Seit ihrer Rückkehr bewegt sich Becky Lynch bei Raw in einer ungewöhnlichen Rolle. Einerseits stellt sie sich klar gegen Liv Morgan und The Judgment Day, andererseits verfolgt sie eigene Interessen und tritt weiterhin mit der selbstbewussten Attitüde auf, die längst zu „The Man“ gehört. Genau diese Mischung hat zuletzt immer wieder die Frage aufgeworfen, wie WWE ihre Figur eigentlich einordnet.
WWE soll Becky Lynch intern inzwischen als Babyface führen
Nun gibt es darauf offenbar eine klare Antwort. Nach Informationen von PWInsider wird Becky Lynch intern bei Monday Night Raw inzwischen als Babyface geführt. Damit ist ihre grundsätzliche Ausrichtung hinter den Kulissen offenbar festgelegt, auch wenn ihre Darstellung im TV weiterhin deutlich mehr Grautöne enthält als bei einem klassischen Publikumsliebling.
Über die wichtigsten Entwicklungen seit ihrer Rückkehr hatte wir bereits berichtet. Neu ist nun vor allem die interne Einordnung durch WWE. Becky kehrte Anfang August nach SummerSlam zurück und geriet unmittelbar wieder in das Geschehen um die Women’s World Championship. Dabei stellte sie sich mehrfach gegen Liv Morgan und The Judgment Day, gleichzeitig entwickelte sich aber auch ein zunehmend kompliziertes Verhältnis zu Stephanie Vaquer. Gerade diese Mischung sorgte dafür, dass Lynch zuletzt nicht immer eindeutig als Face wahrgenommen wurde.
Beckys Verhalten passt nicht immer zu einem klassischen Babyface
Der deutlichste Grund dafür liegt in ihrer weiterhin sehr offensiven Persönlichkeit. Lynch tritt nicht als zurückhaltende oder besonders faire Heldin auf. Sie bleibt provokant, selbstbewusst und verfolgt ihre eigenen Ziele mit großem Nachdruck. Das zeigte sich besonders während der WWE-Südamerika-Tour
Beim Live Event in Santiago de Chile fungierte Becky als Special Guest Referee im Women’s World Championship Match zwischen Liv Morgan und Stephanie Vaquer. Nachdem Morgan Vaquer mit dem Oblivion getroffen hatte und scheinbar vor dem Sieg stand, stoppte Lynch bewusst den Count. Kurz darauf konnte Vaquer das Match für sich entscheiden und sich die Championship sichern.
Die Szene ist insofern wichtig, weil sie zeigt, dass WWE offenbar kein Problem damit hat, ein Babyface auch bewusst parteiisch und egoistisch handeln zu lassen.
Liv Morgan gehört weiterhin klar zur Heel-Seite des Raw-Rosters. Entsprechend bedeutete Beckys Eingreifen zwar einen Regelverstoß, richtete sich aber gegen eine Figur, die WWE selbst als Antagonistin präsentiert.
Auch gegenüber Stephanie Vaquer verfolgt Becky eigene Interessen
Gleichzeitig stellte Becky unmittelbar nach Vaquers Titelgewinn klar, dass ihre Unterstützung keineswegs uneigennützig gewesen sei. Bei Raw forderte sie von der neuen Women’s World Championesse eine Titelchance und machte deutlich, dass Vaquer ihr aus ihrer Sicht etwas schulde.
Stephanie reagierte jedoch zurückhaltend und ließ durchblicken, dass sie Beckys Hilfe nicht als Verpflichtung betrachtet. In der folgenden Woche wurde dieser Konflikt weitergeführt. Sowohl Becky als auch Liv Morgan meldeten Ansprüche auf ein Championship Match an. Das sorgt derzeit für eine ungewöhnliche Konstellation.
Vaquer wird ebenfalls klar als Babyface präsentiert. Becky ist nun offenbar ebenfalls intern als Face gelistet, während Morgan die eindeutige Heel-Rolle einnimmt. Damit kann WWE theoretisch eine direkte Auseinandersetzung zwischen Becky und Stephanie erzählen, ohne dass eine der beiden Figuren zwangsläufig einen Turn vollziehen müsste.
Babyface bedeutet bei Becky Lynch offenbar nicht „brav“
Genau darin dürfte der Kern ihrer aktuellen Darstellung liegen. WWE scheint Becky nicht in eine klassische Heldinnenrolle zu drängen. Stattdessen behält sie viele Eigenschaften, die ihre Figur über Jahre geprägt haben. Sie ist ehrgeizig, fordert Championships ein, provoziert Gegnerinnen und reagiert mitunter deutlich härter, als es von einem traditionellen Babyface erwartet würde.
Das passt allerdings zu ihrer etablierten „The Man“-Persönlichkeit. Schon in früheren Phasen ihrer Karriere funktionierte Lynch besonders gut als Publikumsliebling, wenn sie gleichzeitig selbstbewusst, arrogant und konfrontativ auftreten durfte.
Die neue interne Einstufung erklärt deshalb auch, warum ihr Verhalten seit der Rückkehr stellenweise widersprüchlich wirken konnte. WWE betrachtet diese Grauzonen offenbar nicht als Zeichen für eine Tweener- oder Heel-Rolle.
Ein Championship Match ist weiterhin nicht bestätigt
Trotz Beckys Forderungen gibt es derzeit noch keine offizielle Ankündigung für ein Match zwischen ihr und Stephanie Vaquer. Auch ein Triple Threat Match mit Liv Morgan wurde bislang nicht bestätigt. Der aktuelle Stand ist lediglich, dass sowohl Becky als auch Liv ihre Ansprüche auf eine Titelchance geltend machen und Vaquer damit gleich von mehreren Seiten unter Druck steht. Wie WWE diese Situation auflösen wird, bleibt offen.