangen ist.
Der Royal-Rumble-Plan, der nie umgesetzt wurde
Nachdem Kofi Kingston und Xavier Woods Big E aus The New Day ausgeschlossen hatten und zu einem Heel-Team geworden waren, gab es laut Big E bereits einen konkreten Plan für seine Rückkehr. Demnach sollte er beim Royal Rumble unerkannt im Publikum sitzen, mit einem tief ins Gesicht gezogenen Hut, sodass ihn niemand erkennen würde.
Während eines seiner typischen Momente sollte sich Kofi Kingston auf der Absperrung in Sicherheit bringen. In diesem Augenblick hätten Big E und ein weiterer Komplize ihre Hüte abgenommen, sich zu erkennen gegeben und Kingston mit einem Tritt von der Absperrung gestoßen. Dadurch wäre Kingston aus dem Royal Rumble ausgeschieden und die Fehde zwischen den ehemaligen New-Day-Mitgliedern hätte auf spektakuläre Weise begonnen.
Zu dieser Szene kam es jedoch nie. Einen genauen Grund nannte Big E nicht. Bekannt ist lediglich, dass die gesamte Storyline letztlich ohne richtiges Ende blieb.
Big E erklärte, dass ihm die Idee sehr gefallen habe. Darüber hinaus sei geplant gewesen, auch seine damalige Verlobte in die Geschichte einzubinden, nachdem Kingston und Woods zuvor immer wieder Sticheleien gegen sie in ihre Promos eingebaut hatten.
Big E nimmt Ridge Holland in Schutz
Ein weiterer wichtiger Teil des Interviews drehte sich um Ridge Holland. Nach dem Unfall im März 2022, bei dem Big E durch einen German Suplex einen Bruch des ersten Halswirbels erlitt, erhielt Holland zahlreiche Morddrohungen von Fans.
Big E machte deutlich, dass er Holland keinerlei Vorwürfe macht. Jeder Wrestler wisse, welches Risiko der Beruf mit sich bringe, und Verletzungen gehörten leider dazu. Der Unfall sei weder absichtlich noch böswillig gewesen. Er habe schon kurz nach dem Vorfall mit Holland gesprochen und empfinde bis heute Mitgefühl für ihn.
Zwar könne er verstehen, dass viele Fans nach der Verletzung wütend gewesen seien und ihn unterstützen wollten. Dass Holland deshalb bedroht wurde, sei jedoch völlig falsch gewesen.
So knapp entging Big E einer Katastrophe
Besonders eindrucksvoll waren Big Es Schilderungen über die Gespräche mit seinen Ärzten nach der Verletzung. Ein Spezialist zeigte ihm die Aufnahmen seiner Halswirbelsäule und erklärte, wie gefährlich die Situation tatsächlich gewesen war.
Bei seiner sogenannten Jefferson-Fraktur – einem Bruch des ersten Halswirbels (C1), bei dem der Wirbelring an zwei gegenüberliegenden Stellen bricht – sei er einem Schlaganfall, einer Querschnittslähmung oder sogar dem Tod erschreckend nahe gewesen.
Hinzu kam, dass der gebrochene Wirbel nicht vollständig mit Knochen verheilte. Stattdessen bildete sich Knorpelgewebe, wodurch die Stabilität des Halswirbels dauerhaft geringer blieb. Ein weiterer Spezialist riet Big E deshalb, selbst dann ernsthaft über das Ende seiner aktiven Karriere nachzudenken, falls er eines Tages medizinisch wieder für den Ring freigegeben werden sollte.
Acht Jahre New Day ohne ernsthaften Streit
Trotz aller schweren Themen blickte Big E auch mit großer Dankbarkeit auf seine Zeit bei The New Day zurück. Während der mehr als acht gemeinsamen Jahre mit Kofi Kingston und Xavier Woods habe es nie einen echten Streit oder ein ernsthaftes Zerwürfnis gegeben. Kleinere Meinungsverschiedenheiten über kreative Ideen seien stets schnell geklärt worden.
Für Big E war die Freundschaft der drei immer größer als jedes Unternehmen und sogar größer als das Wrestling-Geschäft selbst. Ohne Kingston und Woods hätte er nach eigener Aussage niemals die WWE Championship gewonnen, nicht die finanziellen Möglichkeiten erhalten, die er heute besitzt, und auch viele prägende Erfahrungen seines Lebens nicht gemacht.
Zum WWE-Abgang von Kingston und Woods wollte sich Big E bewusst nicht ausführlich äußern. Er erklärte, dass er nicht für seine ehemaligen Weggefährten sprechen wolle. Er wies lediglich darauf hin, dass TKO heute ein anderer Eigentümer sei als jener, bei dem The New Day einst unterschrieben habe.
Letztlich entscheide der Eigentümer, wer eingesetzt werde und welche Rolle ein Wrestler im Unternehmen einnehme. Das müsse man akzeptieren.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar